Kardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. H�ting, Bad Oeynhausentest
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Koronare Herzkrankheit (KHK)
 
Bitte beachten Sie: 
Diese Ratschlge gelten keinesfalls als endgltige Medikation. Sie sollen fr Sie auer allgemeiner Information nur einen Anhaltspunkt bieten, wann Sie sich sptestens an Ihren Hausarzt bzw. Kardiologen wenden sollten!

Herzschmerzen bei koronarer Herzkrankheit
01.12.2001

Herzschmerzen bei bekannter koronarer Herzkrankheit - leider inoperabel. Was tun ?

Bei mir ist eine Verkalkung der kleinen Herzarterien bekannt. Eine Operation oder Dilatation ist nicht mglich. Ich habe tagsber hufig Schmerzen im Brustkorb bei Belastungen. Welche Medikamente kann man hierfr noch geben? Spray mit geferweiterndem Mittel (Nitrat) habe ich bisher gut vertragen: Es wirkt sehr rasch, aber die Wirkung ist nach einer halben Stunde schon wieder weg. Was kann ich tun?

Der Cardiologe: 

Die Nitrate sind eine bewhrte Substanzgruppe und im Prinzip fr Ihre Situation genau richtig. Die Wirkung der Nitrate dauert jedoch - wie Sie auch beschreiben - nur sehr kurz an. Es gibt jedoch alte und bewhrte Prparate aus dieser Gruppe, die eine hohe Dosis so verpacken, da sie den ganzen Tag ber wirksam ist. Hierdurch sollten Sie sich beschwerdefrei belasten knnen. Eine Nitratpause ist fr den Erhalt der Wirksamkeit der Substanzen jedoch erforderlich. Sie sollten also von diesen Retardprparaten nur einmal am Tag einnehmen, um den Abbau der Substanzen zu ermglichen: Die Zell-Rezeptoren werden so wieder frei, eine erneute Gabe kann wieder zu der gewnschten Geferweiterung und Linderung der Beschwerden fhren.

Organische Herzkrankheit ja oder nein
01.06.2001

Mnnlich, 36 Jahre, Nichtraucher, leichtes bergewicht (172 cm; 81 kg) und treibe unregelmig Sport. Vor 12 Jahren bekam ich des fteren Brustbeschwerden. Bei mir wurde ein Schulter-Arm-Syndrom und BWS-Syndrom festgestellt. Danach war ich beim Kardiologen. Dort wurde folgendes festgestellt: Linksschenkelblock, berdrehter Linkstyp. Die aufgelockert wirkende Mitralklappe schliet einwandfrei. Empfehlung: Magnesium und Weidorntropfen. Es gab keine Anzeichen fr eine organische Herzerkrankung. Dieses wurde auch in der Uni-Klinik Mnster diagnostiziert. Aufgefallen ist auch ein leichtes Herzstolpern. Vor 3 Jahren hatte ich Prfungsstress. Nach reichlichem Kaffeegenuss bekam ich Sodbrennen, Herzrasen, Druck und Schmerzen in der Brust. Ich dachte an einen Herzinfarkt, was alles nur noch verschlimmerte. War dann bei 2 Kardiologen, die nichts anderes als den vorherigen Befund feststellten, auer ventrikulre Extrasystolen und supraventikulre Extrasystolen, die aber nicht behandelt werden mssen. Seit dieser Zeit kann ich kaum noch ein normales Leben fhren. Es schrnkt mich in meiner Lebensweise stark ein. Stndig habe ich das Gefhl, ich bekomme einen Herzinfarkt. Auch Panikattacken machen mir zu schaffen, weshalb ich schon in psychologischer Betreuung bin. Es wurde auch ein Herzscintigramm, Stressecho, Belastungs-eKG und Langzeit-EKG's gemacht. Alle Untersuchungen recht unauffllig. Kein Befund fr eine organische Herzerkrankung. Die Diagnose vom Kardiologen: Somatogene Alteration mit Organbezogenheit sowie Herzneurose und Panikattacken. 
Knnte dahinter doch eine ernsthafte Herzerkrankung stecken? Wie soll ich mich verhalten?

Der Cardiologe: 
Diese Anfrage wurde von Herrn
Dr. Heribert Brck, Erkelenz, beantwortet

Da bei Ihnen schon alle relevanten Untersuchungen, z.T. wohl schon mehrfach, durchgefhrt  wurden und insgesamt keinen Hinweis auf eine organische Herzerkrankung erbrachten, sollten Sie versuchen, evtl. wieder mit Hilfe eines Psychologen, die Angst vor einer Herzerkrankung zu berwinden. Erfahrungsgem kann dafr eine regelmige sportliche Bettigung empfohlen werden. Damit knnen Sie nmlich zwei Effekte ausntzen. Zum einen reduzieren Sie damit Ihr Risiko tatschlich einmal eine Herzerkrankung zu bekommen, zum anderen gewinnen Sie durch die zunehmende Bettigung wieder das verloren gegangen Vertrauen in Ihren Krper zurck und verlieren damit einhergehend die Angst, herzkrank zu sein.

Stechen linke Brusthlfte / Schwindel
14.02.2001

Ich bin mnnlich, 31 Jahre alt und seit einem halben Jahr plagen mich folgende Symptome: . Schmerzen (Stechen/Druck) in der linken Brusthlfte (auch in Ruhe) . Schwindel/Benommenheit, Unsicherheit beim Gehen . "Seltsame" Wahrnehmung, Schwierigkeiten richtig zu Fokussieren . Rckenschmerzen / Verspannungen . Mde / keine Leistungsfhigkeit mehr Begonnen hat das vor ca. einem Jahr. Ich ging damals auf dem Weg zur Arbeit bei einem mir unbekannten Arzt vorbei das Stechen in der linken Brusthlfte abklren zu lassen. Nach einem EKG diagnostizierte der Arzt "instabile Angina Pectoris" und lie mich sofort mit dem Notarzt in ein Krankenhaus bringen. Nach EKG, Blutuntersuchung, Rntgen und Herzecho schickte man mich als "kerngesund" wieder nach Hause. Nachdem sich die Symptome nicht verbesserten, lie ich daraufhin die Angelegenheit genauer untersuchen: . Internist/Kardiologe (EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall/Herzecho, Myokard-Szintigraphie, Schilddrse) . HNO (Audiogramm, Ohrendruck, Schwindeltest mit Brille) . Neurologe (Untersuchung, EEG, Ultraschall der Halsschlagader) Resultate: Alles ohne gravierenden Befund, aber: Hyperkinetische Syndrom (Puls geht schnell in die Hhe). Blutdruck leicht erhht. Betablocker (Beloc ZOC mite): seit 2 Monaten sporadisch, jetzt 2 Mal tglich. Risikofaktoren: Nichtraucher, Vegetarier, die letzten 8 Jahre ohne Sport, stressiger Job Mein Hausarzt meint, die Schmerzen kommen von meinem Rcken, bzw. sind nervlicher Ursache. Massagen und Akupunktur brachten wenig Erfolg. Ich bin in letzter Zeit recht nervs und ngstlich, da der Schwindel und der Druck/Stechen immer noch nicht weg sind und eher zunehmen. Dazwischen Kreislaufprobleme (hinsetzen um nicht umzufallen). Ich fahre seit einem Monat drei Mal pro Woche 0,5-1 Stunde Fahrrad auf meinem Heimtrainer. Dabei eigentlich kein Stechen in der Brust. Frage: Ich bin mittlerweile hinsichtlich meiner Gesundheit recht verunsichert. Kann man nach all den Untersuchungen ein Herz-Risiko definitiv ausschlieen?
 

Der Cardiologe: 

Ihre Beschwerden sind leider zu allgemein, um eine Stellungnahme abzugeben. Sie brauchen einen guten Hausarzt, dem Sie vertrauen und der die vielfltigen Untersuchungsergebnisse bewertet und "unter einen Hut" bringt. Nur so werden Sie wieder Vertrauen in Ihre Leistungsfhigkeit und Belastbarkeit erlangen.

Schmerzen in der linken Schulter
14.02.2001

Ich bin 25 Jahre alt und weiblich. Seit ca.3 Wochen habe ich leichte Schmerzen in der linken Schulter. Manchmal strahlen sie bis in den Arm zum Ellenbogen runter. Morgens wenn ich aufstehe sind die Schmerzen am schlimmsten. Ich war schon beim Internist der hat gesagt es wre eine Entzndung unterm Schulterblatt. Jetzt habe ich die Frage ob es vielleicht auch vom Herzen kommen kann. Allerdings hatte ich noch keine Herzschmerzen und auch keine Schmerzen in der Brust. Auerdem bin ich auch Nichtraucherin.

Der Cardiologe: 

Es klingt nicht so als wenn Ihre Beschwerden vom Herzen kmen, da kann Ihrem Hausarzt nur zugestimmt werden - eine Ferndiagnose ist allerdings nicht mglich. Vielleicht sollten Sie zur Sicherheit - auch zum eigenen Sicherheitsgefhl eine Belastungs-EKG Untersuchung durchfhren lassen ? 

Schmerzen in der Schulter
14.02.2001

Ich bin 25 Jahre und weiblich. Seit mehreren Wochen habe ich Schmerzen in der linken Schulter. Manchmal ziehen diese Schmerzen bis zum Ellenbogen runter. Ich war schon beim Internisten und habe auch gefragt, ob diese Schmerzen vielleicht vom Herzen kommen knnte. Der Arzt hat mein Herz abgehrt und gesagt, da es ganz sicher nichts mit dem Herzen zu tun habe. Jetzt habe ich die Frage ob die Schmerzen von der Wirbelsule kommen knnen. Ich wollte mich schon von einem Kardiologen untersuchen lassen, aber der hat mir gesagt, er knne mich nur mit berweisung vom Hausarzt behandeln. Mein Hausarzt hat aber gesagt, es wre nicht ntig, weil mit meinem Herz alles in Ordnung sei. Allerdings wurde bei mir noch kein EKG gemacht. Kann der Arzt denn nur mit abhren des Herzens feststellen, ob alles in Ordnung ist? ber eine schnelle Antwort wrde ich mich sehr freuen.

Der Cardiologe: 

Grundstzlich empfiehlt sich bei Zweifeln zur eigenen Sicherheit - auch vor sportlicher Bettigung und Gymnastik - eine einmalige kardiologische Abklrung. Sie sollten aber auch die Meinung Ihres Hausarztes respektieren, der Sie mglicherweise seit langem kennt. Sprechen Sie mit ihm ber Ihre Zweifel. Eine einmalige Untersuchung mit EKG, Belastungs-EKG und Herzecho gibt oft eine groe Sicherheit.

Risiko einer Laser PMR 
14.02.2001

Mein Mann ist schwer herzkrank Diagnose: 

  • Koronare Herzkrankheit 
  • Zustand nach VWI 1979 und 01/95 
  • Zustand nach Bypass-OP 2/95 (2 singulre Venen auf den RIA) 
  • Zustand nach Bypass-OP 8/95 (ACVB-distaler RIA,ACVB-RMS,ACVB-distale RCA) 
  • Verschluss des RMS-Bypass
  • Verschluss von zwei RIA-Bypasses 
  • Proximaler RAI-Verschlu 
  • 80%ige Ramus septalis-Stenose 
  • RIA-Verschlsse im distalen Gefdrittel 
  • Zustand nach RCX-PTCA/stentimplantation 8/97 
  • und Dilatation 10/97 mit gutem Langzeitergebnis 
  • Zustand nach Dilatation/stentimplantation einer distalen RCA-Bypass-Stenose 5/00 
  • Zustand nach Dilatation/stentimplantation des RPLD 5/00 

Meine Frage: Er hat die letzte Zeit fter einen Puls zwischen 48 + 55, auch wird ihm die letzte Zeit oft schlecht.Kann das am Puls liegen?? 

Meine 2. Frage mein Mann ist vorgesehen fr eine Laser PMR im Herzzentrum Bodensee. Leider muss das noch mit der Kasse geklrt werden wegen der Kostenbernahme. Wenn nicht knnen Sie mir ein Klinik in Deutschland empfehlen, die so etwas machen. Mein Mann ist bei der AOK.

Wie gefhrlich ist der Eingriff. 

Der Cardiologe: 
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Dr. Roland Klaer, Kardiologe aus Kln und Vorstand des BNK Nordrhein, beantwortet

Das ist eine sehr komplexe Situation, die ich fr diesen Einzelfall so nicht beantworten kann. Insbesondere wre es zu einer kompetenten Beantwortung wichtig, den Patienten und seine Alltagssituation zu kenne, den letzten Koronarangiographiefilm zu sehen und vieles andere mehr. Hier sind die Grenzen einer Online-Antwort erreicht. So viel als allgemeine Bemerkung: 

1. Der langsame Puls rhrt wahrscheinlich von einem Medikament her, welches Ihr Mann einnimmt (-Blocker). Ein solch langsamer Puls ist im Prinzip gewnscht, da mit der Wirkung des -Blockers eine Schonung des Herzens erreicht wird. 

2. Es gibt eine ganze Reihe von Kliniken in Deutschland, die den genannten Eingriff durchfhren. Die Aussichten auf eine dauerhafte und bedeutsame Verbesserung der Durchblutung des Herzens sind leider nicht optimal. 

3. Das Risiko eines solchen Eingriffs ist in der Regel nicht extrem hoch. Eine ernsthafte Risikoeinschtzung ist nur unter genauer Kenntnis der Einzelbefunde mglich. 

Fragen Sie zu den Einzelheiten den Kardiologen Ihres Vertrauens.

CKNAC 12.11.2000

1. Frage: Mein Vater geb. 8.7.1930, Marathonlufer, noch berufsttig, guter krperlicher Zustand, hat in seinem letzten Blutbefund (Datum von gestern) den Begriff CKNAC aufgelistet bekommen mit dem Wert von 137,00. Der Normalwert liegt zwischen 0 und 80. Ich hrte nun, dass das etwas mit Enzymen zu tun hat mit dem Risiko auf Myocardinfarkt. Knnten sie mir bitte genau erklren  was CKNAC bedeutet, wie der Wert zum beurteilen ist, bzw. wie man einen Wert von 137 wieder auf den Normalwert bringen kann.

2. Frage: Kann der erhhte Creatinkinasewert auch daher kommen, da mein Vater vor 20 Jahren einmal eine Herzmuskelentzndung hatte?? Auerdem klagt er in letzter Zeit beim Laufen immer ber Schmerzen in der Brust, wobei die aber nicht vom Herzen kommen, sondern eher von der Muskulatur. Beim Auftragen von Mobilat sind diese Schmerzen dann wieder vorbei!

Der Cardiologe:

1. Antwort: Der CK-NAC Wert ist die Gesamtaktivitt der Creatin-Kinase. Dies wiederum ist ein Enzym, das im Muskel fr den Energiestoffwechsel wesentlich verantwortlich ist und in geringen Mengen in der Blutbahn nachweisbar ist und ber die Nieren ausgeschieden wird. Ein erhhter Wert weist auf einen Muskelschaden oder, etwa bei einem Marathonlufer, auf eine lediglich erhhte Beanspruchung der Muskulatur hin. Hierbei kann aufgrund dieses Wertes nicht zwischen einer Beanspruchung oder Schdigung ("Stoen") der Skelettmuskulatur (der Arme oder Beine) und des Herzmuskels unterschieden werden. Erforderlich ist hierzu die Bestimmung der CK-MB als Herzmuskelenzym, hierdurch kann etwa ein Herzinfarkt mit Sicherheit diagnostiziert werden.

2. Antwort: Eine Herzmuskelentzndung kann lediglich im akuten Stadium eine Erhhung der Herzenzyme verursachen, nicht aber nach 20 Jahren. Bei Schmerzen in der Brust beim Laufen sollte aber eine koronare Herzkrankheit auf jeden Fall durch eine grndliche kardiologische Untersuchung ausgeschlossen werden.

Informationen ber die Koronare Herzkrankheit

Als Sportstudent mit dem Schwerpunkt Rehabilitation/Prvention an der Universitt Mainz befasse ich mich gerade im Rahmen eines Seminars mit der KHK. Leider finde ich nur sehr wenige Informationen ber die oben genannten Risikofaktoren.

Besonders interessant wren z.B. aktuelle Erkenntnisse aus den letzten 5 Jahren, denn die meiste Literatur ist ist bereits lter als 10 Jahre und ich habe das Gefhl, dass sich nicht allzu hufig mit den Risikofaktoren auseinander gesetzt wird.

Der Cardiologe:

Alter ist ein Risikofaktor fr ein erhhtes Risiko fr sehr viele Krankheiten, deshalb wurde erhhtes Alter ja auch schon oft als eine schleichende Erkrankung bezeichnet.
Das Geschlecht ist fr die KHK insofern wichtig, als die Gefkrankheiten die Frauen erst in hherem Alter erreichen, erst nach der Menopause und auch dann erst mit deutlicher Verzgerung. In unserem Cardiologen-Web haben wir einen speziellen Punkt eingerichtet: Kardiologie der Frau. Die klassischen Herzstudien sind ganz berwiegend mit mnnlichen Patienten durchgefhrt worden. Erst in den letzten Jahren werden gezielt auch Patientinnen untersucht. Vererbung als Risikofaktor ist wichtig, kann aber hufig aufgeschlsselt werden:
vererbt werden insbesondere erhhter Blutdruck, erhhte Blutfette, teils auch Diabetes.Teils besteht auch ein erhhtes Risiko, ohne dass diese klassischen Risikofaktoren betroffen sind.
Fr einzelne Studien knnen Sie in der pub med des NIH suchen...

Lateraler Myokardschaden

Was versteht man unter lateralem Myocardschaden?

Der Cardiologe:

Ein ein lateraler Myokardschaden ist ein Herzmuskelschaden im Seitenwandbereich. Typischerweise wird dieser Bereich von der A. circumflexa (umbiegende Arterie) versorgt. Ein Schaden kann aber auch Folge einer Herzmuskelentzndung sein.

Akute Phase beim Infarkt

Ihre Webpage hat mir schon sehr viel weiter geholfen, da viel ber die Therapiemglichkeiten beschrieben ist. Dennoch habe ich eine paar kurze Verstndnisfragen: Die gngigsten Therapiemethoden sind sicher Lyse-Therapie, Dilatation und Bypass-OP. Jetzt habe ich (...) gelesen, dass Dilatation und Bypass meist erst angewendet werden, wenn sich der Zustand des Patienten gebessert hat, um das Risiko zu vermeiden. Habe ich das richtig verstanden? Erst wird die Lyse-Therapie angewendet und dann, entweder gleich bzw wenn nach ca. sechs Stunden noch kein Erfolg zeigt wird die Dilatation bzw Bypass OP angewendet je nach Schweregrad. Oder die Lyse ist erfolgreich, und wenn der Zustand des Patienten stabilisiert ist, wird die Verengung beseitigt mit der Methode, die sinnvoller erscheint. Demnach wrde in der Akutphase selber gar nicht immer operiert?!

Der Cardiologe:

Die neueren Studien weisen durchweg einen gnstigen Langzeiteffekt bei der Akutdilatation (so schnell wie mglich im Rahmen des Infarktgeschehens) nach. Die Lysetherapie, besonders unter Verwendung neuerer Substanzen steht dem Erfolg einer Akut-Dilatation jedoch nur wenig nach. Eine Akut-Dilatation erfordert die Bereitstellung von Katheterlabor und Team Tag und Nacht, ist somit ein erheblicher personeller und finanzieller Aufwand in der Vorhaltung. Einen solchen Aufwand knnen sich  - auerhalb von Studienprotokollen - in der Praxis nur wenige Zentren leisten.

Wenn whrend eines akuten Infarktes eine Lysetherapie erfolgreich war - hierfr gibt es verschiedene Kriterien im EKG, den Laborwerten und der klinischen Symptomatik - , wird man in aller Regel nach Abklingen der Akutphase und Stabilisierung des klinischen Zustandes (Blutdruck, Herzrhythmus, Gesamtzustand des Patienten) einen Herzkatheter zur Abklrung der Koronarsituation durchfhren. Im Rahmen eines solchen Katheters besteht oft die Mglichkeit, hochgradige Engstellen prima vista zu dilatieren. Bei mehreren (oder vielen) Engstellen wird man eher die Bypass-Operation whlen, in der Regel auch bei Diabetes-Patienten (entsprechend der derzeitigen Studienlage). Aber auch hier gilt: Vieles ist im Fluss, vieles wird an verschiedenen Herzkliniken unterschiedlich gehandhabt. Eine Operation in der Akutphase eines Infarktes wird in der Regel nur als Ultima ratio durchgefhrt, da hierbei ein sehr hohes perioperatives Risiko besteht. Das Herz muss sich von einem Infarktgeschehen zunchst erholen und stabilisieren.

Infarkt (2)

Mein Arzt sagte zu meinem EKG, dass alles in Ordnung ist, zufllig konnte ich aber darauf lesen, dass ich einen anterioren Myokardschaden habe. Ich hoffe Sie knnen mir sagen was das ist.

Der Cardiologe:

Ein anteriorer Myokardinfarkt ist ein Vorderwandinfarkt. Wenn diese Diagnose auf einer automatischen Auswertung steht, stimmt sie in der Regel nicht. Sie sollten darber mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen sprechen. Es geht hier nichts ber eine Auswertung durch jemanden mit viel Erfahrung mit dem EKG. Sie sollten sich zunchst nicht beunruhigen.

Infarkt (3)

Mein Vater geb. 8.7.1930, Marathonlufer, noch berufsttig, guter krperlicher Zustand, hat in seinem letzten Blutbefund (Datum von gestern) den Begriff CKNAC aufgelistet bekommen mit dem Wert von 137,00. Der Normalwert liegt zwischen 0 und 80. Ich hrte nun, dass das etwas mit Enzymen zu tun hat mit dem Risiko auf Myocardinfarkt. Knnten sie mir bitte genau erklren was CKNAC bedeutet, wie der Wert zum beurteilen ist, bzw. wie man einen Wert von 137 wieder auf den Normalwert bringen kann.

Der Cardiologe:

Der CK-NAC Wert ist die Gesamtaktivitt der Creatin-Kinase. Dies wiederum ist ein Enzym, das im Muskel fr den Energiestoffwechsel wesentlich verantwortlich ist und in geringen Mengen in der Blutbahn nachweisbar ist und ber die Nieren ausgeschieden wird. Ein erhhter Wert weist auf einen Muskelschaden oder, etwa bei einem Marathonlufer, auf eine lediglich erhhte Beanspruchung der Muskulatur hin. Hierbei kann aufgrund dieses Wertes nicht zwischen einer Beanspruchung oder Schdigung ("Stoen") der Skelettmuskulatur (der Arme oder Beine) und des Herzmuskels unterschieden werden. Erforderlich ist hierzu die Bestimmung der CK-MB als Herzmuskelenzym, hierdurch kann etwa ein Herzinfarkt mit Sicherheit diagnostiziert werden.

Eine Herzmuskelentzndung kann lediglich im akuten Stadium eine Erhhung der Herzenzyme verursachen, nicht aber nach 20 Jahren. Bei Schmerzen in der Brust beim Laufen sollte aber eine koronare Herzkrankheit auf jeden Fall durch eine grndliche kardiologische Untersuchung ausgeschlossen werden.

Durchblutungsfrderung mit Prostaglandin

Mein Vater hat eine Herz-Krankheit. Er wird mit einem Medikament names Ilometin behandelt. Knnten Sie mir etwas ber dieses Medikament berichten ??? (Wirkweise, Wirkstoff, etc ???) Bei dieser Schreibweise des Medikaments bin ich mir jedoch nicht sicher, ob es richtig geschrieben wurde....

Der Cardiologe:

Das Prparat Ilomedin enthlt eine Prostaglandin- Lsung, die zur Durchblutungsfrderung direkt in das von Durchblutungsstrungen betroffene Gef infundiert werden kann. Die Anwendung erfolgt bei schweren Gefverengungen in bestimmten Fllen nach Abwgung von Nutzen, Risiko und der Mglichkeit anderer, etwa operativer oder Katheter-Techniken. Sie und Ihr Vater sollten hierber ausfhrlich mit dem behandelnden Arzt sprechen. Insbesondere sind die Risikofaktoren zu behandeln, das Rauchen ist einzustellen.

Automatische EKG-Auswertung

Meiner Mutter ist jetzt nach einem EKG mitgeteilt worden, sie htte vor einiger Zeit einen Hinterwandinfarkt gehabt, diese Diagnose stand als elektronische Auswertung am Ende des EKGs. Ca Ende 97 ist sie tatschlich mit einem starken Beklemmungsgefhl im Brustraum in die Notaufnahme eingeliefert worden. Dort ist ihr nach 2 EKGs mitgeteilt worden das alles in Ordnung wre.

Sie fhlte sich danach noch fr einige Tage sehr schwach, hatte seitdem aber keinerlei Beschwerden mehr. Dieser Vorfall ist die einzige Mglichkeit bei der sich ein Infarkt ereignet haben knnte.

Nun zu meiner Frage: Ist eine elektronische Auswertung eines EKGs zuverlssig und kann es sein, dass ein Herzinfarkt im Akutstadium per EKG nicht erkannt werden kann?

Der Cardiologe:

Elektronische Auswerteprogramme von EKGs und auch von EKGs unter Belastung (Ergometrien) haben sich nicht bewhrt, die Diagnosen sind sehr hufig nicht zutreffend. Eine Hilfe sind diese Programme lediglich in der Bestimmung der Zeitintervalle, also bei der Frage, ob die Leitungszeiten und Leitungsgeschwindigkeiten im Herzen verndert sind.

Sie sollten einen Kardiologen Ihrer Wahl konsultieren, man sollte zur definitiven Diagnose aber auch eine Herzecho-Untersuchung durchfhren. Dort sieht man einen alten Infarkt oft wesentlich besser als im EKG, nur dort lsst sich auch der Umfang einer evtl. stattgehabten Herzschdigung abschtzen.

Infarkt in der automatische EKG-Auswertung

Bei der Auswertung meines, whrend eines Reha-Aufenthaltes (orthopdisch) geschriebenen EKGs taucht der Begriff "Hochposteriorinfarkt"auf. Was ist das? Die PQ-Zeit betrug 0,155s, die QRS-Dauer 0,090 s. QT:0,410. Bisher hat man mich ber die Bedeutung dieser Angaben im Unklaren gelassen und ich bin leicht beunruhigt. Weiterhin wurden hohe t-Wellen in BW vegetaris festgestellt. Ich bin 42 Jahre alt.

Der Cardiologe:

Automatische Computerauswertungen von EKGs sind in der Regel nicht das Papier wert auf dem sie stehen, so dass viele namhafte Anbieter von EKG-Gerten diese nicht mehr anbieten. Die Zeitintervalle in Ihrem EKG sind vllig normal. Der Begriff "Hochposteriorinfarkt" ist nicht gebruchlich und weist auf eine solche Computerauswertung hin. Hohe T-Wellen sind bei jungen Menschen hufig und werden in der Regel auf eine vegetativ betonte Reaktionslage bezogen. Falls Sie Zweifel ber den Zustand Ihres Herzens haben, sollten Sie diese durch die Konsultation eines niedergelassenen Kardiologen ausrumen.

Herzkatheter oder Elektronenstrahl-Tomographie bei Kontrastmittelallergie

Weil meine Herzkranzgefe vermutlich verengt sind, soll ich zur Herz Katheter-Untersuchung. Bei einer  anderen Gefuntersuchung ( Angiographie) habe ich das Kontrastmittel nicht vertragen. Kann man mit der Elektronenstrahl-Tomographie die Ablagerungengenau so gut feststellen?

Wo wird das gemacht? Ich wohne in Sdthringen in Schmalkalden. Ich wrde mich freuen, wenn ich von Ihnen einen Rat bekommen knnte.

Der Cardiologe:

Bei bekannter Kontrastmittel-Allergie kann in aller Regel sehr effektiv mit verschiedenen Substanzen in Kombination vorgebeugt werden. Unter ausreichender Anwendung bei sorgfltiger Planung des Vorgehens treten nur extrem selten noch bedeutsame Komplikationen auf. Ich persnlich habe in einem solchen Fall auer leichten Hauterscheinungen nie Probleme gesehen. Viel ungnstiger ist eine nicht bekannte Allergie. Leider ist die Herzkatheter-Untersuchung (Angiographie) auch heute noch nicht durch nicht-invasive Methoden voll ersetzbar, insbesondere werden die nicht-verkalkten Gefvernderungen und Verengungen nur sehr unzureichend erfat. Ich denke also, dass Sie sich zu der vorgeschlagenen Katheteruntersuchung entschlieen sollten, die dann mglichst stationr stattfinden sollte.

Koronare Herzkrankheit und bergewicht

1990 erlitt ich einen Hinterwandinfarkt mit einer 50% igen Stenose (Coronar crux) Ich hatte bis dahin nur rd. .- 6 Kg bergewicht, keine anderen Risikofaktoren(Rauchen, wenig Sport , schlechte Ernhrung etc), Aber seit 1988 mute ich bei einer pltzlich auftretenden Neurodermitis in schwerster Form Cortison zu mir nehmen, 20 mg als Tagesdosis, Bei Schubbeginn manchmal 200mg, jeden Tag um die Hlffe reduzierend..Ferner wurde in der Uni-Klinik Bluthochdruch nach dem Infarkt diagnostiziert.
Ich habe jetzt das Problem, da ich bei 180 cm mittlerweile 108 kg (45 Jahre )wiege und immer Hunger habe - also schdlich fr die coronare
Herzkrankheit. Meine Medikation ist seit 1990 auf folgende Medikamte angestiegen: 
  • tglich 100 mg Tenormin, 4 mg Corvaton, 200 mg Ass, 50 mg Hismanal, 40 mg Accopro, 

Mein Bluthochdruck ist nicht konsequent niedrig zu halten.
Ich schwank zwischen Pulsfrequenz 40 -60 pro Minute, Blutdruck zwischen 220 mmg - 120 mmg und 140 mmg -70 mmg. Also keine vernnftige saubere Einstellung. Hinzu kommt, da ich immer dicker werde, aber am gesamten Corpus, Da ich meine rzte sowohl in der Uni Klinik als auch meine Hausrzte bisher nie gewechselt habe, ich aber mit dem Gewicht langsam arge Probleme bekomme, beruflich ziemlich super eingespannt bin, mir immer nur gesagt wird wenig essen und viel Bewegung (Wie, wenn man 11-13 Stunden im Beruf ist und abends totmde heim kommt)

Haben Sie eine Erklrung fr mein mittlerweile bestehende Bombengewicht. Meine Essgewohnheiten habe ich seit rd. 20 Jahren nicht wesentlich
gender t(Esse morgens und abends, nachdem ich eine Stunde Ruhe hatte, vorher bekomme ich nicht runter) Auch habe ich seit rd. 10 Jahren immer Hunger auf Sigkeiten Fr einen Tipp wre ich dankbar.

Der Cardiologe:

Dass Sie Ihre Essgewohnheiten umstellen mssen, daran besteht kein Zweifel.
Die Kombination von Sigkeiten-Hunger und Cortison mit bergewicht wird Ihnen ansonsten bald einen Diabetes mit drastischer Verschlechterung Ihrer Prognose bescheren (ich darf dieses mal so brutal sagen). Also - lieber Magermilch-Joghurt als Sigkeiten...
Mir ist bewusst, dass es extrem schwierig ist, unter den von Ihnen genannten Dosen von Cortison abzunehmen, sprechen Sie also mit den Dermatologen, ob es Alternativen zur systemischen Gabe gibt (Salben statt Tabletten?).

Bei der Durchsicht Ihrer Medikamente fehlt ein wassertreibendes Mittel (Diuretikum), auerdem ein zentral alphastimlierendes Medikament. Manchmal sind Angiotensin-II Antagonisten wirksamer als ACE-Hemmer, auch hier bestehen noch Mglichkeiten. Ein Bluthochdruck ist heute fast immer ausreichend einstellbar!

Sport ist natrlich wichtig, Schwimmen wre ideal, vielleicht liegt auch auf dem Wege von der Arbeit ein Bad ? ...

P.S.: Was haben Sie von Ihrem Verdienst der 11-13 Stunden Tage wenn Sie Ihren 3. Infarkt hinter sich haben ?

Lyse-Therapie, Dilatation und Bypass-OP

Ihre Webpage hat mir schon sehr viel weiter geholfen, da viel ueber die Therapiemoeglichkeiten beschrieben ist. Dennoch habe ich eine paar kurze Verstndnisfragen:

Die gaengigsten Therpiemethoden sind sicher Lyse-Therapie, Dilatation und Bypass-OP. Jetzt habe ich gelesen, dass Dilatation und Bypass meist erst angewendet werden, wenn sich der Zustand des Patienten gebessert hat, um das Risiko zu vermeiden. Habe ich das richtig verstanden? Erst wird die Lyse-Therapie angewendet und dann, entweder gleich bzw wenn nach ca. sechs Stunden noch kein Erfolg zeigt wird die Dilatation bzw Bypass OP angewendet je nach Schweregrad. Oder die Lyse ist erfolgreich, und wenn der Zustand des Patienten stabilisiert ist, wird die Verengung beseitigt mit der Methode, die sinnvoller erscheint. Demnach wuerde in der Akutphase selber gar nicht immer operiert?!

Der Cardiologe:

Die neueren Studien weisen durchweg einen gnstigen Langzeiteffekt bei der Akutdilatation (so schnell wie mglich im Rahmen des Infarktgeschehens) nach. Die Lysetherapie, besonders unter Verwendung neuerer Substanzen steht dem Erfolg einer Akut-Dilatation jedoch nur wenig nach. Eine Akut-Dilatation erfordert die Bereitstellung von Kathterlabor und Team Tag und Nacht, ist somit ein erheblicher personeller und finanzieller Aufwand in der Vorhaltung. Einen solchen Aufwand knnen sich - auerhalb von Studienprotokollen - in der Praxis nur wenige Zentren leisten. Wenn whrend eines akuten Infarktes eine Lysetherapie erfolgreich war - hierfr gibt es verschiedene Kriterien im EKG, den Laborwerten und der klinischen Symptomatik - , wird man in aller Regel nach Abklingen der Akutphase und Stabilisierung des klinischen Zustandes (Blutdruck, Herzrhythmus, Gesamtzustand des Patienten) einen Herzkatheter zur Abklrung der Koronarsituation durchfhren. Im Rahmen eines solchen Katheters besteht oft die Mglichkeit, hochgradige Engstellen prima vista zu dilatieren. Bei mehreren (oder vielen) Engstellen wird man eher die Bypass-Operation whlen, in der Regel auch bei Diabetes-Patienten (entsprechend der derzeitigen Studienlage). Aber auch hier gilt: Vieles ist im Fluss, vieles wird an verschiedenen Herzkliniken unterschiedlich gehandhabt. Eine Operation in der Akutphase eines Infarktes wird in der Regel nur als Ultima ratio durchgefhrt, da hierbei ein sehr hohes perioperatives Risiko besteht. Das Herz muss sich von einem Infarktgeschehen zunchst erholen und stabilisieren.

Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.01.2014