Kardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Hüting, Bad Oeynhausentest
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Patienten fragen - der Kardiologe antwortet Nr. 9 Verschiedenes
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Bitte beachten Sie: 
Diese Ratschläge gelten keinesfalls als endgültige Medikation. Sie sollen für Sie außer allgemeiner Information nur einen Anhaltspunkt bieten, wann Sie sich spätestens an Ihren Hausarzt bzw. Kardiologen wenden sollten!

Schüttelfrost u. ungeklärte Schmerzen in der Brust
12.02.07

 

Es geht um meinen Vater: er ist 53 Jahre alt, 70 kg, Nichtraucher, Sportler und ernährt sich sehr gesund.

Letzte Woche klagte er über Unwohlsein, konnte dies jedoch nicht näher beschreiben. Am Freitag nacht wurde er notfallmäßig ins Krankenhaus eingewiesen mit starken Herzschmerzen und starkem Schüttelfrost. So einen "Anfall" hatte er später im KH noch einmal. Laut Ärzte sind alle Laborwerte optimal, EKG, Belastungs-EKG, Lunge usw., alles unaufällig.

Jetzt liegt er im KH hat immer noch Schmerzen in der Brust und einen Druck. Die Ärzte meinen es kann nicht vom Herz kommen, da wäre alles in Ordnung. Sie meinen, es komme von der Wirbelsäule, aber woher dann der Schüttelfrost, er war weder erkältet noch waren im Blut irgendwelche Entzündungswerte erhöht.

Ich mache mir wirklich Sorgen, da es ihm nicht sehr gut geht und er sich auch nicht sonderlich ernstgenommen fühlt. Mein Vater ist jedoch kein Mensch, der sich in Krankheiten reinsteigert oder Sachen übertreibt, eher das Gegenteil. Kann es wirklich alles nur von der Wirbelsäule kommen?

Der Cardiologe:

Natürlich muss bei Schüttelfrost an eine entzündliche, insbesondere infektiöse Ursache gedacht werden. Hier sind Entzündungsparameter im Blut in der Regel nachweisbar. Sie sollten mit dem behandelnden Arzt hierüber sprechen, ggf. auch ein Herzecho ansprechen.

Sind erhöhte Cholesterinwerte wirklich gefährlich?
11.12.06

Leider konnte mir bisher kein Arzt widerlegen, ob erhöhte Cholesterinwerte gefährlich sind oder nicht.

Eine Amerikanische Studie sagt, dass jeder Körper so viel Cholesterin produziert, wie er halt braucht. Man kann somit nicht von einer Gefährdung bei erhöhten Cholesterinwerten ausgehen. Im Gegenteil, eine Senkung erhöhter Werte kann ebenso einen Herzinfarkt auslösen.

Cholesterin ist also nach wie vor ein sehr umstrittenes Thema. Das Cholesterin tut nur der Pharmaindustrie gut und keinem anderen.

Der Cardiologe:

Die Bedeutung des Cholesterins, insbesondere des LDL-Cholesterins, für die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere von Todesfällen, ist gut belegt. Erste Maßnahme ist jedoch nicht die Tabletteneinnahme, sondern die Gewichtskontrolle, Reduktion der Aufnahme tierischer Fette sowie Sport, dies wird Ihnen sicherlich gut tun falls die Werte erhöht sind, insbesondere da keine Nebenwirkungen bekannt sind.

Können Herzprobleme durch Sodbrennen verursacht werden?
06.11.06

Ich bin 45 Jahre alt, weiblich und nehme die Pille. Seit Dezember letzten Jahres leide ich immer wieder an Bluthochdruck und schnellem Puls. Die Blutwerte sind bis auf die Entzündungswerte einwandfrei, Herzultraschall, Langzeitmessungen haben nichts ergeben.

Im März wurde ein Reflux festgestellt und ein Helicobacter, der behandelt wurde. Leider habe ich trotz Medikamente immer mal wieder Sodbrennen. Hinzukommen Gelenkblockierungen im Hals- und Rückenwirbelbereich, sowie eine Verspannung des Schulter-/Brustbereiches:

Können die Herzprobleme vom Sodbrennen oder den Rückenproblemen kommen?

Der Cardiologe:

Nicht selten tritt erhöhter Blutdruck im Rahmen der Prämenopause auf, diese sollte ursächlich in Betracht gezogen werden. Gelegentlich kann auch die Pille mit ursächlich sein, diese sollte ggf. abgesetzt werden. Zur Klärung der aktuellen Blutdrucklage ist die Langzeit-Blutdruckmessung Goldstandard, dies etwa bei einem niedergelassenen Kardiologen.

Vorhofflimmern in der 33. Schwangerschaftswoche - was kann man tun ohne dem Kind zu schaden?
11.10.06

 

 

 

 

Ich bin 35 Jahre alt und in der 33. Woche schwanger. Vor 4 Wochen wurde bei mir durch einen oralen Zuckerbelastungstest ein (leichter) Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, der durch eine Diät seither sehr gut eingestellt ist.

Vor zwei Tagen musste ich mich abends übergeben und hatte danach Atemnot und einen unregelmäßigen Herzschlag, den ich deutlich spürte. Da der unregelmäßige Herzschlag auch am nächsten Tag noch anhielt, stellte mich in der Notaufnahme vor, wo ein Vorhofflimmern mit tachykarder Überleitung diagnostiziert wurde (im Befund steht: EKG keine ST-Hebung, keine ST-Senkung, Freqenz 102, Lunge VAG, Herz: Herztöne rein, Abdomen weich, keine DS, Peripherie/Gefäße warm, keine Ödeme).

Ich wurde nach Hause geschickt mit der Anweisung, niedrig dosierten Betablocker zu nehmen. Zur Thromboseprophylaxe injiziert mir eine Freundin seither morgens und abends ein Medikament. Die Beschwerden haben seitdem nachgelassen, mein Puls liegt bei ca. 80 Schläge pro Minute (eigene Messung), ist aber weiterhin unregelmäßig.

Ich habe keinerlei Herzerkrankungen in meiner Vorgeschichte, abgesehen von einigen sekunden- bis minutenlangen Anfällen seit meiner Jugend, in denen ich wenig Luft bekomme und mein Herz deutlich schlagen höre.

Diese "Anfälle" traten in manchen Jahren überhaupt nicht auf, dann wieder nach monatelanger oder jahrelanger Pause in einer Woche zweimal. Im Frühjahr und Sommer letzen Jahres habe ich dies von zwei unabhängigen Kardiologen abklären lassen, welche nach (Belastungs-)EKG und Echokardiographie erklärten, mein Herz sei vollkommen normal und die Beschwerden harmlos. Die Laborwerte, die untersucht wurden, waren fast alle okay.  Lediglich die AST war mit 40 U/l leicht und das freie Hämoglobin stark erhöht (175 mg/dl bei einem angegebenen Normwert von < 5). Ich habe diese Werte aus dem Befund übernommen.

Meine Frage an Sie ist, wie schwerwiegend Vorhofflimmern ist. Ich habe davon gelesen, dass oft eine Kardioversion mittels Medikamenten oder mittels eines kurzen Stromschlags probiert wird und dies möglichst rasch nach Auftreten des Vorhofflimmerns geschehen sollte:

  • Wie ist es damit in der Schwangerschaft? Oder sollte damit bis nach der Entbindung gewartet werden? Und ist eine Entbindung auf natürlichem Wege noch möglich?
  • Welche Schäden für mein Herz sind zu erwarten, wenn das Vorhofflimmern weiterhin anhält?
  • Ich möchte vor allem wissen, ob die Medikamente, die ich derzeit wegen des Vorhofflimmerns nehme, noch erhöht werden könnten?
  • Würden sich dadurch meine Chancen erhöhen, dass mein Herz dann in den Sinusrhythmus zurückkehrt? Oder ist eine spontane Normalisiertung des Rhythmus nach 2 Tagen ausgeschlossen?

Ich werde meinen Gynäkologen aufsuchen. Ich bezweifle allerdings, dass unter seinen schwangeren Patientinnen oft Vorhofflimmern vorkommt. Ich werde mich auch um einen Kardiologen bemühen, da ich natürlich weiß, dass eine Ferndiagnose nur schwer möglich ist und ich mich wohl auf jeden Fall bei einem Facharzt vorstellen sollte. Meiner Erfahrung nach dauert es aber immer eine Weile, bis man einen Arzt /Ärztin gefunden hat und einen Termin bekommt. Ich möchte vor allem vermeiden, dass ich eine Maßnahme  versäume, die möglichst schnell (womöglich im Krankenhaus) durchgeführt werden kann oder sollte und für die es, bis ich einen Termin bei einem Facharzt erhalte, zu spät ist. Ich wäre Ihnen daher für eine Antwort wirklich sehr dankbar, da ich mir im Moment um das Kind und um mich sehr große Sorgen mache und möglichst die beste Lösung finden möchte.

Der Cardiologe:

 

 

Sinnvoll ist eine sofortige kontinuierliche unmittelbare Weiterbetreuung in Ihrer Situation auch durch einen niedergelassenen Kardiologen, hierum sollten Sie sich gleich morgen bemühen, möglichst persönlich mit dem Kollegen sprechen wegen eines Termins zum LZ-EKG und zu weiteren Untersuchungen.

Eine Kardioversion ist natürlich während der Schwangerschaft höchst problematisch, da ein Stromstoß das Herz des Kindes außer Takt bringen kann, hierzu wird sicherlich niemand raten. Bei normalen Herzfrequenzen ist dies auch nicht erforderlich, eine Therapie mit Betablocker ist in der Regel Mittel erster Wahl, hierdurch wird auch der Sinusrhythmus gefördert.

Wichtig ist auch ein hoher Spiegel an Kalium (sollte bis 5 mmol/l sein) und Magnesium, dies kann die Rhythmusstabilität fördern und ist leicht möglich durch Fruchtsäfte und Tabletten.

Ist eine Reise ins Hochgebirge bei hypertrophischer Kardiomyopathie zu gefährlich?
18.09.06

Vor Jahren wurde bei mir eine Herzerkrankung diagnostiziert, die als hypertrophe Kardiomyopathie bezeichnet wird. Ein Echokardiogramm hat einen erheblichen Septumwulst und Reflux an beiden Herzklappen gezeigt. Mittlerer Bluthochdruck besteht.

Vor mehreren Jahren wurden Medikamente verordnet (ein Betablocker und ein Statin). Seitdem bekomme ich die Rezepte ohne Blutdruckkontrolle bei der Sprechstundenhilfe, deshalb kenne ich den augenblicklichen Blutdruck nicht.

Nun möchte ich eine Reise mit der Tibetbahn nach Lhasa machen. Dabei gelangt man in Höhen von mehr als 5000 m über NN:
Ist das gefährlich, oder mache ich mir zu viel Sorgen ?

Der Cardiologe:

Höhen über 5000 m sind auch ohne Herzkrankheit allein wegen der Möglichkeit eines Lungenödems potentiell gefährlich.

Die deutliche Kreislaufreaktion allein aufgrund der Höhe ist bei HCM natürlich besonders ungünstig, es sollte deshalb abgeraten werden.

Extrem niedrige Pulswerte - liegt es an den Wechseljahren?
18.09.06

Ich habe einen schwer einstellbaren Blutdruck und nehme seit vielen Jahren Betablocker. Trotzdem rutschtem die Werte auch oft unter Normal.

Mein aktuelles Problem ist, daß seit kurzer Zeit mein Pulsschlag nur noch knapp 60 bzw. auch noch niedriger ist. Ich werde oft aus dem Schlaf gerissen - ich denke weil er beim Schlafen vielleicht noch niedriger wird und dann rast es mir fast weg und ich brauche ewig um mich wieder zu beruhigen.

Meine Frage ist:
Können die Wechseljahre, die bei mir gerade beginnen, Schuld daran sein?

Der Cardiologe:

Schneller Pulsschlag nachts, teils hierbei auch hoher Blutdruck, kann Anzeichen und Ausdruck der Wechseljahre sein. Zur Beantwortung der Frage, ob auch therapierelevante Rhythmusstörungen ursächlich sind, kann ggf. ein LZ-EKG klärend sein.

Übelkeit, Schmerzen im linken Arm und in der Brust - was tun?
05.07.06

 

Bin 26 Jahre alt, weiblich. Meine Probleme belasten mich sehr und ich weiss oft nicht weiter.

Ich habe im August letzten Jahres Kreislaufprobleme bekommen. Ständiges Gefühl der nahen Ohnmacht. Ich wurde im Krankenhaus und beim Kardiologen durchgecheckt: Ohne Befund.

Seit 3 Monaten habe ich mehrmals am Tag Übelkeit, Schmerzen im linken Arm und in der Brust, Schwäche und Schwitzen. Oft auch Schwindel. Ich spüre, dass mein Herz oft sehr unregelmäßig schlägt. Blutdruck ist meist normal, sobald ich sitze 100/50, Puls 55/min., bei Anstrengung 150/95, Puls 125/min. Beim Walken treten meist keine Beschwerden auf.

Muss ich mir Sorgen machen?
Ich bin aber auch ein Panikpatient. Sollte ich nochmal zum Arzt?

Der Cardiologe:

Ihre Kreislaufreaktion erscheint normal, nach Ausschluss einer kardialen Ursache durch 2 Untersuchungen wie berichtet, würde ich zunächst den Kreislauf mit Sport stabilisieren, dies mit dem Wissen, dass ich nicht gefährdet bin. Die Psyche spielt hier oft eine entscheidende Rolle.

Schwangerschaft bei dilatativer Kardiomyopathie
05.07.06

Ich bin 33 Jahre alt und habe vor sieben Jahren nach einer TIA (Anm.d. Red.: transitorische ischämische Attacke = vollreversible Durchblutungsstörung von Gehirnarealen) die Diagnose dilatative Kardiomyopathie erhalten, ohne vorher Anzeichen einer Herzschwäche wirklich wahrgenommen zu haben.

Im Laufe der Zeit hat sich die Ejektionsfraktion von damals 15% auf 35-40% erhöht. Ich bin laut Spiroergometrie zu ca. 80% im Vergleich zu einem gesunden Menschen belastbar und werde medikamentös behandelt.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob es möglich ist, mit der Erkrankung und den Medikamenten oder möglichen Substituten schwanger zu werden, bzw. was für Erfahrungen es bereits gibt und an wen ich mich wenden könnte, der Herzpatientinnen durch die Schwangerschaft begleitet hat.

Der Cardiologe:

 

 

Auch bei Besserung des Befundes nach dilatativer Kardiomyopathie besteht weiterhin (lebenslang?) die Indikation zur medikamentösen Therapie. Insofern wird man Ihnen nicht zum Absetzen der Medikamente raten können.

Für eine Schwangerschaft in den ersten Monaten - insbesondere im ersten Trimenon - sind aber Schädigungen des Fötus nicht auszuschließen. Diese Problematik sollten Sie in Kooperation mit Kardiologen und Gynäkologen besprechen. Ein Risiko für Sie und den Fötus ist hierbei sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Die Entscheidung ist schwer, aber nur durch Sie zu treffen. Im Vordergrund steht die Frage, wie dringlich der Kinderwunsch ist und welches Risiko Sie dafür in Kauf nehmen möchten ...

Eneute Katheterablation bei Vorhofflimmern?
05.07.06

 

 

Ich bin 51 Jahre und bei mir wurde vor 18 Jahren erstmals Vorhofflimmern festgestellt. Über viele Jahre wurde es nie behandelt da es nur sporadisch auftrat. Nach dem es immer häufiger auftrat wurde vor ca. 1 Jahr eine Marcumartherapie angefangen und im September letzten Jahres wurde eine Pulmonalvenenisolation durchgeführt (leider nur kurzfristig erfolgreich).

Jetzt habe ich auch noch Vorhofflattern mit 2:1 Überleitung und einer Herzfrequenz von 150-160/min häufig über mehrere Tage anhaltend. Ich nehme nun einen Betablocker und Digitalis.

Derzeit wird ein Termin zu einer erneuten elektrischen Therapie (wie gehabt) zur dauerhaften Erhaltung des Sinusrhythmus vereinbart. Mir ist unwohl alleine von dem Gedanken, dieses Procedere noch einmal über mich ergehen zu lassen. Die PV-Isolation dauerte ca. 5 Stunden und war mehr als unangenehm. Ausserdem wie bereits geschildert erfolglos.

Eine koronare Herzerkrankung wurde durch eine Koronarangiographie ausgeschlossen. Jedoch ist bedingt durch die zum Teil über mehrere Tage anhaltende hohe Herzfrequenz von ca. 150/min eine beginnende Herzinsuffizienz diagnostiziert.

Von einer vom Katheterlabor empfohlenen Behandlung zusätzlich zu meiner derzeitigen medikamentösen Therapie rät mein Kardiologe mangels Aussicht auf Erfolg ab. Ich bin nun sehr verunsichert und weiß nicht wie ich mich zur erneuten Ablation entscheiden soll:
Wozu raten Sie mir?
Gibt es aus Ihrer Sicht eine Alternativmethode für mich?

Der Cardiologe:

 

 

Eine Ablation von Vorhofflimmern ist häufig wegen Erholungstendenz der geschädigten Bahnen - in etwa 30% - erst nach dem 2. oder auch 3. Mal erfolgreich. Eine Situation mit länger andauernden tachykarden Episoden bei Vorhofflattern, Herzfrequenz der Kammer um 150 /min, erfordert eine definitive Behandlung, ist kurzfristig oft nicht durch Medikation befriedigend behandelbar.

Ein zweiter Versuch der Ablation wäre sinnvoll, falls die Elektrophysiologen keine besonders problematische Lage der Bahn(en) sehen. Natürlich ist Voraussetzung die Behandlung in einem Herzzentrum mit ausgewiesener Kompetenz und von einem erfahrenen Kardiologen. Sie sollten also über die Untersuchungsfrequenzen und die Erfolgsraten sprechen…

Zeitlicher Abstand beim Einsetzen mehrerer Stents
10.04.06

Meiner Mutter 71 wurde letzte Woche nach einem Infarkt ein Stent eingesetzt. Ein zweiter Stent soll später folgen.

Auf die Frage der zweite Stent nicht auch gleich eingesetzt wird, antwortete der Arzt "das ist nicht möglich, da muss man mindestens 5 Wochen warten".

Nun sind 8 Tage vergangen und meine Mutter wurde in das örtl. Krankenhaus verlegt. Dort will man Ihr denn zweiten Stent anfang nächster Woche einsetzen. Dies ist gegensätzlich zu der Aussage des 1. Arztes.

Der Cardiologe:

Oft ist es sinnvoll, zunächst eine Engstelle zu versorgen und abzuwarten, bis dort ein stabiler Zustand sich abzeichnet, dann die zweite Engstelle zu versorgen. Es ist riskanter, 2 große Gefäße simultan zu dilatieren (erweitern), deshalt die zeitliche Staffelung.

Über den zeitlichen Abstand kann man sicherlich diskutieren, hier fließen mehrere Faktoren in die Beurteilung ein, es gibt da oft kein "richtig" oder "falsch".

Kostenübernahme für ambulante EPU
08.03.06

Bei meiner Tochter (21) wurde die Notwendigkeit der Durchführung einer elektrophysiologischen Untersuchung /EPU festgestellt (AV-Block II-Grades Typ Mobbitz und Herzrhytmusstörungen).

In der Praxis, in der die Untersuchung durchgeführt werden soll, sagte man mir, die Krankenkasse, bei der wir versichert sind, übernimmt die Kosten für diese Untersuchung nicht.

Kann die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen?
Ist es lebensgefährlich, wenn man die Untersuchung nicht durchführt?

Der Cardiologe:

 

Sie sollten diese Fragen mit Ihrem Kardiologen vor Ort besprechen. Manche Untersuchungen werden leider nicht ambulant erstattet, sondern sind nur im stationären Bereich als Kassenleistung vorgesehen.

Sie sollten dies aber zusammen mit dem behandelnden Kardiologen diskutieren, auch die Indikation zu der Untersuchung und die möglichen Konsequenzen des Ergebnisses.

Inkompletter Rechsschenkelblock - wie kritisch ist dieser Befund? 13.02.06

 

Ich bin 35 Jahre alt, weiblich und habe vor einigen Wochen die Diagnose inkompletter Rechsschenkelblock gestellt bekommen.

Mir wurde ein Herz - Kreislauftrainig empfohlen und, daß ich dringend mit dem Rauchen aufhören soll. Dazu muß ich sagen, daß bei mir vor kurzem auch Asthma festgestellt wurde.

Jetzt hat der Kardiologe mir gesagt, daß seine Diagnose nichts Schlimmes sei.

Ich habe ein extrem schlechtes Belastungs EKG, der Blutdruck jagt dann immer hoch und fällt danach genauso schnell wieder ab. Ebenso ist mein Ruhepuls zu hoch *liegt zwischen 60 und 80* und bei Belastung geht er über 100.

Meine Frage ist:  
Wie "gefährlich" ist der Befund und mein Zustand und kann er beim nicht Einhalten der Therapie-Vorschläge zu einer Herzschwäche führen?

Der Cardiologe:

Ein Rechtsschenkelblock kann ohne jegliche zugrunde liegende Herzerkrankung auftreten, oft auch angeboren. Er kann aber auch Zeichen einer Herz- oder Lungenerkrankung sein, etwa von Asthma. Auf jeden Fall würde ich in Ihrem Fall dringend das Rauchen aufgeben und mich einmal pro Jahr beim niedergelassenen Kardiologen testen lassen, damit Sie sich sorglos belasten können.

Pulschwankungen und Aorteninsuffizienz. Sollte man auf Sport verzichten?
13.02.06

 

 

 

 

Meine Frau war gestern bei einem Kardiologen und hat folgenden Befund erhalten:

Befund: Echokardiographie:

  • Aorta ascendens normal weit.
  • Gering vermehrte Klappenechos von Aortenklappe und Mitralklappe
  • ohne wesentliche Störung der Beweglichkeit.
  • Normale Größe der Vorhöfe und der Ventrikel.
  • Gute gleichmäßige Ventrikelfunktion
  • Normale Septumdicke und Dicke der Herzhinterwand.
  • Dopplersonographisch mäßige Aorteninsuffizienz.

Meine Frau ist 59 Jahre alt und ist eine leidenschaftliche Läuferin. Sie läuft pro Woche zwischen 50 bis 70 km und hat einen Maximalplus von ca. 190 / min. Erst vor einiger Zeit (seit Anfang Oktober) leidet sie unter Schlafstörungen und ist leicht erschöpft. Aber das Laufen machte ihr bis jetzt noch keine Beschwerden nur ihr Tempo hat sich deutlich verlangsamt. Eine erkennbare Entzündung liegt nicht vor. Eine weitere Untersuchung bei dem Kardiologen soll ca. in 4 bis 6 Wochen stattfinden.

Meine erste Frage an Sie ist:
Wie viel Kilometer pro Woche darf sie – in welchem Herzfrequenzbereich noch laufen, um sich nicht zu überfordern oder muss Sie gänzlich auf das Laufen verzichten?
Meine zweite Frage ist:
Ob es für ihr Krankheitsbild normal sei, das ihr Puls sehr schwankend ist: Samstag war ihr Ruhepuls und 55/min., Montag über 70 und gestern Abend wieder deutlich unter 55/min.  

Der Cardiologe:

 

In dem von Ihnen beschriebenen Rahmen schwankende Herzfrequenzen sind unproblematisch, solange ein stabiler regelmäßiger Rhythmus besteht. Die Aorteninsuffizienz ist mit „mäßig“ nicht sehr genau beschrieben, dies wird wohl auch Absicht des Kollegen sein, vielleicht möchte er das Ausmaß der Undichtigkeit noch genauer in folgenden Untersuchungen quantifizieren. Falls eine Aorteninsuffizienz I-II° vorliegt, besteht in der Regel keine relevante Einschränkung der Belastbarkeit, bei höhergradiger Insuffizienz sollte der behandelnde Kardiologe anhand des Belastungs-EKGs genaue Vorgaben bieten.

Bypass und Hypertonie - welches Klima ist am günstigsten?
23.01.06

Da ich im November diesen Jahres meine Berufsphase (bin dann 58,5 Jahre alt  und gehe in die 2. Phase Altersteilzeit) beenden werde, möchte ich mich räumlich verändern.

Ich  habe im Oktober 2004 3 Bypässe bekommen und leide unter Bluthochdruck. Welche Regionen empfehlen Sie für mich?

Der Cardiologe:

Ihre Frage ist interessant, leider gibt es hier keine Studien. Erfahrungsgemäß ist aber ein Klima wie im Mittelmeerraum, teils aber auch wie in den Bergen /Österreich /Schweiz oder an der See günstig. Eher ungünstig ist der gesamte „normale“ Rest, wie etwa hier in NRW.

Fehlfunktion der linken Herzkammer. Wie ist die Prognose?
18.08.05

 

 

Bei mir wurde bei einer Grippe Herzstolpern festgestellt. Das EKG zeigte einen LSB (Anm. d. Red.: Unter einem Linksschenkelblock (LSB) versteht man die vollständige Nervenleitungsunterbrechung zur linken Herzkammer).

Die weitere Untersuchung bei einem Kardiologen zeigte eine Linksherzvergrößerung mit global mittelgradig eingeschränkter Pumpfunktion. Vermutlich eine DCM (Anm. d. Red.: Dilatative CardioMyopathie). Der rechte Ventrikel und die anderen Strömungsprofile sind unauffällig. Leichte Mitralklappenringverkalkung. Die Werte haben sich nach einem 3/4 Jahr nicht verschlechtert. Keine Wasseransammlung. Keine Beschwerden. Beim Bergsteigen voll belastbar.

Alkoholmenge von ca. 7-8 Bier täglich auf "normales" Maß am Wochenende reduziert. Unter der Woche keinen Alkohol. Mein Kardiologe sagt, es könne durch den Alkohol und damit verbundenem Bluthochdruck die DCM ausgelöst worden sein. Eine KHK erscheint unwahrscheinlich.

Mein Kardiologe kann oder will keine Verlaufsprognose mitteilen. Nachdem wie gesagt seit einem 3/4 Jahr keine Verschlechterung vorliegt, weiß ich nun auch nicht weiter. Sollte ich zu einem weiteren Kardiologen gehen? Beim Langzeit-EKG wurden keine Rythmusstörungen festgestellt. Ich bin m ännlich, 38 Jahre alt.

Wie ist Ihre Meinung?
Die einzige Aussage war, dass sich da in den Bergen voll belastbar, mein Körper gut an die Situation adaptiert ist und die Situation schon seit langem besteht.
Kann es sein, dass das so bleibt, oder kann ich mir eine private Altersvorsorge sparen?

Der Cardiologe:

 

 

Sie sollten auf jeden Fall:
1. die mögliche Ursache bekämpfen, d.h. über ein halben Jahr keinen Alkohol trinken, um eine dieszbgl. Ursache /Verschlechterung hierdurch auszuschließen.

2. zusammen mit Ihrem niedergelassenen Kardiologen eine für den Herzzustand optimale Therapie entwickeln, dies engmaschig mit Echokardiographie verfolgen, anpassen und verbessern.

Eine Fehlfunktion des linken Ventrikels ist immer ernst zu nehmen,
es sollte alles unternommen werden, um eine Besserung zu
bewirken.

Herzaussetzer mit Angstattacken. Leide ich unter einer Herzneurose?
07.07.05

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe seit ca. 5 Jahren immer wieder das Problem, das mich Herzaussetzer (von mir als "Herzstolpern" empfunden), erschrecken und eine gewisse Angst hervorrufen. Das Gefühl bei diesen Attacken äußert sich wie eine Art "Luftballon", welcher in meinem Brustkorb aufgeblasen wird und sich dann schlagartig entleert. Parallel das Gefühl und die Angst, dass Herz und Atmung stehen bleiben (bis jetzt aber noch nicht eingetreten ...).

Häufigkeit: Teilweise tagelang gar nicht, dann wieder mehrmals pro Stunde. Mir viel Glück beim "zufälligen" Pulsfühlen sind Herzaussetzer "fühlbar". Keine Beschwerden oder sonstige Auffälligkeiten, nur ein mulmiges und Angst erzeugendes Gefühl.

Beim ersten Auftreten (auf einer Geschäftsreise) bin ich in der Notaufnahme eines Krankenhauses gelandet: EKG, Blutwerte und Ultraschalluntersuchung waren ohne Befund, ich bin somit am nächsten Tag wieder entlassen worden.
Folgeuntersuchungen beim Hausarzt und Kardiologen (Ruhe-, Langzeit- und Belastungs-EKG sowie Ultraschalluntersuchungen) ebenfalls keine Auffälligkeiten.
Wiederholuntersuchungen (Echo, Belastungs- und Langzeit-EKG, Langzeit-RR) in den folgenden Jahren ebenfalls immer ohne Befund. Einzige Auffälligkeit: Hyperkontraktiles Herz (???).
Letzte Herzuntersuchung vor ca. 30 Monaten. Aus eigenem Antrieb habe ich mich dann einer neurologischen und verhaltentherapeutischen Behandlung unterzogen. Diagnose: Angsterkrankung, von mir als "Herzneurose" bezeichnet.

Eine  parallel angewendet medikamentöse (Clomipramin, 10 mg) und verhaltenstherapeutische Behandlung war auch sehr erfolgreich. Seit ca. 12 Monaten komplett ohne Medikament und eigentlich auch beschwerdefrei, wenn nicht dieses dämliche "Blubbern" in meiner Brust wäre, was immer wieder eine gewisse Angst in mir hochkommen lässt, verbunden mit Grübeleien, Unsicherheit und Selbstzweifeln (insbesondere auch vor Dienstreisen).

Eigentlich treten die Symptome nur in Ruhe auf. Bei sportlicher Aktivität (auf anraten meiner Neurologin zum "Adrenalinabbau" wieder begonnen) keine Beschwerden. 60 - 90 Minuten (8 - 12 km) joggen oder 2 Stunden schnelleres Radfahren (40 km) unproblematisch und ohne Schmerzen, Atemnot oder sonstige schwere Erschöpfungszustände (nur hin
und wieder Muskelkater ...). Weiterhin glaube ich beobachtet zu
haben, dass starke Blähungen oder Verdauungsbeschwerden sowie Rückenprobleme (BWS-Syndrom) oder Verspannungen das "Herzstolpern" unterstützen. Beruflich tätig als Dipl-Ing. teilweise relativ hohe Verantwortung und immer wiederkehrend viel Stress.

Bin ich jetzt "bekloppt" (sagt meine Frau) oder muss ich mit bezüglich meines "Blubberns" bzw. Herzstolperns (oder Herzaussetzern) Sorgen machen. Für eine Stellungnahme Ihrerseits wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Der Cardiologe:

Sich sollten zu Ihrer eigenen Sicherheit und Bestätigung regelmäßige Kontrollen beim niedergelassenen Kardiologen durchführen lassen, um bei maximaler Belastung irgendwelche Probleme von Seiten des Herzens ausschließen zu lassen. Außerdem bieten sich hier regelmäßige Langzeit-EKGs an.

Atemnot, Flimmern vor den Augen - bin ich herzkrank?
07.07.05

 

 

 

Ich bin weiblich, 30 Jahre alt und habe drei Kinder. Habe Normalgewicht (166 cm, 59 KG ), gehe regelmäßig längere Strecken zu Fuß mache aber keinen regelmäßigen Sport. Mein Blutdruck ist Normal (120-130/75-80), Blutzucker o.B , Hb (Hämoglobin)-Wert 12,5.

Im Ruhezustand oder im Sitzen habe ich einen Puls von 80, sobald ich normal laufe steigt er auf 125, beim langsamen Joggen innerhalb einer Minute auf 170 und darüber, fällt dann innerhalb von 3 Minuten wieder auf 130 ab. Ich bin immer schnell außer Atem, vor allem beim Bücken. Manchmal habe ich Flimmern vor den Augen oder einseitige Kopfschmerzen (rechts). Fast täglich habe ich Druck in der Magengegend mit Übelkeit. Bin oft den ganzen Tag müde, würde gerne mehr Sport treiben, aber dadurch das ich so schnell außer Atem bin und kaum noch Luft bekomme, kann ich mich nur kurze Zeit sportlich betätigen.

Kann es sein, dass etwas mit dem Herzen nicht stimmt ? Bisher wurde ich immer auf Magenprobleme untersucht bzw. behandelt, eine Magenspiegelung wird diese Woche noch gemacht. Mein Blutbild ist o.B. bis auf eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen, deren Ursprung aber nich weiter verfolgt wurde. Abgehört wurde ich leider von keinem Arzt.

Ich wäre ihnen über eine Antwort sehr dankbar, da ich das Gefühl habe, ich werde nicht richtig behandelt.
Wenn sie mir sagen könnten, ob zwischen den o.g. Symptomen ein Zusammenhang besteht, dann weiß ich, dass ich den Arzt wechseln sollte.

Der Cardiologe:

Bei viel Stress, möglicherweise auch einer Erschöpfungsreaktion ist es oft schwierig, etwas zu raten. Sie sollten sich durch eine Untersuchung beim niedergelassenen Kardiologen versichern, dass keine Herzkrankheit vorliegt und sich ggf. falls möglich Freiräume schaffen, um wieder zu Kräften zu kommen...

Akuter Kalium- und Magnesiummangel. Was tun?
13.06.05

 

 

 

 

Ich bin 26 Jahre alt, 179 cm groß und 66 kg leicht. Seit ca. 2 Jahren habe ich nach einem grippalen Effekt (Parvo-Virus) Herzrhythmusstörungen, weswegen ich einen AICD implantiert bekam. Anfangs wehrte ich mich dagegen, bin jetzt aber heilfroh, dass ich mich zu diesem Schritt entschließen konnte: der Defibrillator hat mir schon mehrere Male das Leben gerettet.

Erst vor kurzem wurde ich nach 15-malige Schockabgabe mit Tachykardien um die 240-Frequenz ins Krankenhaus eingeliefert. Es stellte sich heraus, dass ich unter akutem Kaliummangel und auch Magnesiummangel litt. Ich nehme allerdings jeden Tag fleißig hochdosierte Präparate, um diesen Mangel auszugleichen. In der Universitätsklinik wusste man auch keinen Rat, da nach nephrologischen Untersuchungen keine nennenswerten Anomalien auftraten. Ich verstehe nicht, wieso ich so viele Elektrolyte brauche und dass sie so schnell ausgeschwemmt werden. Da ich vor allem während der Menstruation viel auschwemme, komme ich dann kaum hinterher mit der Elektrolyte-Substitution.

Diese funktioniert bei mir momentan über hochkonzentrierte Brause-Tabletten (Magnesiocard, Kalinor), was allerdings auf Dauer die Magenschleimhäute reizt. Resultat: Durchfälle. Diese haben dann natürlich den gegenteiligen Effekt von dem, wasich eigentlich erreichen wollte. Die ständige Einnahme von bestimmten Präparaten haben bei mir bereits eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bewirkt.

Ich möchte also wissen:
1. Wie ich mit möglichst magenschonenden Mitteln meinen Elektrolyteverlust beheben kann (d.h. die Frage nach hochkonzentrierten Präparaten).
2. Wie ich die übermäßige Ausschwemmung behandeln lassen kann.
Ich habe mich gefragt, ob das nicht mit meinem guten Stoffwechsel zu tun hat. Ich esse viel und nehme trotzdem kaum zu.

Der Cardiologe:

 
Vielleicht können Sie bei Ihren kaliumsubstituierenden Maßnahmen noch mehr auf natürliche Mittel setzen wie Obst, Bananen, Fruchsäfte.
Kalinor hat mit den höchsten Kalium-Gehalt, lässt sich zur Geschmachsverbesserung sehr gut mit Kalitrans mischen, beides trägt leider zur Magenschleimhautreizung bei.
Die Ursache für den K-Mangel lässt sich in der Regel nicht herausfinden, es hätte auch keine wirkliche Konsequenz. Gut messbar ist natürlich die K-Ausscheidung im Urin durch den Nephrologen oder Hausarzt...

Herzvergrößerung durch Asthma-Medikamente?
13.06.05

 

 

Ich bin 24 Jahre alt und leide seither an Asthma bronchiale. Seit der Grundschulzeit wird die Krankheit mit Kortison behandelt (Dosiersprays).
Im vergangenen Dezember wurde bei einer Thorax-Aufnahme ein vergrößertes Herz festgestellt. Darauf wurden jeweils 24 Stunden Herzströme und Blutdruck überwacht und aufgezeichnet.

Ich war bei einem Kardiologen, der eine hypertrophe Kardiomyopathie ausgeschlossen hat. Den Blutdruck bezeichnen die Ärzte als "hochnormal". Bis auf gelegentlich auftretendes Herzstolpern und -stechen geht es mit gut. Allerdings weiß ich, was es bedeuten würde, wenn bei der nächsten Kontrolluntersuchung eine Hypertrophie festgestellt werden würde. Ich habe deshalb zeitweise panische Angst und lasse mir diese aber vor Familie und Freunden nicht anmerken - deshalb wende ich mich an Sie.

Kann es sein, dass die Medikamente mein Herz verändert haben und es dann so oder so zum Schlimmsten kommt?
Oder kann es sein, dass ich einfach ein vergrößertes Herz habe und damit auch weiterhin unbeschwert leben kann?
Sollte ich vielleicht noch einen weiteren Kardiologen hinzuziehen? Warum ist denn das Herz zu groß?

Der Cardiologe:

 
Die Größenbestimmung des Herzens, der Herzhöhlen und Wände sowie auch die Funktionsdiagnostik des Herzmuskels und der Herzklappen ist durch Echokardiographie am zuverlässigsten möglich. Wenn dieser Befund in Ordnung ist, sollten Sie dies so als definitiv akzeptieren und das Ergebnis der Lungenaufnahme hiermit als weniger genau bewerten. Im Vordergrund steht natürlich eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, ggf. auch eine Fahndung nach der Ursache falls dieser sich als wirklich erhöht erweist.

Herzgeräusche als Folge einer Schilddrüsenüberfunktion?
10.05.05

 

 

 

Mein Arzt hat Herzgeräusche festgestellt und mich mit Verdacht auf Mitralstenose an einen Kardiologen überwiesen, allerdings muss ich auf den Termin noch warten.

Ich hoffe jedoch, dass es etwas anderes ist, denn eigentlich bin ich körperlich recht fit und sportlich, wenn wäre also nur ein geringes Stadium möglich. Ich bin 26 Jahre, wiege 72kg, Nichtraucher. Nur bei extremen Belastungen spüre ich Kurzatmigkeit, aber ich denke, das ist normal.

Allerdings hatte ich vor ein paar Jahren einen Arzt aufgesucht, weil ich mich recht erschöpft fühlte, aber ohne Fieber, auch sonst keine Zeichen für eine Krankheit. Es wurden auch keine Infektionen festgestellt. Nur eine vergrößerte Schilddrüse wurde erahnt, konnte aufgrund meiner stark ausgepräften Halsmuskulaur visuell nicht bestätigt werden.
Allerdings ging es mir wieder besser und ich bin der Sache nicht nachgegangen. Einige Anzeichen treffen aber zu: Ich hatte lange Zeit Probleme, das Gewicht zu halten (mind. 65kg), obwohl ich viel essen konnte, mein Ruhepuls ist zwar normal, aber doch für meine Fitness manchmal recht hoch (bis 85 Schläge). Blutdruck ist normal, EKG auch.

Meine Frage:
Können die Herzgeräusche durch eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht werden? Wäre das reversibel? .

Der Cardiologe:

 
Herzgeräusche können durch eine sehr lebhafte Herzfunktion verursacht werden, dies kann manchmal Folge erhöhter Schilddrüsenfunktion sein. Zur Entscheidung hierüber sollte sowohl die Schilddrüse als auch das Herz untersucht werden.

Was bedeutet die Diagnose "Linksschenkelblock"?
06.04.05

 

Bei mir (w, 39 Jahre, verh., 1 Kind) wurde letzte Woche von meinem Kardiologen ein Linksschenkelblock festgestellt. Herzinfarkt wurde ausgeschlossen. Die Symptome waren Engegefühl in der Brust, Stiche auf der linken Seite und Herzrasen (habe ich so empfunden, Ruhepuls war bei 86). 

Bisher hatte ich keinerlei Herzbeschwerden. Der Arzt will zunächst abwarten und in 4 Wochen erneut eine Ultraschallkontrolle machen.

In den Wochen davor hatte ich sowohl beruflich als auch privat (Mutter 4 Wochen im Krankenhaus mit 2maligem Aufenthalt auf der Intensivstation) viel Streß. Nachdem ich seit einer Woche arbeitsunfähig bin und mich weitestgehend schone, fühle ich mich besser, obwohl die Stiche zeitweilig noch da sind. Der Ruhepuls ist bei 68. 

Kann mein Krankheitsbild auf die persönliche Lebenssituation in den letzten Wochen zurückgeführt werden?
Was bedeutet die Diagnose "Linksschenkelblock"?
Sind hier Einschränkungen in der Lebensführung/beim Sport erforderlich?

Der Cardiologe:

 

 

Der Linksschenkelblock ist eine Störung der Erregungsausbreitung im Bereich der Kammerscheidewand und Vorderwand. Als Ursache kommt insbesondere eine Entzündung oder Durchblutungsstörung aufgrund koronarer Herzkrankheit in Frage. Die Prognose und Konsequenz hängt von der hierbei gleichzeitig stattgehabten Schädigung der Herzmuskulatur und der möglichen Behandlung - medikamentös oder operativ - ab.

Leider kann man bei Linksschenkelblock aus dem Belastungs-EKG keine Schlüsse auf die Durchblutungssituation ziehen, hier sind weitere Methoden wie Szintigraphie oder Herzkatheter dann erforderlich, wenn eine koronare Herzkrankheit als Ursache in Frage kommt oder weitere Informationen über den Herzmuskel gewonnen werden müssen (dann mit Biopsie). Wenn die Herzmuskelfunktion normal ist und eine koronare Herzkrankheit sowie akute Entzündungen ausgeschlossen sind, ist die Belastbarkeit in der Regel normal.

Können die Plaques an den Arterienwänden gemessen werden?
09.03.05

Ich bin leider von erhöhten Cholesterin-Werten betroffen und hätte zu diesem Thema zwei Fragen:
1) Kann man den Grad der Ablagerung an den Arterienwänden messen/bestimmen?
2) Sind diese Ablagerungen irreversibel oder kann man sie mit Medikamenten, Bewegung und/oder entsprechender Ernährungsumstellung wieder reduzieren?

Der Cardiologe:

Den Grad der Arterienwandverkalkung können Sie relativ repräsentativ und sehr genau im Bereich der Kopfarterien (Carotiden), der Aorta und der Beinarterien (Aa. femorales) sehen. Leider sind Veränderungen in der Regel nicht reversibel, entsprechende Studien sind m.E. nicht zu überzeugenden Ergebnissen gekommen, hier spielt oft in der Befundung viel Good Will oder Wishful Thinking eine Rolle. Ziel muss daher der Stillstand des Prozesses sein: eine Stabilisierung der Membranen sowie das Verhindern einer weiteren Einengung des Gefäßes durch Wachstum der Plaques.

Was bedeutet "Diastolische Compliancestörung"?
03.02.05

 

Wegen verschiedener Beschwerden (Atemnot in Ruhe, Herzstiche, Schwindel...) wurde ich mehrfach kardiologisch untersucht. Diese Untersuchungen ergaben keine erkennbare strukturelle Herzerkrankungen, bzw "...keinerlei Krankheitswert oder prognostische Bedeutung...". Zwei Diagnosen beunruhigen mich doch:

  • "Es findet sich ein  grenzwertig großer, gut kontraktiler linker Ventrikel mit hypertrophiertem Septum.
  • "Diastolische Compliancestörung Grad 1"

Was besagt diese Diagnose und wieso ist sie ohne jede Bedeutung? Medikamente etc. bzw.weitergehende Untersuchungen wurden nicht als nötig erachtet. Heißt das diese Dinge sind normal oder ohne jegliche Bedeutung für meine Beschwerden?

Der Cardiologe:

 

Sie sollten die Befunde noch einmal mit dem untersuchenden Kardiologen besprechen: in der Tat ist eine Hypertrophie (Wandverdickung) nicht normal und sollte abgeklärt und ggf. kontrolliert werden.

Verdickte Herzwände können durch hohen Blutdruck, Sport, durch erbliche Disposition begründet sein. Herzwandverdickungen können zu einer Störung der Füllung der linken Kammer in der Entspannungsphase (Diastole) führen, insofern ist eine Compliancestörung hierdurch erklärt, ist aber in der Form wie Sie es beschreiben eher nicht krankheitsrelevant.

Was ist ein Dressler-Syndrom?
10.12.04

Bei meiner Schwester (33Jahre) wurde eine Mitralklappenrekonstruktion vorgenommen. Danach haben sich ein Perikarderguss und ein Pleuraerguss  gebildet. Es mußte in einer Not-OP eine Menge von 800 ml vom Herzen abgesaugt werden. Ein Pleuraerguss wurde kurze Zeit später punktiert. Bis heute bildet sich noch immer wieder Flüssigkeit und der Allgemeinzustand ist sehr schlecht. In diesem Zusammenhang war von Seiten der Ärzte die Rede vom Dressler-Syndrom.

Könnten Sie mir bitte mitteilen, worum es sich hierum genau handelt und wie es behandelt werden kann, welche Risiken bestehen und wie lange nach der Operation es aoch auftreten kann ?

Der Cardiologe:

 

Beim Dressler-Syndrom handelt es sich um eine Entzündungsreaktion des Herzens auf die im Rahmen einer Herz(klappen)operation notwendigerweise durchgeführte Herzmuskelverletzung. Im Rahmen dieser Entzündungsreaktion kann es immer wieder zu Ergussbildungen kommen, teils sind diese Reaktionen chronisch.

Entzündungshemmende Maßnahmen werden versucht, sind jedoch nicht immer erfolgreich, so daß bei großen Ergussbildungen punktiert werden muß. Der Verlauf ist im Einzelfall nicht vorherzusagen, Sie sollten mit den behandelnden Ärzten, insbesondere dem niedergelassenen betreuenden Kardiologen sprechen.

Muskelbrücke - was steckt hinter dieser Aussage?
21.10.04

 

 

Aufgrund von starken Brustschmerzen ist bei mir vor zwei Jahren eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt worden. Man konnte eine koronare Herzkrankheit ausschließen. Da ich aus versicherungstechnischen Gründen den Befundbericht benötigte, ließ ich Ihn mir zusenden. Auf diesem Bericht standen folgende Diagnosen:

1. Kein Anhalt für bedeutsame stenosierende konoare Herzkrankheit
2. Regelrechte linksventrikuläre Funktion
3. Muskelbrücke im mittleren Drittel des Ramus descendens anterior.

Ramus descendens anterior und ramus circumflexus: Kräftig, keine bedeutsame Wandveränderung oder Stenos. Hochgradige systolische Einengung des Ramus descendens im mittleren Drittel ( Muskelbrücke ).

Der Punkt 3 auf der Liste hat mich ein wenig verunsichert, weil mir niemand mittgeteilt hat, dass ich einen solchen Befund habe.

Meine Frage:
Was bedeutet das für mich und was steckt hinter dieser Aussage.

Der Cardiologe:

Manchmal zieht ein Muskel ("Muskelbrücke") quer über ein Herzkranzgefäß, dieses führt dann beim Zusammenziehen des Muskels (Auswurfphase, Systole) zu einer veränderbaren (dynamischen) Engstelle (Stenose). Diesen Befund wird man in der Regel lediglich zur Kenntnis nehmen ohne weitere Maßnahmen. In der Entspannungsphase (Diastole) des Herzens ist die Durchblutung völlig normal, und das ist in diesem Fall die für die Versorgung des Herzmuskels wichtige Phase.

Atemstörungen beim Einschlafen. Liegt das am Herz?
25.08.04

 

Ich habe seit 3 Tagen ein stechen an verschiedenen Stellen von Kopf bis Oberbauch. Meistens sind die Schmerzen im Oberkiefer (wie Zahnweh) oder im Hals. Manchmal auch im Kopf oder in der Brustgegend aber alles nur links. Ich hatte diese Beschwerden vor ca. 2-3 Monaten schon mal aber nur ganz leicht allerdings fast jeden Tag so ca. 1 Monat lang. Es tritt im Ruhezustand auf und wird auch bei Belastung nicht stärker.

Ich hab auch oft Atemstörungen beim Einschlafen, d.H. ich atme kurz nach dem Einnicken ganz kurz und schnell ein und bin natülich dann wieder munter. Das geht oft ziemlich lange so bis ich dann doch irgendwann einschlafe. Weiß aber nicht, ob das mit dem Stechen zu tun haben könnte.

Ich bin 26 Jahre, 175cm, 81kg,  rauche nicht, trinke keinen Alkohol und mache regelmäßig Sport.

Meine Frage:
Können diese Symtome vom Herz kommen? Verspüre auch manchmal einen zwischenschlag vom Herz.

Der Cardiologe:

 
"Excitationsphasen" vor dem Einschlafen, etwa mit schnellem Atmen, sind völlig normal, werden in der Regel nicht wahrgenommen. Zur Sicherheit würde ich Ihnen raten, die Beschwerden zumindest durch ein Belastungs-EKG abklären zu lassen. Das Auftreten in Ruhe spricht eher gegen eine Durchblutungsstörung des Herzens als Ursache, Sicherheit gewinnen Sie aber nur mit einer Untersuchung.

Herzbeschwerden durch Darminfektion?
20.04.04

 

Im November letzten Jahres hatte ich einen Infekt und komme seitdem nicht mehr richtig auf die Beine. Bei mir treten nach körperlicher Belastung o. nach Nahrungsaufnahme immer wieder folgende Symptome auf: starke Übelkeit, Hustenreiz, Herzbeschwerden, erhöhte Herzfrequenz. Es geht mir dann ca. 2 Tage sehr schlecht.

Ich bin kardiologisch untersucht worden mit: EKG, Bel.-EKG, Langzeit-EKG, Ultraschall, alles mit unauffälligem Befund bis auf eine linksventrikuläre Hypertrophie (Anm. d. Red.: Linksherzkammerverdickung) mit 14 mm, die auf meine langjährige sportliche Tätigkeit zurückgeführt wird.

Ist es aus ihrer Sicht möglich, dass meine Beschwerden im Zusammenhang mit einer zu hohen Population des Darmes durch Hefepilze (toxische Wirkung) stehen?

Der Cardiologe:

Eine Pilzbesiedlung im Darm ist normal und an sich nicht therapiebedürftig, es kommt natürlich auch hier auf die Zusammensetzung an. Eine direkte Wirkung der Pilzbesiedlung auf die Herzfunktion halte ich für eher unwahrscheinlich, vielleicht sollten Sie sich an einen Gastroenterologen wenden, um eine Störung der Darmfunktion auszuschließen ... ?

Herzbeschwerden durch Eisenmangel?
05.03.04

Kann ein starker Eisenmangel (Ferritin 8 ng/ml, Transferrinsättigung 15 %) über lange Zeit zu Herzbeschwerden beim Sport führen?

Diese sind:

Pulsexplosion bei geringer Belastung, Kurzatmigkeit, Brustenge und brennende Schmerzen in der Brust, totale Erschöpfung bei Belastung die eigentlich dem Trainingszustand angemessen ist. Organisch ist am Herz alles o.B. (Bis auf einen AV-Block 2)

Der Cardiologe:

Bei wenigen Sauerstoffträgern (wie ist das Hämoglobin) kommt es zu einer vermehrten Kreislaufbelastung, auch durch schnellere Zirkulation und beschleunigten Pulsschlag sowie verminderte Ausdauer ...

Bei Schmerzen in der Brust sollte aber ggf. ein Belastungs-EKG Engstellen der Koronargefäße ausschließen ...

Linksschenkelblock durch erhöhtes Blutvolumen?
13.02.04

 

 

 

Bei mir (weibl., 39 Jahre, seit 8 Jahren Nichtraucher, sonst keine Risikofaktoren) wurde beim letzten EKG ein Linksschenkelblock festgestellt (Blutwerte waren alle in Ordnung, außer den weißen Blutkörperchen, die den Wert 11,6 hatten).

Das Ergebnis des Herzultraschalls war negativ. Es werden noch ein Belastungs- und ein Langzeit-EKG gemacht. Der Arzt sagte mir jedoch schon, wenn diese Untersuchungen kein Ergebnis zeigen, müßte nichts weiter unternommen werden.

Meine Fragen:
Besteht nicht die Möglichkeit, wenn die Ursache nicht gefunden und beseitigt wird, daß eine solche Störung sich ausbreitet?

Muß ich nicht fürchten, daß irgendwann gleichzeitig ein Rechtsschenkelblock auftritt?

Ich verhüte seit August 1999 mit einer Spirale, die mit Hormonen wirkt. Seit dem Einsatz dieser Spirale ist meine Regelblutung ausgeblieben (ist auch als Nebenwirkung angegeben). Ist es möglich, daß das eine Erhöhung des Blutvolumens und dieses wiederum den Linksschenkelblock verursacht?

Der Cardiologe:

 

Eine Erregungsausbreitungsstörung, etwa ein LInksschenkelblock, ist in der Regel Folge einer Schädigung des Reizleitungssystems, wobei prinzipiell eine begleitende Entzündung des Herzmuskels im Rahmen einer sonstigen Infektion (in der Regel Virusinfektion) in Frage kommt oder eine Durchblutungsstörung.

Wenn die Herzmuskelfunktion ungestört ist und kein Verdacht auf eine Durchblutungsstörung besteht wird man zunächst nichts tun, sondern in der Regel abwarten und kontrollieren. Dieses alles hat mit der Spirale und einem erhöhten Blutvolumen eher nichts zu tun.

Ist Ultraschall der Bauchaorta trotz keinerlei Symptome notwendig?
13.02.04

bei einer Herzroutineuntersuchung hat man mir empfohlen auch einen Ultraschall der Aorta abdominalis (Red.: Bauchaorta) zu machen, um ein Aneurysma auszuschließen.

Ist das nötig, da ich ja kein Krankheitsbild bezüglich des Herzens habe und auch keinerlei Symptome.

Der Cardiologe:

Wenn keine Anhaltspunkte für ein Aneurysma der Aorta abdominalis vorliegt und auch keine bedeutsamen Risikofaktoren (Hypertonie, ausgeprägte Hyperlipoproteinämie /erhöhte Fettspiegel im Blut ect.) vorliegen, ist normalerweise ein Ultraschall der Aorta nicht erforderlich.

Hat ein Magnetarmband negative Auswirkungen aufs Herz?
14.01.04

Ich war von einigen Monaten wegen eines Herzinfaktes im Krankenhaus.
Nun hätte ich noch eine Frage:
Meine Frau hat mir ein Magnetarmband geschenkt. Dies kommt aus Asien. Kann dieses Armband bei meiner Vorerkrankung schädlich sein?

Der Cardiologe:

Mir sind keine Wirkungen (geringen) Magnetismus auf das Herz bekannt. Hier spielt sicherlich der Kulturkreis und die in das Armband gesetzten Hoffnungen eine große Rolle. Wenn Sie daran glauben (können) kann es sicherlich nicht schädlich sein ...

LGL-Syndrom psychisch bedingt?
14.01.04

Bei einem Leistungstest wurde bei mir im Ruhezustand ein LGL-Syndrom festgestellt. Unter Belastung ist alles o.B., schreibt ihr Kollege. Da ich intensiv Inlinemarathonskater bin, mache ich mir nun große Sorgen bezüglich der Gefahr einer Verschlimmerung bzw. habe Angst, einen Infarkt oder ähnliches zu erleiden.

Ich befinde mich in psychotherapeutischer Behandlung und frage mich, ob das LGL-Syndrom auch durch die Psyche ausgelöst werden kann. Bei vorherigen Ruhe und Belastungs-EKG (Ca. 5-6) in den letzten 2 Jahren ist noch nie ein LGL-Syndrom diagnostiziert worden.

Der Cardiologe:

Zu einem LGL-Syndrom gehören neben bestimmten EKG-Veränderungen auch schnelle Rhythmusstörungen. Falls nie schnelle Rhythmusstörungen aufgetreten sind - weder in der Vorgeschichte von Ihnen bemerkt noch als Synkope noch während LZ- oder Belastung- EKG ist eine Veränderung im Ruhe-EKG wie bei LGL-Syndrom kein Hindernis für (maximale) Belastbarkeit ...

Plötzliche Ohnmachtsanfälle
17.12.03

 

 

 

Zur Person: 50 Jahre, weiblich, schlank, Geschäftsführerin.
Ich erleide (bis jetzt im Schnitt 1x pro Jahr) eine urplötzliche Bewusstlosigkeit. Meist kann ich nur noch sagen: mir wird jetzt ganz arg schlecht...
Es folgt: Bewusstlosigkeit mit Erbrechen, Dauer jeweils 40-45 Minuten.
Orte: Meist Lokale, oder auch im Karstadt.

Meist wurde zuerst auf "Kreislaufprobleme" getippt und dann doch noch der Notarzt gerufen. Im Rettungswagen werde ich dann versorgt. Komme irgendwann - nur geistig - wieder zu mir. Höre alles. Kann mich aber weder bewegen noch etwas sagen. Habe aber dabei ein ganz ruhiges Gefühl - obwohl alle um mich herum hektisch an mir arbeiten. Danach folgen 1-2 Tage allgemeine körperliche Schwäche. Dann ist alles wieder vorbei.

Das Durchchecken bei allen möglichen Ärzten (Langzeit EKG, Neurologe inkl. Epilepsie, CT, Internist, Orthopäde usw.) hat nie etwas ergeben, außer dass jeder sagte ich sei super gesund.

Als einzigen gemeinsamen Punkt - warum mir das passiert - habe ich bis jetzt ermittelt, dass mir vorher immer die schlechte Luft äußerst unangenehm war. Außerdem leide ich etwas an Platzangst. Diese hatte ich jedoch vor den Ohnmachtsanfällen jeweils nicht (nicht bewusst).

Haben Sie eine Idee, was dahinter stecken könnte?

Der Cardiologe:

 

Meines Erachtens sind drei Dinge sinnvoll:
1. Sie sollten diese Situation bewußt provozieren. Hierbei sollten Sie auf jeden Fall eine (möglichst 2) Begleitung(en) mitnehmen, um Hilfe zu holen. Lassen Sie sich hierbei ein Langzeit-EKG (ist heute möglich bis zu 7 Tagen) anlegen lassen, um eine Rhythmus-Ursache auszuschliessen. Günstig wäre außerdem ein Langzeit-Blutdruckrekorder, um Blutdruckschwankungen als Ursache auszuschliessen.

2. Falls dies nicht möglich ist oder nicht zu einem Ergebnis führt: Meiden Sie enge, warme Räme mit vielen Menschen.

3. Eine weitere Rhythmus-Analyse durch elektrophysiologische Untersuchung könnte Arrhythmien als Ursache aufdecken. Ganz wichtig sind aber Vorinformationen - nur so können die Arrhythmien ursächlich in Beziehung gesetzt werden zu den Ereignissen ...

Zahnimplantat bei Endokarditisrisiko
03.12.03

Eventuell möchte ich mich für ein Zahnimplantat entscheiden. Jetzt habe ich gelesen, dass die bakterielle Infektion recht hoch sein kann. Ist ein Implantat bei einem entsprechende2 Endokarditisrisiko empfehlenswert?

Der Cardiologe:

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt: Wenn das Zahnfleisch verletzt wird, ist bei bekanntem Klappenschaden eine Endokarditisprophylaxe erforderlich ..

Nachts Druck in der Herzgegend
07.11.03

Ich wüde gerne etwas über die folgenden Symptome wissen:

Mein Lebensgefährte hat seit einiger Zeit immer wieder nachts mehrmals das Gefühl, dass sich vom Herz ausgehend ein Druck aufbaut, der sich dann wie in einer Art "elektrisch" empfundener Welle ausbreitet, begleitet mit starken Schweißausbrüchen. Für ihn eine äußerst beunruhigende Situation.

Im Krankenhaus hat man hohen Blutdruck festgestellt, der jetzt mit Betablockern behandelt wird, aber nichts am Herzen gefunden (Ultraschall) außer einer kleinen Narbe, die von einer Herzmuskelentzündung vor 30 Jahren stammt. Die Enzymwerte waren leicht erhöht, aber gerade so über dem Normbereich und gingen während des Krankenhausaufenthaltes auf normal zurück. Beim Belastungs-EKG zeigte sich eine leichte Veränderung in der Endstrecke bei sehr hoher Belastung.

Er kann Treppensteigen, Laufen ohne Atemnot. Die Ärzte im Krankenhaus konnten sich seine beschriebenen nächtlichen Symptome nicht erklären.

Sollte er sich noch einmal untersuchen lassen, Angiographie usw?

Der Cardiologe:

 

 

Als Ursache kommen aus kardiologischer Sicht u.a. etwa der hohe Blutdruck oder eine Druchblutungsstörung in Frage.

Methoden zur Diagnostik sind eine Langzeit-Blutdruckmessung sowie eine Ergometrie, beides am besten beim niedergelassenen Kardiologen. Manchmal bringen erst Verlaufsuntersuchungen den Hinweis auf die Ursache, etwa eine Kontrolle in 1/2 Jahr ...

Für eine Angiographie /Herzkatheter ist eine ausreichende Indikation erforderlich - hier sollte die Ergometrie oder sonstige Untersuchungen Hinweise auf Durchblutungsstörung geben.

Was ist das hyperkinetische
Herzsyndrom?
04.11.03

Könnten sie mir bitte mehr Information über das hyperkinetische
Herzsyndrom geben...
Was ist der Auslöser fuer die Erkrankung und was kann man dagegen tun?

Der Cardiologe:

 
Das hyperkinetische Herzsyndrom beschreibt eine (allzu) sehr lebhafte Wandbewegung, die Beschwerden mit Unruhe, Herzrasen und einem pulsierenden Gefühl machen kann. Oft hilft hier Sport zur Herzberuhigung. Die Beschwerden lassen in der Regel mit zunehmendem Alter nach...

Offenes Foramen ovale: Eine Krankheit oder nur ein harmloser Defekt?
22.10.03

Ich bin während der Suche nach Informationen über das offene Foramen ovale (PFO), auf ihre Homepage gestoßen und möchte dies zum Anlass nehmen, Ihnen folgende Frage zu stellen:

Unter welchem Oberbegriff ist Ihrer Meinung nach das PFO einzuordnen?

1. Krankheit
2. Gebrechen
3. Behinderung
4. Defekt
5. Sonstiges

Der Cardiologe:

Ein offenes Foramen ovale liegt bei etwa 25% der Menschen vor und ist eine anatomische Besonderheit: die beiden aufeinander zuwanchsenden Teile der Vorhofscheidewand haben sich hierbei nicht vollständig übereinbar gelegt. Dies ist keine Krankheit und ist auch in der Regel nicht therapiebedürftig...

Schlaganfall nach einer Lungen-Op?
16.10.03

Meine Mutter liegt nun zum zweiten mal in einer Klinik für Lungenkrankheiten in Löwenstein bei Heilbronn. Vor 8 Wochen wurde sie an der rechten Lunge operiert (Lungenempfisem). Jetzt wurde sie vor 6 Tagen an der linken Lunge wegen eines Lungenemphysems operiert. Bei dieser OP wurden ihr ein kleines Krebsgeschwür und zugleich die 8 Lymphdrüsen im Brustbereich entfernt. Die Operation verlief laut den operierenden Ärzten hervorragend, ohne jegliche Komplikation.

Mir wurde allerdings heute von meinen Eltern erklärt, dass meine Mutter am Sonntagabend beim Abendbrot zusammengebrochen ist. Sie spürte auf einmal ihre linke Seite nicht mehr, kein Gefühl im Bein, kein Gefühl im Arm und keine Kontrolle über das Sprachzentrum. Nach sofortigem Eingreifen der Ärzte und Behandlung mit Medikamenten wurde es wieder besser. Am heutigen Tage sind die Beschwerden vollkommen verschwunden.

Meinen Eltern wurde gestern von dem zuständigen Arzt erklärt, dass es keine Ausnahme sei, dass Patienten nach einer OP einen solchen Anfall erleiden. Es wurde mittlerweile ein Gehirn CT durchgeführt um evtl. Gerinnsel festzustellen, aber man fand nichts. Die Ärzte sagten uns, dass sie bis jetzt noch keinen Grund dafür gefunden hätten, warum diese Anfälle, die sich wohl als Schlaganfälle definieren lassen, stattfinden. Man hat versucht, uns zu beruhigen und erklärt, dass sich dies nicht wiederholen wird, sondern dass diese Art von Anfall immer nur ein Mal passiert, wenn überhaupt.

Ich kann da nur für meine Eltern sprechen, wenn ich sage, dass mir bei der ganzen Sache sehr unwohl ist und ich den Ärzten nicht so recht glaube.

Meine Fragen an sie sind nun diese:
War es ein echter Schlaganfall oder etwas das sich so ausgewirkt hat? Kann er wieder kommen bzw. kann er durch ein Medikament ausgelöst worden sein?
Ist dieses Phänomen bekannt, dass Patienten nach einer OP so etwas erleben können?
Was kann ich meiner Mutter sagen, um ihr die Angst zu nehmen, dass es wieder geschieht?

Der Cardiologe:

Entscheidend in Ihrem Fall ist die optimale Kooperation mit den behandelnden Kollegen der Onkologie. Häufig kann man unmittelbar nach einer Schädigung im Hirnbereich keine Veränderung im CT oder MRT feststellen, die Untersuchung sollte dann nach einigen Tagen wiederholt werden.

Ein Zusammenhang mit der bösartigen Grunderkrankung muss zunächst ausgeschlossn werden (Metastasen) bevor man eine andere Ursache für wahrscheinlich hält (Thrombus). Eine zeitgleiche Herzuntersuchugn ist aber in jedem Fall sinnvoll, sprechen Sie mit den Kollegen. Im Vordergrund für Ihre Mutter steht die intensive Übungsbehandlung nach Schädigung im Kopfbereich, hier können Sie helfen und unterstützen.

Diastolische Compliancestörung
19.09.2003

Was bedeutet eine "Diastolische Compliancestörung", welche Dauerauswirkung hat sie und ist sie therapierbar?

Der Cardiologe:

Die "diastolische Compliancestörung" ist eine Funktionsstörung der linken (oder rechten) Hauptkammer (Ventrikel) bei Wandverdickung, insbesondere erhöhtem Blutdruck. Infolge dieser Dehnbarkeitsstörung kommt es zu einem erschwerten Einstrom in die Hauptkammer mit Stauung vor der Kammer. In der Folge kommt es zu einer Erweiterung der Vorkammer und auch Stau in die vorgelagerten Venen, speziell auch in die Lunge. Folge ist Luftnot und Wassereinlagerung. Die Compliancestörung ist das diastolische (in der Entspannungsphase des Herzens auftretende:

Rückwärtsversagen) Pendant zur systolischen Funktionsstörung (etwa nach Infarkt oder Herzentzündung) mit Vorwärtsversagen.

Lungendochdruck bei VSD
31.07.2003

Unsere Tochter ist 1 Jahr alt und hat einen subaortalen VSD (3-4 mm).

Was mich beunruhigt ist, das mir viele schreiben, das sie doch schon einen erhöhten Lungenhochdruck haben müsste und bald operiert werden sollte.

Meine Frage: Wie erkennen die Ärzte einen Lungenhochdruck?

Bei unserer Tochter wird immer Ultraschall, EKG, Blutdruck und abhören der Lunge gemacht.

Wir sind etwas besorgt, wollen den Kinderärzten der Kardiologischen Abteilung aber vertrauen, die sagen es geht ihr so gut.

Der Cardiologe:

Viele Septumdefekte in dieser Größe verschließen sich in der Kindheit spontan - Sie sollten den Kinderkardiologen vertrauen - ein Defekt von 3-4 mm lässt normalerweise nur sehr wenig Blut durch, so daß kein Lungenhochdruck zu befürchten ist. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen bei den Kinderkardiologen...

Offenes foramen ovale
22.07.2003

Ich bin während der Suche nach Informationen über das offene foramen ovale (PFO), auf ihre Homepage gestoßen und möchte dies zum Anlass nehmen, Ihnen folgende Frage zu stellen:

Unter welchem Oberbegriff ist Ihrer Meinung nach das PFO einzuordnen?

1. Krankheit
2. Gebrechen
3. Behinderung
4. Defekt
5. Sonstiges

Der Cardiologe:

Ein offenes Foramen ovale liegt bei etwa 25% der Menschen vor und ist eine anatomische Besonderheit: die beiden aufeinander zuwachsenden Teile der Vorhofscheidewand haben sich hierbei nicht vollständig übereinander gelegt. Dies ist keine Krankheit und ist auch in der Regel nicht therapiebedürftig...

ASD, Aortenstenose und mehr
22.07.2003

Bei dem neugeborenen Baby meiner Freundin (13 Tage alt) wurde vorgestern ein ASD, eine Aortenstenose und ein weiteres Loch (VSD? Weiß ich aber nicht
genau) festgestellt. Sie wurde gestern operiert und es wurden alle drei Fehler in einer Operation "behoben". Jetzt meine Frage: Ist es wirklich so schwierig, derartige Herzfehler prä- wie postnatal zu erkennen? Ich bin schwanger und diese Frage stellt sich mir aufgrund meiner Situation, wie auch der meiner Freundin, ob da nicht irgendetwas nicht richtig gelaufen ist, vor allem nach der Geburt, da es erst am 11. Lebenstag festgestellt wurde. Und: Wie sieht die Prognose für das Kind aus??? Vielen Dank im Voraus!

Der Cardiologe:

Herzgeräusche bei neugeborenen und kleinen Kindern sind die Regel- insofern ist die Diagnostik manchmal schwierig, es werden nur sehr wenige Kinder mit Echokardiographie untersucht. Zur Sicherheit sollten Sie bei der aktuellen Schwangerschaft das Herz des Kindes untersuchen lassen, sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin und ggf. einem kinderkardiologischen Zentrum, Sie haben ja jetzt die Kontakte. Über die Prognose Ihres Kindes nach OP kann ich natürlich -leider- nichts sagen, ich wünsche ihm und Ihnen aber alles erdenklich Gute ...

Angeborene Aortenklappenstenose
14.01.2003

Meine Sohn, geb. 14.07.0, wurde mit dreizehn Tagen eine kritische Aortenklappenstenose diagnostiziert, am gleichen Tag wurde noch eine Katheterweiterung vorgenommen. Zur Zeit hat er eine kleine Reststenose und eine mittelgradige Insuffizenz. Er wird eine neue Klappe brauchen.

Meine Frage: Welche Klappe ist sicherer die künstliche oder die biologische und was muss ich bei der Entscheidung alles beachten? Wo kann ich etwas darüber lesen?

Der Cardiologe:

Sie sollten über dieses Problem mit Ihrem Kinderkardiologen sprechen. Wichtig ist natürlich auch das Mitwachsen der Klappe mit dem Säugling. Im Allgemeinen wird deshalb der Eingriff aufgeschoben, falls möglich ins Schulalter. Im Einzelfall sind aber hier Details der Diagnose und des Befindens entscheidend -

TIA und offenes Foramen ovale
14.01.2003

Ich bin 35 Jahre alt. In den letzten 1 1/2 Jahren litt ich öfters unter mehrerer TIA.

Anmerkung der Redaktion:
Eine Transitorisch Ischämische Attacke (TIA) ist eine vorübergehende neurologische Störung, die in ihren Symptomen einem Schlaganfall gleicht, sich aber wieder vollständig zurückbildet. Eine TIA dauert wenige Minuten bis Stunden (definitionsgemäß maximal 24 Stunden). Die Symptome werden durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn hervorgerufen.

Mir wurde vor einem Monat durch eine TEE ein großes persistierendes offenes foramen ovale diagnostiziert. Soviel sei dazu gesagt, daß dauernd ziemlich "Matieral durchfließt" und zwar auch bei Ruhestellung. Ich werde demnächst einem Eingriff unterzogen. Nur hat man mir bis jetzt nicht sagen können, wie groß dieses "Loch" ist. Schätzungsweise ca 20 mm. Wird in diesem Fall auch die Kathetermethode eingesetzt? Gibt es eine Methode, den genauen Ausmaß des "Loches" vor der OP festzustellen? Wenn, nicht, was würde geschehen, falls man im OP bemerken sollte, daß das "Loch" doch größer ist?

Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen

Der Cardiologe:

Die Verschließbarkeit mit Katheter hängt insbesondere von den noch vorhandenen Rändern des Defekts ab, diese lassen sich vor der Intervention genau ausmessen, so daß eine Aussage über die zu verwendende Methode und Materialien relativ sicher möglich ist. Entscheidend ist eine umfangreiche Erfahrung des Echokardiographeurs und auch des Katheteriseurs. Sie sollten sich die genauen Zahlen des Zentrums geben lassen, in dem die Behandlung durchgeführt werden soll, mit Angabe der Erfolgsrate und auch der Komplikationen.

Herzschmerz durch Myxom
17.09.2002 

Ich freue mich, das es eine ausführliche und informative Site zu Thema Herz gibt.

Mein Cardiologe hat den Verdacht, das ich im linken Vorhof ein »Myxom« habe. Genau mitteilen konnte er sich aber nicht. Eine TEE-Untersuchung steht bevor.

Was ist dieses »Myxom« und soll ich meine Sport- und Freizeitaktivitäten noch weiter einschränken? Auf Grund der seit 2 Monaten bestehenden Herzschmerzen habe ich bereits meine Tauchsport- und Laufaktivitäten eingestellt bzw. sehr stark beschränkt.

Der Cardiologe:

Bis zur Abklärung sollten Sie sich so wenig wie möglich belasten. Ein Myxom ist ein gutartiges Gewächs - in der Regel im Vorhof - in der Regel von der Vorhofscheidewand ausgehend, wie ein kleines Bällchen. Die Gefahr besteht darin, daß ein solches Anhängsel abschießen kann - und entsprechend dann ein Gefäß verschließen kann.

Rhythmusstörungen durch Roemheld-Syndrom
08.05.2002 

Ich habe eine Anfrage bez. meiner funktionell bedingen Extrasystolen. Diese Störungen habe ich seit nunmehr zehn Jahren, mal mehr, mal weniger. Alle notwendigen Untersuchungen wurden vorgenommen, teilw. mehrfach. Schon länger ist mir aufgefallen, daß die Störungen vermehrt auftreten, wenn mein Magen/Darmbereich gebläht ist oder sonstwie rumort. Kann es sein, daß ich an dem sog. Roemheld-Syndrom leide? Ich habe jetzt bei einem Gastroenterolgen noch eine Untersuchung. Was kann ich tun, gibt es bestimmte Medikamente, auch pflanzlicher Art? Z.Zt. nehme ich Iberogast, aber so richtig hilft das oft nicht. Was kann ich noch tun, damit die funktionellen Herzstörungen geringer werden? Magnesium? Ich bin oft etwas ratlos.

Der Cardiologe:

Ein Roemheld-Syndrom als Ursache ist möglich. Therapeutisch sind kleine und häufige Mahlzeiten, das Meiden blähender Speisen und viel körperliche Bewegung angezeigt. Eine Durchuntersuchung beim niedergelassenen Kardiologen zur Sicherheit wird empfohlen.

Herzwandverkalkung
08.05.2002 

Mein Mann hatte am 7.2.02 einen schweren Vorderwandinfarkt. Dadurch hat eine Linksherzschädigung. Bein Rö-Thorax wurde eine Herzwandverkalkung festgestellt. Mein Mann hatte kein Hypertonie, die Chol/ HLD / LDH-Werte waren etwas erhöht bzw. erniedrigt, Homocystein 12, 3.Er hatte nie Herzbeschwerden, Atemnot etc. Nun wurde in der AHB eine schwere Rechtsherzinsuffizienz festgestellt. Wodurch kann das kommen. Wie kann ohne Symptome eine Herzwandverkalkung entstehen. Was ist eine Herzwandverkalkung ? Mein Mann ist 52 Jahre alt.

Der Cardiologe:

Eine Herzwandverkalkung (Herzbeutelverkalkung – falls dieses hiermit gemeint ist) entsteht infolge von Entzündungsprozessen, etwa nach Tbc oder anderer chronisch schwelender Entzündungen. Therapeutisch können Medikamente zur Herzentlastung und Rhythmusstabilisierung wichtig sein, manchmal muss man auch die Kalkschale wegoperieren – häufig schwierig und manchmal auch unbefriedigend bgzl. des Ergebnisses.

Eine Rechtsherzinsuffizienz kann Folge von Lungenerkrankungen mit Lungenüberblähung sein (Lungenemphysem, Asthma, Lungenfibrose o.ä.). Hier ist eine optimale Kooperation zwischen Kardiologen und Pneumologen wichtig.

Fragen zur Therapie allgemein
01.12.2000 

Ich arbeite an meiner Seminararbeit über die therapeutischen Maßnahmen in der Akutphase des Herzinfarkts. Leider sind die meisten Buecher, die ich hatte, nicht mehr wirklich aktuell. Ich hoffe, Sie koennen mir teilweise neuere Zahlen nennen, da ich meinen Vortrag doch moeglichst up to date halten moechte. Hier also meine Fragen, die noch offen sind: 

1. Seit wann sind Stents in Deutschland klinisch zugelassen? 
2. Und seit wann die Lysetherapie? 
3. Worin unterscheiden sich die Lysemitel Streptokinase, Urokinase und t-PA? 
4. 1990 wurden erst 100 Patienten mit dem Rotars behandelt. Wieviele sind es denn zehn Jahre spaeter? 
5. Und wieviele PTCAs werden jaehrlich durchgefuehrt?
6. Ich habe gelesen, dass man 1992 noch sechs Monate auf seine Bypass Op warten musste. Ist das heute noch genauso oder hat es sich gebessert? 
7. Was ist, wenn ein Patient Kontraindikationen für eine Bypass- Op aufzeigt? Wie kann man dem denn noch helfen? 
8. Wird bei jeder Bypass OP ein provisorischer Herzschrittmacher eingebaut? 

Der Cardiologe:

Kurz die Antworten, die ich ohne eigene Recherche geben kann: 

1. das Jahr sollten Sie die Hersteller fragen 
2. ebenso (Streptokinaselyse als Urform) 
3. bitte die Chemie von den Herstellern erfragen (chemische Formeln) 
4. die Rotablation, Laser-Ablatíon sind klinisch praktisch tot und nur (Rotablation) in Sonderfällen noch anzuwenden 
5. es gibt eine jährliche Statistik, die immer etwa im September erscheint, auch im Internet veröffentlicht wird. Die genaue Adresse kann ich Ihnen aber leider nicht sagen (irgend ein Herr wie "Radenberger" o.ä. führt diese) 
6. die Termine der Bypass-OPs richten sich heute nach den Notwendigkeiten, wenn es sein muss sofort OP 
7. Kontraindikationen für eine Bypass-OP sind extrem selten - falls diese erforderlich ist und nicht andere Verfahren angezeigt sind 
8. In dem Zentrum in dem ich war (Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim) wurde jedem Patienten nach Bypass-OP ein Schrittmacherkabel gelegt, wird dann wenige Tage nach OP wieder gezogen.

Abbau von Ängsten
27.11. 2000 

Ich bin Sportlehrer von Beruf und habe mich dem Körper zugewendet. Seit 10 Jahren arbeite ich selbständig in der Bewegungstherapie. Ich selber komme vom Hochleistungssport, höher, weiter, schneller, centimeter, gramm und sekunde. Ich arbeite mit vielen Cardiopatienten zusammen. Meine Frage: Ist das Vertrauen der Patienten nicht das aller wichtigste, der Abbau von Ängsten und das Verständnis zu seinem eigenen Körper. Wer auch immer das lesen mag, ich freue mich auf eine Rückantwort und drücke den Wunsch aus, Erfahrungsaustausch zu betreiben.

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. M. Kuklinski, Aalen, beantwortet

Die Zusammenarbeit von Ärzten und Sportpädagogen ist sicherlich für viele Bereiche interessant, in der Kardiologie natürlich besonders. Eine Zusammenarbeit ist sicherlich eine lokale Angelegenheit und ich würde vorschlagen, dass Sie sich mit dem/den Kardiologen in Ihrer Region zusammentun.

Weißer Fleck am Herzen?
25.10. 2000 

Meine 65-jährige Mutter wurde auf Geheiß des Hausarztes ins Krankhaus eingewiesen, da bei Ihr starke Schwankungen des Pulses (zeitweilig unter 40) sowie viel zu lange Abstände zwischen den einzelnen Schlägen festgestellt wurden. Dazu kamen Probleme wie sehr starkes Schwindelgefühl, schwitzen sowie körperliche Abgeschlagenheit und Atemnot. Eigentlich sollte deswegen meiner Mutter heute ein Herzschrittmacher eingesetzt werden. Als ich sie besuchte, hieß es auf einmal, man könne keinen Herzschrittmacher einsetzen, weil das Herz einen weißen Schatten aufweist. Ein anderer Arzt meinte, die beiden Herzkammern pumpen einmal zuviel und einmal zuwenig Blut von der einen zur anderen? Jetzt soll sie in ein anderes Krankenhaus überwiesen werden. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich beunruhigt deswegen. Wie kann sich das innerhalb kurzer Zeit so verschlechtern? Vor etwa einem halben Jahr war meine Mutter bei einem Herzspezialisten, der ein EKG gemacht hat und ihr lediglich ein nervöses Herz bescheinigt hat, welches aber ansonsten ganz gut arbeite. Ich muß dazusagen, daß meine Mutter im Sommer eine Grippe hatte, die einige Zeit brauchte, um auszuheilen. Können die obigen Erscheinungen davon herrühren? Wenn ja, wie ernst ist so etwas?

Der Cardiologe:

Eine Grippe kann schon ausgeprägte Schädigungen am Herzen hinterlassen, auch am Leitungssystem. Welche Aspekte bei Ihrer Mutter mitspielen, ist mir aufgrund der Schilderung nicht ersichtlich, sie sollten noch einmal ein Gespräch mit den behandelnden Ärzten führen. Beste Grüße, Dr. med. Jürgen Hüting Internist 

Schokolade und Herz

Dürfen Herzpatienten Schokolade essen? Dies ist kein Scherz!

Der Cardiologe:

Sie sollten die Schokolade gegen Früchte der Saison eintauschen!
Der Grund: In Schokolade sind sehr viel Cholesterin und Neutralfette, diese ist somit sehr ungünstig. Wir werden Ihre Frage in der FAQ-Sektion aufgreifen und ausführlich beantworten.

Cardio-Uhr

Ich wende mich an Sie mit der Frage, ob Sie etwas von einer "Cardio-Uhr" gehört haben. Diese Uhr, die am Handgelenk zu tragen sein soll, ist in der Lage einen rechtzeitiges Warnsignal abzusetzen, wenn es die Überwachung dieses als nötig erachtet. Auf diesem Markt kenne ich mich nicht aus und würde von Ihnen gerne mehr Informationen über Ansprechpartner, Web-Sites, Stichwörter, Leistungsfähigkeit, Lieferant und Ähnliches haben.

Der Cardiologe:

Von einer Cardio-Uhr ist mir nichts bekannt. Möglicherweise ist hiermit ein sogen. Event-Rekorder gemeint, der Rhythmusstörungen aufzeichnen kann, jedoch nicht selbständig auswertet. M.E. ist ein solches Gerät, falls es denn auch existiert, mit der Warnung vor "gefährlichen Herzsituationen" überfordert. Eine gründliche fachkardiologische Untersuchung mit ihren Möglichkeiten ist sicherlich sinnvoller.

Loch in der Scheidewand

Bei mir ist ein Loch in der Vorhofscheidewand festgestellt worden. Sollte ein solcher Herzfehler auf jeden Fall operiert werden?

Der Cardiologe:

Defekte der Vorhofscheidewand sind sehr häufig (etwa 10%) der Bevölkerung und entwicklungsgeschichtlich zu erklären. Die Vorhofscheidewand besteht aus zwei Gewebslappen, die von den Seiten aufeinander zuwachsen und sich übereinander legen. Hierbei kommt es jedoch manchmal nicht zu einem vollständigen Verschluß und Verwachsen der Vorhofscheidewand, manchmal kommt es bei Hustenstößen und beim Pressen auch zu Übertritt von Blut vom rechten in den linken Vorhof.

Bedeutsam ist dies nur dann, wenn es zu einem Übertritt von Blutgerinnseln, etwa aus den Beinen stammend, vom rechten in das linke Herz kommt. Dies kann zu einem Schlaganfall führen. Glücklicherweise sind diese Ereignisse selten. Auch eine genaue Diagnostik und die Diagnosestellung eines Vorhofseptumdefekts machen oft die Entscheidung über das Vorgehen -Verschluss durch OP oder durch einen Katheter - schwierig. Solche Ereignisse treten oft nur einmalig im Leben auf...

"Luft am Herzen"

Bei einer Untersuchung, Abhören, Abklopfen beim Chiropraktiker fiel die
Bemerkung: "Sie haben da auch Luft am Herzen."
Leider wurde darauf nicht weiter eingegangen, eine Behandlung oder Behandlungsempfehlung wurde nicht weiterverfolgt.
Was bedeutet das, bzw. muss etwas unternommen werden?
Die betroffene Person ist männlich, 44 Jahre alt, Größe187 cm , Gewicht
99 Kg, Raucher.

Der Cardiologe:

Den Ausdruck "Luft am Herzen" gibt es nicht als stehende Diagnose beim Kardiologen. Sie sollten den Chiropraktiker fragen, was er damit meint.

Schwangerschaft und Herz

Ich hatte vor 4 Jahren eine Perimyokarditis. Bei den folgenden Untersuchungen wurde der Verdacht auf ein offenes Foramen ovale geäußert, zusätzlich wurde ein Mitralklappenprolaps mit diskreter assoziierter Mitralinsuffizienz festgestellt. Bei mir wird nun konsequent Endokarditisprophylaxe durchgeführt. Nun meine Frage: Kann ich mit dieser Diagnose gefahrlos schwanger werden oder stellt das eine zusätzliche Gefahr für Mutter und Baby dar?

Der Cardiologe:

Ein Mitralklappenprolaps ist eine sehr häufige Erscheinung bei jungen Frauen, die keinen Krankheitswert besitzt und sich in der Regel bei ausreichender Endokarditisprophylaxe (wenn denn eine geringe Undichtigkeit der Klappe besteht) auch nicht verschlechtert. Klinisch bedeutsam ist lediglich die manchmal auftretende Neigung zu Rhythmusstörungen. Auch ein offenes Foramen ovale ist sehr häufig und macht in aller Regel keine Probleme. Relevant wird dies lediglich bei Thrombosen etwa der tiefen Beinvenen, es kann dann zu einem sogenannten gekreuzten Shunt kommen mit Embolisierung durch den Septumdefekt in das Hirn und Schlaganfall. Aber auch dieser Fall bei Thrombosen ist sehr selten.
Sie können also unbesorgt schwanger werden und sich auf Ihr Baby freuen
.

Schwindel vom Herzen?

Habe oft Gleichgewichtsprobleme/Schwindel. Alle ärztlichen Untersuchungen ergaben normalen Blutdruck, Gesundes Gehör etc. Frage: Ist es möglich, trotz normalen Blutdrucks diese Probleme mit dem Kreislauf zu haben? Habe diese Probleme mittlerweile ca. 1,5 Jahre lang und sie werden immer stärker. Bin 35 Jahre jung, sportlich und ansonsten kerngesund.

Der Cardiologe:

Die von Ihnen geschilderten Probleme mit Gleichgewichtsstörungen und Schwindel sind häufig. Bei ansonsten normalen Blutdruckwerten sollten Sie beim niedergelassenen Kardiologen die Kopfgefäße und kardiovaskulären (Herz-Kreislauf-) Risikofaktoren untersuchen lassen, so die Blutfette, Blutzucker, auch das Rauchen aufgeben (falls Sie rauchen). Eine Untersuchung beim HNO-Arzt kann Aufschluss geben über eine eventuelle Ursache im Bereich des Innenohres, manchmal ist auch das Gehör mit geschädigt. 
Oft aber bringen alle diese Pflichtuntersuchungen auch keine befriedigende Ursache und bieten keinen kausalen Therapieansatz, so dass lediglich eine symptomatische Therapie mit schwindelhemmenden Substanzen (Antivertiginosa) bleibt.

Hyperventilation

Mein Mann hatte vor einem Jahr einen Herzinfarkt mit Herzstillstand in in einer Ambulanz erlitten und wurde reanimiert. Da ich hinter der Ambulanz auf den Weg ins Krankenhaus fuhr (die Reanimation erfolgte am Straßenrand) hatte ich einen großen Schock erlitten und wußte bis zum Eintreffen im Kankenhaus nicht, ob mein Mann noch lebte oder nicht. Das war am 9.10.99 Es folgten im Laufe des Jahres die nötigen Untersuchungen bis hin Zu Bypassoperation in dieser Woche. Da mein Mann vor ärztlichen Untersuchungen, Injektionen und dergl. eine panische Angst hat, fürchtete ich, daß er noch einen Infarkt erleiden könnte. Gestern nun, ich fuhr über die Autobahn nach Hause (wir wohnen in den Niederlanden) bekam ich Atembeschwerden, Angstzustände. Heute weiß ich ich, da der Arzt abends zu mir kam, das es es um eine Hyperventilation handelte. Ich muß noch bemerken, daß mich körperliche Arbeiten z. B. im Bücken putzen usw. sehr anstrengen. Ich bin 52 Jahre alt. Für Ihren Ratschlag wäre ich Ihnen sehr dankbar, denn ich habe vom behandelnden Arzt Beruhigungstabletten bekommen.

Der Cardiologe:

Ihre Stress-Reaktion mit Hyperventilation als Folge der Aufregung ist nur zu verständlich, dies auch mit Bezug auf die noch bevorstehenden Unsicherheiten bzgl. der Operation Ihres Mannes. Beruhigungstabletten sind hier sicherlich nur ein sehr kurzfristig einsetzbares, wenngleich oft sehr nützliches Mittel. Sie solklten mit Ihrem Mann (Kindern, Freunden) über Ihre Situation sprechen und sich Ihre Ängst vom Herzen reden. Dann wäre ein sportlicher Ausgleich sinnvoll, um die angestaute Energie zu kanalisieren. Sinnvoll wäre ggf. ein kardiologischer Reha-Sport zusammen mit Ihrem Mann nach der Operation, oder eine Sportart aus Ihrer Jugend, die Sie mit Freude gemacht haben.

"Zucken und Ziehen"

Ich habe seit einiger Zeit (ca. 1 Jahr) in der Brustmitte für 2-3 sec ein Zucken und ein Ziehen. Danach ist wieder alles i.O. Ca. 2 mal im Monat (aber kein Ausstrahlen nach links, mir wird auch nicht schlecht und sonst keine Herzsymptome). Dies ist immer in einer Ruhesituation. Ich bin Sportler ( 35 Jahre, 85 kg, rauche nicht, trinke wenig Alkohol, habe leicht erhöhtes Cholersterin, aber sehr viel Stress) Bei Belastung habe ich keinen Probleme. Mein Hausarzt hat auch mehrere EKG's geschrieben und er meint es wäre alles in Ordnung. 1995 im Dezember ist mein Herz bei dem Kardiologen komplett gecheckt worden, alles i.O. Meine Frage, kann diese Zucken vom Herz kommen ? Wenn ja, ist es gefährlich ?

Der Cardiologe:

Natürlich kann das Zucken vom Herzen kommen, wenn Sie sich jedoch regelmäßig vom Kardiologen durchchecken lassen und die Ergebnisse völlig normal sind, sollten Sie beruhigt sein. Ihre Beschwerden sprechen eher für eine Ursache von Seiten der Wirbelsäule, aber eine Ferndiagnose ist hier natürlich völlig unmöglich. Bei Fortbestehen der Beschwerden sind routinemäßige Kontrollen in kürzeren Abständen als den jetzt erwähnten 5-jährigen Intervallen notwendig, empfohlen werden 1-jährige Kontrollintervalle. Auch wenn die Beschwerden bisher (in 1995) nicht vom Herzen kamen, schützen Beschwerden von anderen Organen (etwa Wirbelsäule, Lunge, Speiseröhre etc.) natürlich nicht vor Herzproblemen. Also- lassen Sie sich noch einmal gründlich vom Kardiologen untersuchen, insbesondere auch mit Anamnese, Kontrolle der Blutfette, des Blutdrucks etc...

Rechtstyp - was ist das?

Heute habe ich in meiner EKG-Ableitung im Rahmen des Physiologie-Praktikums festgestellt, dass ich einen Rechtstyp (103 Grad) habe. Meine Frage ist, wie weit dies pathologisch ist, und ob es einen Zusammenhang mit meinem Aortenklappenströmungsgeräusch (dass laut meines Kardiologen jedoch harmlos ist) geben könnte. Ich bin 21 Jahre alt, nicht übergewichtig und einigermaßen gut trainiert.

Der Cardiologe:

Der Rechtstyp ist bei Ihnen am ehesten Ausdruck Ihre Schlankheit, ist ein normaler Lagetyp bei "Asthenikern" oder auch normalgewichtigen jungen Menschen, bes. auch bei Frauen. Der Rechtstyp hat sicherlich nichts mit einem Aortenklappen- strömungsgeräusch zu tun, dieses sollte separat untersucht werden.Häufig ist ein solches Strömungsgeräusch in der Jugend akzidentiell, d.h. durch Turbulenzen im linksventrikulären Ausflusstrakt und über die Aortenklappe bei sehr lebhafter Blutströmung und Herzaktion bedingt; auszuschließen durch Echokardiographie ist (und wurde ja bei Ihnen) eine alte Entzündung der Herzklappe mit entsprechenden Veränderungen, die ggf. eine Endokarditisprophylaxe erforderlich machen könnte.

Bluthochdruck als Familiengeschichte?

Ich bin 56 Jahre alt und berufstätig, habe 3 Kinder geboren. Bis zur Menopause hatte ich einen Blutdruck von 120 und niedriger zu 80. Mit Mitte 40 begann der Blutdruck zu steigen. Seit einem Jahr nehme ich pro Tag 1 Tablette 16 mg Blopress zur Regulierung. Ich komme mit dem Präparat sehr gut zurecht. Zur Urlaubszeit sinkt mein Blutdruck aber morgens bis auf 110 zu 70. Ich bin von Beruf Geschäftsleitungssekretärin und fühlte mich vor Jahren zwar oft überfordert, heute sehe ich die Sache etwas gelassener. 

Meine Mutter hatte unbehandelten Blutdruck und ist an einer Gehirnblutung gestorben. Meine Schwester und einer meiner Brüder haben ebenfalls hohen Blutdruck. 

Ich nehme ungern Medikamente. Habe ich eine Chance, irgendwann auf die Medikamente verzichten zu können? Evtl. als Rentnerin? Welche Auswirkung hat die Menopause auf den Blutdruck oder fallen dort nur Alter und Menopause zusammen? Ich wiege bei 153 cm 61,5 kg. Ich weiß, daß das zuviel ist, aber alle Anstrengungen sind bisher erfolglos. Ich mache 1 mal in der Woche Aerobic Gymnastik und gehe 1 mal schwimmen, außerdem tauchen mein Mann und ich. 

Ich habe noch eine zweite Frage. Ich habe schon seit Jahren tagsüber Herzstolpern. Meine Mutter hatte dies ebenfalls und meine Schwester auch. Wenn ich mich beim Sport anstrenge tritt das Stolpern nicht vermehrt auf. Beim EKG trat dies natürlich nicht auf. Ich hatte jedoch 2 x nach dem Tauchen für ca. 15 Min. Stolpern. Dabei kam zur Anstrengung allerdings erhebliche Aufregung hinzu. Einmal hatten wir den Rückweg nicht gefunden, ein zweites Mal mussten wir einen Checktauchgang auf dem Bauch im knietiefen Wasser absolvieren. Ist solches Herzstolpern besorgniserregend? Bei der letzten Blutuntersuchung stellte sich ein leichter Mangel an Mineralien im Blut heraus.

Der Cardiologe:

Es ist ganz wichtig, dass Sie Ihre Bluthochdruck-Krankheit vor dem Hintergrund Ihrer Familiengeschichte sehen und entsprechend auch die Relevanz beurteilen. 

Es ist anzunehmen, dass eine familiäre Disposition zu Hypertonie besteht; diese wird bei Frauen oft zum Zeitpunkt der beginnenden Menopause aktuell und tritt zunächst oft als instabiler Bluthochdruck mit teils krisenhaften Blutdruckanstiegen auf, im Wechsel mit normalem Blutdruck. Die medikamentöse Einstellung ist dann sehr schwierig, oft unmöglich. Mit zunehmendem Alter kommt es dann häufig zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Bluthochdruck, der durch mehrere Faktoren normalisiert werden sollte. (Tipps)

Manchmal führt trotz nicht-medikamentöser Maßnahmen, insbes. Ausdauersport, kein Weg an einer medikamentösen Dauertherapie vorbei. Der Zeitraum dieser Therapie ist nicht vorhersehbar. Es ist aber zu raten, zunächst über eine gewisse Zeit, etwa 1-2 Jahre, zu behandeln, um dann unter Ausschöpfung aller unterstützenden Maßnahmen eine Dosisreduktion und ggf. ein ausschleichendes Absetzen der Medikamente zu versuchen.

Zu Ihrer zweiten Frage: Herzstolpern ist in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle völlig harmlos. Es ist jedoch zur Beurteilung erforderlich, im Rahmen einer kardiologischen Durchuntersuchung zunächst zugrundeliegende Herzkrankheiten auszuschließen: insbesondere sollten 

  • eine Herzmuskelschädigung
  • eine Durchblutungsstörung 
  • oder ein Klappenschaden 

ausgeschlossen werden. Ein Langzeit-EKG sollte höhergradige Rhythmusstörungen ausschließen oder zumindest unwahrscheinlich machen. 

Manchmal hilft die Mineralkombination von Magnesium und Kalium, die Wirkung wird aber in der Regel überschätzt und ist eher auf eine psychische Komponente zu beziehen. 

Auf jeden Fall: bleiben Sie so aktiv wie Sie es schildern, zur Sicherheit sollten Sie sich aber regelmäßig, am besten einmal pro Jahr, kardiologisch untersuchen lassen.

Niedriger Blutdruck im Sommer

Ich bin 29 Jahre alt, weiblich. Gerade jetzt im Sommer habe ich häufig Schwindel und niedrigen Blutdruck. Was ist zu tun?

Der Cardiologe:

Von Medikamenten wird hier zunächst abgeraten, diese führen oft zu Herzrasen. Günstig ist der kontrollierte Konsum von viel Flüssigkeit (3 l /Tag) und Salzen, wichtig auch kaliumreiche Säfte (Fruchtsäfte, etwa Orangen- oder Apfelsaft), ausreichendes Salzen der Speisen. Vorausgesetzt wird natürlich, dass Herz und Nieren ansonsten gesund sind.

Cor Pulmonale und Rechtsschenkelblock

Mein Arzt hat bei mir ein Cor Pulmonale und einen Rechtsschenkelblock festgestellt. Was bedeutet das für mich?

Der Cardiologe:

Ein Cor pulmonale ist eine Belastung der rechten Herzkammer durch einer erhöhte Beanspruchung infolge einer Lungenerkrankung, häufig bei Asthma bronchiale. Folge der Lungenerkrankung ist ein erhöhter Widerstand der Lungenstrombahn, dies durch Engstellung der Lungengefäße oder auch -chronisch- eine Verminderung und Verödung (Rarifizierung) von Lungengefäßen. Es kommt dann zu einem erhöhten Druck im Lungenkreislauf, dieser muss durch die rechte Herzkammer bewältigt werden. Es kommt zu einer Verdickung der Muskulatur der rechten Kammer und auf lange Sicht oft zu einer Erweiterung der Herzkammer. Eine Überlastung kann dann zu einer Schädigung der Muskeln des rechten Herzens und auch der dort verlaufenden Leitungsbahnen führen, es kommt zum Rechtsschenkelblock.Der Rechtsschenkelblock ist an sich - dies im Gegensatz zum Linksschenkelblock - mit keiner Einschränkung der Lebenserwartung verbunden und daher an sich ungefährlich. Es muß aber auch hier das gesamte Krankheitsbild im Kontext gesehen werden, eine Untersuchung vom Kardiologe in Zusammenarbeit mit einem Pulmologen (Lungenfacharzt) kann zu einer adäquaten Beurteilung und Therapie erforderlich sein.

Psychische Ursache?
19.09.2003

Ich bin 37Jahre (3Kinder). Ich verspüre seit 1 Jahr extreme Erschöpfung, nach 1 Sectio und 1 Gallen-OP. Ich hatte auch sehr viel Streß mit meinem Jüngsten, so daß ich seit über 1 Jahr eine extreme Erschöpfung in mir verspüre. Desweiteren teile ich Ihnen mit, daß ich seit fast 20 Jahren an einer Angst-Panikstörung leide, die mit der Erschöpfung wieder voll da war. Wie ich mit meiner Angst umzugehen habe, daß hab ich gelernt. Nun hab ich seit dieser Erschöpfungsphase immer wieder Extrasystolen, vermehrt wenn ich unter Streß stehe oder unter der Anspannung, der Ängste. Im vorigem Juli hatte ich eine Sepsis ausgelöst durch ein Handekzem. Nun nach der Sepsis verspürte ich immer wieder unerträgliche Schmerzen und Extrasystolen, wobei auch Panik entstand mit Blutdruckwerten über 200 und Puls bis 160 Schlägen. Ich zum Kardiologen, er Langzeit EKG, Ruhe und Belastungs EKG, Herzultraschall. Diese Extrasystolen waren sichtbar im EKG und er meinte es wäre eine psychosomatische Störung, wollte mit Betablockern behandeln, die ich aber nicht nehmen konnte wegen meiner hohen Allergiebereitschaft. Man könnte auch ein sanftes Beruhigungsmittel nehmen. Aber ich werde meine Herzängste nicht los. Vor 3 Wochen hatte ich eine heftige Allergieattacke, wonach ich dann auch ein Allergiepräparat eingenommen habe und seit dem ist mir aufgefallen, daß ich eigentlich gute Blutdruckwerte habe 120/70- 130/80, aber was mir aufgefallen ist, daß mein Puls ziemlich langsam tickt, sogar runter bis 47 Schläge. Auch wenn ich jetzt Panik habe erhöht sich der Wert nur minimal bis auf 90 Schläge. Ich weiß nicht was das soll, meine Ärztin meint, ich solle mich mehr bewegen, daß der Kreislauf in Gang kommt. Aber wenn ich mich dann bewege, dann hab ich teilweise bis zu 10 Extrasystolen hintereinander, was dann wieder Panik auslöst. Ich weiß überhaupt nicht mehr, was richtig ist, ich mach auch viel Entspannung, so hab ich meine Ruhe wieder gefunden, aber mein Puls sinkt dann sehr rapide. Auch ist mir schon seit Wochen kalt, ich werd nicht warm, da sagte mir meine Ärztin heute, daß ich mich mehr bewegen soll und mehr trinken soll, daß der Stoffwechsel angeregt wird. Ich bin so verunsichert und weiß überhaupt nicht mehr, was ich glauben kann und was nicht, aber diese Herzangst, die macht mich ganz schön mürbe. Vielleicht haben Sie ja noch ein Rat, ich wäre Ihnen dankbar.

Der Cardiologe:

An Ihrer Stelle würde ich Kontakt zu einem niedergelassenen Kardiologen halten, der Ihnen die Angst vor bedeutsamen Herzkrankheiten und einer Gefahr bei Pulsunregelmäßigkeiten nimmt. Sie sollten sich nach einer grundlegenden Untersuchung dort bei Bedenken zur Belastungs-EKG Kontrolle vorstellen, um Sicherheit zu haben.

Bewegung ist auf jeden Fall gut, dies auch als Ausgleich zu der Belastung mit den Kindern. Hierdurch kann häufig die Zahl der Medikamente minimiert werden, dies wichtig bei Ihrer Allergie. Die Psychosomatik würde ich hintenanstellen ...

Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.01.2014