Kardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Hüting, Bad Oeynhausen
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Patienten fragen - der Kardiologe antwortet Nr. 18 Klappenerkrankungen
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Klappenerkrankungen
 

Bitte beachten Sie: 
Diese Ratschl�ge gelten keinesfalls als endg�ltige Medikation. Sie sollen f�r Sie au�er allgemeiner Information nur einen Anhaltspunkt bieten, wann Sie sich sp�testens an Ihren Hausarzt bzw. Kardiologen wenden sollten!

Biskuspide Aorteklappe - sofort operieren o. warten; biologische o. künstliche Klappe wählen?
11.01.07

Bei mir (23 Jahre, 1,75 m, 72 kg) wurde vor kurzem eine asymptomatische bikuspide Aortenklappe (Anm. d. Red.: Aortenklappe mit nur 2 Klappensegeln. Normal hat diese Klappe 3 Segel) mit schwergradiger Aorteninssuffizienz, eine leichte Erweiterung der Aorta ascendens (aufsteigender Ast der Aorta) und eine schwere Dilatation der linken Herzkammer festgestellt. Eine OP wird 100%ig stattfinden, es ist nur eine Frage der Zeit, hat man mir gesagt.

Meine Fragen:
1. Ich spiele leistungsmäßig Fußball, kann ich das je wieder tun?
2. Besser sofort operieren oder warten?
3. Biologische oder künstliche Klappe; Vorteile/Nachteile?

Der Cardiologe:  

Höchstleistungen sind mit eigener schwer defekter und auch mit ersetzter Klappe nicht mehr möglich, lediglich mittlere Belastungen.

Der OP-Zeitpunkt hängt von vielen Parametern ab, dies sollten Sie mit Ihrem Kardiologen besprechen, lässt sich nur individuell und häufig aus dem Verlauf bestimmen.

Falls keine gewichtigen Gründe dagegen sprechen, wählt man eine Kunstklappe - diese hält länger.

Ermüdungserscheindungen und Schwindel - liegt es an dem Aortenklappenfehler?
06.11.06

Ich hatte vor 6 Jahren eine Endokarditis (Anm. d. Red.: Herzentzündung). Jetzt Aortenklappensklerose Grad II und fibromatöse Verdickung der Mitralsegeln.

Ich ermüde sehr schnell und bekomme beim Schwimmen sehr hohen Puls und Schwindelgefühle. Der Puls ist auch ohne Anstrengung ca. 100 hoch, bei Anstrengung sehr viel mehr: was würden Sie mir raten?

Der Cardiologe:  

 
Ein Aortenfehler Grad II dürfte nicht zu klinischen Beschwerden führen, ebenso eine Mitralsegelverdickung, falls die Myokardfunktion normal ist. Ggf. sollten andere Gründe für die Ermüdung gesucht werden, etwa auch pneumologische – oder auch Trainingsmangel.

Mitralklappenprolaps - plötzlich auftretende Herzstiche
08.06.06

 

 

 

 

 

Ich bin weiblich, 41 Jahre alt, zwei Kinder, momentan nicht berufstätig, Normalgewicht, außer mehrmals pro Woche (jeweils ca. 4 km) Radfahren kein Sport, Nichtraucherin, trinke sehr selten mal ein Glas Alkohol. An gesundheitlichen Einschränkungen besteht bei mir ein stark vermindertes Hörvermögen auf einem Ohr (nur noch ca. 15 %) nach Hörsturz vor einigen Jahren, zudem seit diesem Hörsturz unregelmäßige Schwindelzustände.

Seit dem Jahr 2004 ist bei mir ein leichter Mitralklappenprolaps mit geringgradiger Mitralinsuffizienz bekannt. Meine Kardiologin riet lediglich zur Endokarditis-Prophylaxe und zu jährlicher Kontrolle. Meine Mutter bekam ebenfalls diese Diagnose, insofern wird es wohl erblich bedingt sein. Mein Vater leidet an Rhythmusstörungen, war schon ein Mal im Krankenhaus wg. Vorhofflimmern, nimmt Betablocker ein.

Ich ging 2004 ursprünglich wegen Herzstichen, Herzrasen und Rhythmusstörungen zum Kardiologen. Es wurde nach Farbdoppler die obige Diagnose gestellt, jedoch gesagt, daß der Prolaps NICHT für die Herzstiche etc. verantwortlich sei. Ein Langzeit-EKG zeigte außer leichten Rhythmusstörungen, nächtlichen Tachykardien und kurzen Aussetzern nichts Beunruhigendes und keine gefährdenden Arrythmien.

Nach Aufsuchen eines Orthopäden bin ich nun auch nicht schlauer, von der Wirbelsäule kommen die Stiche jedenfalls seiner Meinung nach nicht, obwohl ich eine Skoliose und eine leichte Verformung der Halswirbelsäule habe. Diese Herzstiche sind sehr schmerzhaft, zudem beängstigend (habe jedesmal Todesangst), und schränken mich in meinem Tagesablauf enorm ein. Mein Hausarzt meint, HERZSTICHE können nicht auf einen Herzinfarkt bzw. sonstige Schädigung des Herzens hindeuten, sie wären eher psychosomatisch oder orthopädisch begründet. DUMPFE, DRÜCKENDE Schmerzen jedoch sollte ich ernstnehmen.

Sie können sich vorstellen, daß mir dies alles nicht sehr viel weiterhilft und mich auch nicht beruhigt, zumal die Stiche momentan wieder häufiger auftreten. Psychische Probleme habe ich nicht, auch keinen sonstwie belastenden Tagesablauf.

Meine Frage an Sie:
Was könnte diese Herzstiche noch hervorrufen?
Kann man wirklich nichts dagegen tun?
Muß ich nun damit leben, weil es ja angeblich "ungefährlich" ist?

Der Cardiologe:  

 
Plötzliche Stiche im Brustkorb sind nach der Anamnese am
ehesten der Wirbelsäule zuzuordnen, wobei häufig keine radiologischen Veränderungen erkennbar sind. Zur Sicherheit würde ich auf jeden Fall aber auch eine aktuelle kardiologische Untersuchungen - nicht zuletzt wegen des Hörsturzes - mit Gefäßuntersuchung durchführen lassen.

Mitralklappeninsuffizienz - Rekonstruktion nicht möglich oder doch?
08.05.06

Ich bin weibl. 42, 164cm  / 62 Kg, ab 150 Watt Extrasystolen, keine Atemnot, gelegentliches Stolpern bemerkbar, seit 2000 Mitralklappenprolaps mit Insuffizienz II-III.°, jährliche Kontrolle durch Kardiologen.

Kontrolluntersuchung 2006: TEE Mitralinsuffizienz III-IV.°, Reflux 50%., es soll Herzkathederuntersuchung folgen, es wurde eine OP angeraten, Rekonstruktion wohl nicht möglich, künstliche Herzklappe empfohlen.
Gibt es Kliniken die Rekonstruktionen auch bei diesem Befund durchführen?

Der Cardiologe:  

 

Die Möglichkeit zur Rekonstruktion hängt von vielen Merkmalen Ihrer Klappe ab, insbesondere dem Grad der Verkalkung der Klappenstrukturen und der die Klappe tragenden und haltenden Strukturen. Dies kann durch Ultraschall (TTE oder TEE) in der Regel sehr gut beurteilt werden. Manchmal allerdings kann die Entscheidung auch erst intraoperativ gefällt werden.

Aortenklappeninsuff. II° - ist eine Operation notwendig?
10.04.06

 

Bei mir (25, m) wurde 1998 eine insuffiziente Aortenklappe II Grades diagnostiziert, ich lasse deshalb alle zwei Jahre eine Untersuchung beim Kardiologen durchführen. Der Kardiologe konnte mir aber nicht sagen, ob die Klappe irgendwann mal ausgetauscht werden muss.

Ich habe natürlich kein Interesse an einer solchen Operation, da dies eine lebenslange chronische Erkrankung mit Medikamenteneinnahme bedeuten würde.

Bei der letzten Untersuchung wies der Kardiologe mich darauf hin, dass die Klappen verdickt wären, was aber aufgrund des biologischen Materials normal ist.

Nun meine Frage:
Ist damit zu rechnen, dass sich der Zustand im Laufe der Jahre verschlechtert oder bleibt er in der Regel stabil (z.B. im Hinblick auf spätere Verkalkungen)?
Gibt es Statistiken, dass Patienten eher operiert werden oder ist die Wahrscheinlichkeit einer Operation eher gering?

Der Cardiologe:  

 

Wenn sich die Klappe seit vielen Jahren konstant hält und Sie die Empfehlungen zur Endokarditisprophylaxe beachten, dürfte eigentlich auch weiterhin kons. Vorgehen möglich sein.

Zur Sicherheit würde ich aber auch weiterhin die regelmäßigen Kontrolle - alle 2 Jahre wie bisher - wahrnehmen. Ansonsten sollten Sie diesen Schönheitsfehler einfach vergessen ...

Mitralklappenprolaps mit Mitralinsuffizienz I. Grades - ist Klappenersatz nötig?
23.01.06

Bei mir ist ein Mitralklappenprolaps mit Mitralinsuffizienz I.Grades seit einem Jahr bekannt. Ich nehme keine Medikamente. Jetzt war ich zur Kontrolle und der Kardiologe diagnostizierte Grad I-II, meinte aber, es hätte sich nicht verschlechtert.

In meinem Herzpass, den ich vor einem Jahr ausgehändigt bekommen habe, steht aber Grad I. Ich habe jetzt Angst, dass bald eine Herzklappenoperation anstehen könnte.

Was meinen sie dazu?
Wie lange kann man mit einem MKP ohne Klappenersatz leben?

Der Cardiologe:  

 

Die Einschätzung von Klappenundichtigkeiten im Farbdoppler ist immer subjektiv und von Untersucher zu Untersucher bzw. von Tag zu Tag unterschiedlich. Sie solllten sich hier nicht irritieren lassen, sondern darauf vertrauen, wenn Ihr Kardiologe den Befund für konstant hält.

Bei Beachtung der entsprechenden Endokarditisprophylaxe hat man in der Regel keine Probleme, auch keinen Klappenersatz, zu fürchten.

Aortenklappeninsuffizienz III.Grades - ist eine OP notwendig?
16.11.05

Bei mir (28 J.) bestehen seit mehreren Jahren kurze Herzrhythmusstörungen mit max. 2 Sekunden Dauer, die manchmal öfter auftreten, dann wieder einige Wochen verschwinden und mich in der körperlichen Leistungsfähigkeit nicht beeinflussen. Trotzdem wollte ich es untersuchen lassen, und es wurde nun eine Undichtigkeit der Aortenklappe /Aortenklappeninsuffizienz III. Grades festgestellt (mittels transoesophagealer Echokardiographie /Schluckecho).

Ich habe einen enddiastolischen Durchmesser des linken Ventrikels (Durchmesser der li Kammer während das Blut aus dem Herzen gepumpt wird) von 65mm, körperlich bin ich wie gesagt nicht eingeschränkt. Iich habe keine Symptome, eine Ergometrie zeigt mich voll belastbar (bin 1,92 cm groß, 77 kg Körpergewicht).

Ist eine Operation jetzt bereits nötig oder sollte ich bis auf weiteres ACE-Hemmer einnehmen und in kurzen Abständen kontrolliert werden?

Der Cardiologe:  

 

Die OP-Indikation bei Aorteninsuffizienz III° ist immer wieder Diskussionspunkt. Tendenziell operiert man heute früher, insbesondere bevor eine Schädigung des Muskels nachweisbar ist.

Ein Kriterium ist die Abnahme der Ejektionsfraktion unter Belastung im Technetium- Myokardszintigramm, die dann eine beginnende Erschöpfung anzeigt. Wichtig ist aber insbesondere das geschulte Auge des Untersuchers und Kardiologen sowie die Verlaufskontrolle, die eine Zunahme der Erweiterung anzeigen kann. Leider kann man in Ihrem Fall direkt hierzu kein Urteil von ferne abgeben.

Mitralklappenprolaps - muss ich auf Sport verzichten?
18.10.05

 

Aufgrund eines Checkups im Rahmen meiner Marathonvorbereitung mit Echo und Belastungs-EKG wurde bei mir (w, 35 J., 55 kg, 166 cm) ein Mitralklappenprolaps mit Undichtigkeit bei einem Cardiologen festgestellt. Ich bereite mich seit 9 Monaten auf meinen ersten Marathon vor und bin nun verständlicherweise verunsichert. Ein bereits bestehendes Belastungs-Asthma (nur bei starker Anstrengung), auf ein früheres allergisches Asthma zurückzuführen, behandele ich mit Berodual-Spray vor dem Training. Einen Rückfluss durch die Klappe hat der Cardiologe allerdings nicht erwähnt, sondern einen "Nachfluss".

Seiner Meinung nach könnte ich den bevorstehenden Marathon in Berlin zwar noch machen, sollte aber künftig auf solche Anstrengungen verzichten. Nach dem ersten Schreck hat es mich natürlich erst mal erleichtert, dass ich nicht "umsonst" trainiert habe, nun mache ich mir aber doch Gedanken, warum ich dann nicht auch künftig Marathon laufen kann (unabhängig davon, ob ich das überhaupt noch will)? Dieser Widerspruch hat mir nun eine schlaflose Nacht bereitet, da ich meine Gesundheit durch das Laufen ja nicht auf´s Spiel setzen möchte - im Gegenteil.

Der Cardiologe:  

Normalerweise beeinträchtigt ein Mitralklappenprolaps mit geringer Undichtigkeit die Belastbarkeit überhaupt nicht. Mit zunehmender Herzfrequenz und zunehmendem Schwung des Kreislaufs wird die Undichtigkeit normalerweise geringer und ist dann in der Regel kaum mehr nachweisbar. Sie sollten aber mit Ihrem Kardiologen noch einmal über Ihre Bedenken sprechen.

Endokarditisprophylaxe bei Mitralklappenprolaps - was, wenn sie vergessen wird?
10.05.05

Ich bin 31 und bei mir wurde vor 14 Jahren Mitralklappenprolaps festgestellt. Außer gelegentliches Herzstechen und früher auch Herzrasen, kann ich damit gut leben. Ich laufe seit 3 Jahren Marathon (mein Arzt gab mir grünes Licht) und habe auch hier keine Probleme.

Aufpassen soll ich beim Zahnarzt, dass hier eben eine Antibiotika- Prophylaxe gemacht wird. Und genau das ist meine Frage:

Vor gut zwei Jahren wurde bei mir (Notfall) ein Zahn gezogen, ohne irgendeine Prophylaxe zu bekommen. Und auch bei sonstigen Behandlungen beim Zahnarzt (Zahnstein entfernen usw.) nehme ich keine Antibiotika ein. Ich würde gerne wissen, wenn diese Prophylaxe mal vergessen wird, ob man dann gleich vom Schlimmsten ausgehen muss, und wie man einen solchen Bakterienbefall spürt?

Der Cardiologe:  

 
Bei geringen Klappenveränderungen ist es in der Regel unproblematisch wenn eine Endokarditisprophylaxe einmal vergessen wird. Sie sollten hier aber dennoch Ihr möglichstes tun, auch Ihren Zahnarzt informieren, damit er es in seiner Patientenkarte notiert …

Druckgefühl im Herzbereich. Muss ich mir Sorgen machen?
21.10.04

 

 

 

Inzwischen 37 Jahre, lebe ich mit angeborener Aortenklappenstenose (im letzten Jahr Schweregrad I - II eingestuft).

Es ärgert mich, dass ich beim Laufen (Joggen) immer recht schnell Pausen machen muss, beim Fahrradfahren in letzter Zeit manchmal etwas Mühe habe, aber kann ansonsten damit leben.

Meine Frage:
Bin heute Nacht (bin etwas erkältet) aufgewacht mit Atemnot. Instinktiv setzte ich mich ins Bett und versuchte mit kurzem Atem die Atmung wieder herzustellen. Dabei hatte ich im Brustbereich Schmerzen. Ich kenne kurze Atemnöte. Diese treten aber meist am Tag auf (aber auch nachts) und dabei habe ich nicht diese Schmerzen im Bereich des Herzens. Heute morgen hatte ich Blut in der Nase und irgendwie noch ein komisches Gefühl im Herzbereich, vielleicht kann ich es als Druckgefühl beschreiben.  Muss ich mir Sorgen machen?

Der Cardiologe:  

 
Sie sollten sich einmal im Jahr, bei Beschwerden auch häufiger, von einem Kardiologen untersuchen lassen, sich den Herzfehler im Ultraschall /Doppler zeigen und in der Schwere erklären und beurteilen lassen. In diesem Rahmen sollte eine für Sie maximale Belastung durchgeführt werden, damit Sie die Sicherheit haben, die Sie in Ihrem Alter brauchen, um sich maximal und ohne Angst belasten zu können...

Bikuspidale Aortenklappe. Wie ist der Verlauf der Krankheit?
09.07.04

 

 

Ich bin 26 Jahre alt und bei mir wurde vor kurzem eine geringgradige Insuffizienz meiner bikuspidalen Aortenklappe diagnostiziert. Dies war aber der pure Zufall, da ich nach einer bakteriellen Infektion nur routinemässig am Herz untersucht worden bin. Man wollte eine Myo- bzw. Endokarditis ausschließen. Dabei wurde aber auch zum ersten mal festgestellt, dass es sich dabei um eine bikuspidale Klappe handelt.

Meine Fragen dazu sind:

1. Da ich sportlich sehr aktiv bin, würde mich der wahrscheinliche Verlauf der Krankheit sehr interessieren.

2. Bin ich daduch eingeschränkt und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Grad der Insuffizienz in naher Zukunft verschlechtert oder evtl. sogar verbessert?

3. Ist es ebenso möglich, dass durch die zweiflüglige Klappe die Insuffizienz seit Geburt besteht?

4. Und zuletzt: welche Symptome sind bei dieser Gradierung schon spürbar?

Der Cardiologe:  

Bikuspid angelegte Aortenklappen sind nicht selten und kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist eine ausreichende Endokarditisprophylaxe, die Belastbarkeit ist hierdurch nicht eingeschränkt. Eine Verschlechterung ist nicht zu erwarten, zur Sicherheit würde ich in regelmäßigen Abständen mit Herzecho kontrollieren lassen ...

Mitralklappenprolaps oder Aortenklappeninsuffizienz? Zwei Ärzte - zwei Meinungen
24.06.04

 

 

Ich bin weiblich, 34 jahre alt, war mehr sehr sportlich, in letzer Zeit leider nicht mehr. Neige schon immer zu einer Sinusarrhythmie, sehr schweren Erschöpfungszuständen und zu hohem, teils unregelmässigen Puls bei körperlicher Belastung.

Bei mir wurde vor zwei Jahren folgendes festgestellt:
"Mitralklappe anterior gering sklerosiert und etwas prolabiert, keine Mitralklappeninsuffizienz. Linker Vorhof normal groß, Aortenklappe unauffällig. Sprich: leichter Mitralklappenprolaps."

Zwei Jahre später, d.h. vor ein paar Wochen habe ich dann eine Nachfolgeuntersuchung machen lassen. Ich weiss, eigentlich müsste ich das jährlich tun. Dabei kam dann etwas vollständig anderes heraus: "Das linkskoronlae Arotenklappensegel ist leicht fibrosiert. Gute Separation. Farbdopplersonographisch Nachweis einer minimalen Aortenklappeninsuffizienz. Ergebnis: geringfügigen Aortenklappeninsuffizienz wohl postendokarditischer Genese bei trikuspider Aortenklappe. Ein Mitralklappenprolaps ließ sich nicht nachweisen."

Nun.. zwei Ärzte - zwei Meinungen. Was raten Sie mir? Ich bin in Versuchung einen dritten aufzusuchen, bzw. denken Sie, ich sollte mich mal 2 Tage in einem Krankenhaus von oben nach unten durchchecken lassen?
Was raten Sie mir hinsichtlich Sport? Auch da gehen die Meinungen auseinander. Mein Hausarzt meinte "alles erlaubt", im Internet lese ich immer wieder "eher Schonung, weil Herz nicht trainierbar".

Der Cardiologe:  

Die Diagnosestellung eines Mitralklappenprolaps hat eine subjektive Komponente, die Diagnose wird visuell ohne wirklich objektivierbare Kriterien gestellt, erst bei ausgeprägten Befunden, insbesondere bei einer Mitralinsuffizienz wird die Diagnose sicher und von jedem Kardiologen gestellt. Insofern sollte Sie die unterschiedliche Beurteilung nicht verunsichern. Falls eine Undichtigkeit der Aortenklappe festgestellt wurde sollte eine Endokarditisprophylaxe diskutiert werden.

Kann die Trikuspidalinsuffizienz wieder verschwinden?
24.06.04

Ich (24 Jahre alt) bin vor ca. 6 Monaten am Herzen operiert worden, wegen eines ASD (sinus venosus defekt) und Fehleinmündung beider rechter Lungenvenen in den rechten Vorhof. Das Shuntvolumen betrug vor der Operation 66 % außerdem hatte ich eine pulmonale Hypertonie mit einem PAP syst. von 50 mmHg, einen vergrößerten rechten Vorhof und Vertrikel und eine Trikuspidalinsuffizienz im Schweregrad I bis II.

Jetzt war ich zur Kontrolluntersuchung und mein Arzt hat gemeint, dass der RV (rechter Vorhof) immer noch vergrößert sei und auch die Klappeninsuffizienz besteht noch.

Meine Frage:
Besteht die Chance, dass der RV wieder „normal groß“ wird und dadurch auch die Trikuspidalinsuffizienz wieder verschwindet – wenn nicht was bedeutet das für mich in der Zukunft?

Der Cardiologe:  

Häufig bleiben Herzveränderungen, insbesondere Größenänderungen und Klappeninsuffizienzen, auch nach anatomischer Korrektur bestehen. Grund genug, eine Verschlechterung durch Kontrollen und jeweils angepasste Therapie entgegenzuwirken. Empfehlung: 1x /Jahr Kontrolle beim niedergelassenen Kardiologen, der die Vorbefunde kennt.

Schwangerschaft trotz Aortenklappeninsuffizienz
31.03.04

Meine Frau ist im dritten Monat schwanger. Der Kardiologe hat vor der Schwangerschaft eine Aortenklappeninsuffizienz 1-2 Grades festgestellt. Jetzt hat sich der Grad auf 2 verschlechtert.

Wie hoch ist das Risiko der Schwangerschaft für meine Frau? Momentan soll noch keine medikamentöse Behandlung erfolgen. Was können wir tun, damit sich das Krankheitsbild nicht verschlechert und das Risiko für meine Frau minimiert wird.

Der Cardiologe:  

Eine solche Aorteninsuffizienz ist völlig unbedeutend, die Beurteilung und Einschätzung als Grad I-II oder II an sich kein Widerspruch, da rein subjektiv. Sie sollten sich bzgl. der Schwangerschaft keine Sorgen machen, wenn weiter keine Probleme auftauchen...

MKP-Syndrom oder Rhythmusstörungen?
14.01.04

 

 

 

 

Ich, 38 J., männlich, Nichtraucher, normalgewichtig, alle Blutwerte (auch Schilddrüse) wiederholt gut, hatte 2 Mal im Abstand von einem Jahr idiophatisches Vorhofflimmern.

1 Jahr nach dem 2. Vorhofflimmern wurde erstmals (nach 3 Echos ohne entspr. Befund???) Mitralklappenprolaps (MKP) mit leichter Insuffizienz festgestellt. Seit Jahren leide ich unter wiederkehrender, oft wochenlang anhaltender Müdigkeit bei innerer Unruhe.

Gibt es das MKP-Syndrom? Auf der Seite www.mitral.de schildern viele Beschwerden die mir sehr vertraut vorkommen!

Habe seit vielen Jahren Probleme mit Nasennebenhöhlen (chron. sinusitis frontalis bds.). Neuer HNO-Arzt schlägt erneut OP vor (Entfernung untere Nasenmuschel und Fensterung). Herzrhythmusstörungen könnten durch diese Problematik hervorgerufen oder verstärkt werden (Herd-Theorie). Ich möchte mich operieren lassen, wobei für mich alleine die Chance auf Besetigung bzw. Besserung der Rhythusstörungen Leitmotiv ist.

Besteht aus Ihrer Sicht diese Chance?

Noch eine letzte Frage:
Habe häufig Schmerzen (brennend und eher lästig als stark) und auch mal schmerzhafte Stiche. Lokalisierbar in der linken Brust vorzugsweise im seitlichen Bereich wo Arm anliegt, ohne jede Belastung und oftmals viele Stunden andauernd.

Kann dies von Extrasystolen kommen oder verursachen diese nur bei Auftreten Schmerzen? Häufig beginnen die Schmerzen nach einigen schmerzhaften Extrasystolen bei dann völlig normalem Puls! Wie fühlen sich Schmerzen bei Extrasystolen im allgemeinen an?

Sind ihrer Meinung nach invasive diagnostische Maßnahmen angezeigt?

Der Cardiologe:
 

Bei Ihren Beschwerden erscheint mir eine kardiologische Untersuchung sinnvoll. Wenn diese vor kurzem bereits durchgeführt ist.

Sie schreiben von 3x Herzecho- und da die Belastung keine
Gefährdung ergab, sind weitere invasive diagnostische und therapeutische Maßnahmen nicht sinnvoll. Wohl aber sollte gelegentlich bzgl. Vorhofflimmerns durch LZ-EKGs kontrolliert werden.

Der Mitralklappenprolaps ist häufig und die Diagnosestellung fließend, ein geringer MKP ist altersabhängig - bei jungen Frauen und bei Kindern - aufgrund weichen, biegsamen und dehnbaren Gewebes noch physiologisch, ebenso eine geringe, angedeutete Mitralklappenundichtigkeit.

Aortenklappenstenose und die Folgen
17.12.2002

2001 wurde eine aortenklappenstenose diagnostiziert - leider sehr sp�t - und eine prothese eingebaut. das herz hat sich seit dem von mal zu mal erholt, die vergr��erungen abgenommen, die pumpleistung wieder gesteigert. bei meiner letzten untersuchung jedoch waren alle werte in ordnung und ich f�hle mich subjektiv gut, aber die dicke des linken ventrikels ist wieder etwas h�her - 6,2 statt zuvor 5,8 mm und die pumpleistung von 40 auf 38 % gefallen. Mein kardiologe ist sicher ein fachmann aber leider nimmt er sich nicht die zeit solche dinge in ruhe zu beleuchten. er sieht zun�chst keinen handlungsbedarf - will lediglich die n�chste untersuchung schon in 2 monaten durchf�hren um zu sehen, was sich ver�ndert.

meine fragen sind:

wie genau sind die messungen durch ultraschall (nicht durch die speiser�hre sondern von aussen) wo sind die fehlergrenzen, woher k�nnte sowas kommen, gibt es normale schwankungen und sind diese ver�nderungen �berhaupt signifikant, spielt eine bronchitis eine rolle - gleichzeitig zur untersuchung, nicht vorher, spielen rauchen, alkohol, gewicht eine rolle, spielt sport eine rolle, womit muss ich rechnen, wenn sich die werte nicht bessern oder gar verschlechtern, was kann ich tun um aktiv positiv beizutragen ?

Der Cardiologe:
 

Sie sollten sich wegen der Messwerte keine Sorgen machen - diese liegen im Schwankungsbereich der Methode. Wenn die Klappe gut funktioniert und der Blutdruck gut eingestellt ist wird sie die Wandverdickung und Herzvergr��erung nach 1 bis 1 1/2 Jahren weitgehend zur�ckbilden. Halten Sie hier Kontakt zu Ihrem Kardiologen

Kein Sport bei Mitralklappenprolaps?
17.09.2002

Bei mir (m, 29) wurde ein Mitralklappenprolaps mit Insuffizienz ersten Grades diagnostiziert.

Da ich leidenschaftlicher Bergsteiger und Kletterer bin, und eigentlich noch viel vorhatte im Leben hinsichtlich meines Sports, warnte mich der Kardiologe vor jeglichen alpinen Unternehmungen. Sprich keine Hochtouren, Kletterpartien oder Mountainbiketouren mehr, sonst w�rde nach seiner Auskunft evtl. bei gro�er Beanspruchung ein Pappilarmuskel abrei�en k�nnen. Das versetzte mir nat�rlich einen geh�rigen Schreck, da mir das Bergsteigen neben meinem Beruf (Zahnarzt) sehr, sehr wichtig ist.

Mein �berweisender Hausarzt allerdings meinte, dass das vollkommen �bertrieben w�re, und ich meinen Sport weiter betreiben k�nnte, nicht jedoch mit der gewohnten Intensit�t und nur unter Herzfrequenzkontrolle.

Jetzt bin ich nat�rlich etwas verunsichert, da ich sehr gerne meinem Hausarzt glauben w�rde, andererseits sehe ich immer den drohenden Zeigefinger des Kardiologen vor meinem inneren Auge, und wenn mich meine Erinnerungen aus meiner Examens Pr�fung "Innere Medizin" nicht t�uschen, gab's da doch so was wie "pl�tzlicher Herztod" bei Mitralklappenprolaps. Ich bin also "zerrissen" von der Angst mein Herz zu �berbelasten, und der Angst nie wieder eine sch�ne Klettertour unternehmen zu k�nnen.

W�re es nicht auch sinnvoll ein Belastungs-EKG machen zu lassen, um zu sehen wie weit ich gehen darf? (ein Kollege hat mir empfohlen, mich an das Deutsche Herzzentrum in M�nchen zu wenden)

Bisher hatte ich in den Bergen nie Probleme mit meinem Herzen, war bereits auf ein paar 4000er. Eher in Ruhe oder unter Stress hatte ich gelgentlich Palpationen, "Herzstechen" und leichte Arrhythmien, wof�r ich nun endlich den Grund kenne.

Der Cardiologe:
 

Eine Ferndiagnose ist nat�rlich nicht m�glich, Sie sollten auf Ihren Kardiologen vertrauen, ggf. sind Kontrolluntersuchungen in 1/4 bis 1/2 Jahr sehr hilfreich, um EKG-Ver�nderungen und sonstige Entwicklungen zu erkennen. Den Umfang der Untersuchungen sollten Sie mit Ihrem Kardiologen besprechen, ggf. w�re ein LZ-EKG sinnvoll. H�ufig sind Wirbels�ulenprobleme Ursache f�r �hnliche Beschwerden, diese k�nnen aber auch vom Herzen kommen - die Untersuchungsergebnisse sind hier entscheidend. In Ihrem Fall liegt der Schwerpunkt sicherlich auf einer weiteren Behandlung der Risikofaktoren, Adipositas, Rauchen, Hypertonie, ggf. Stress.

Herzstolpern bei Mitralklappenprolaps
27.06.2002

Ich bin 47 Jahre alt und habe im Dezember letzten Jahres bei einer Untersuchung durch eine Kardiologin erfahren, dass ich unter einem Mitralklappenprolaps mit Reflux leide. Dies sei kein Grund zur Beunruhigung wurde mir gesagt, ich m�sse die Sache nur einmal j�hrlich untersuchen lassen.

Ich suchte Ihre Kollegin auf, weil ich immer wieder in gr��eren Zeitabst�nden Herzstolpern hatte. Mein gr��eres Problem waren immer wieder auftretende Einschalfst�rungen, d.h. ich schrecke in der Einschlafphase pl�tzlich hoch, habe dann entsetzliches Herzrasen und es dauert ewig, bis sich der Puls wieder beruhigt. Ich wurde von der Fach�rztin aufgekl�rt, dass das auch nicht weiter schlimm sei. Nachdem meine Beschwerden jedoch immer schlimmer wurden, das Herzstolpern dauert tagelang und die Einschlafst�rungen traten auch immer �fter auf, ging ich nochmals dorthin um Rat zu holen. Mir wurde dann Concor 5 (abends � Tabl.) verordnet. Da ich jedoch einen sehr niedrigen Blutdruck haben 90/55 bzw. max. 110/80 kam ich mit dem Medikament �berhaupt nicht zurecht und musste es wieder absetzen. W�hrend der Testphase von zwei Wochen, h�rten jedoch die oben beschriebenen Probleme auch nicht auf. Nun versuche ich mit Wei�dorn, Magnesium und Kalilum mein Gl�ck, dies hilft jedoch auch nicht wirklich. Gibt es andere Alternativen vor allem das Herzstolpern, welches ich als sehr unangenehm und belastend empfinde, in den Griff zu bekommen. Es gibt Tage manchmal sogar Wochen die beschwerdefrei verlaufen, dann habe ich wieder tagelang die Beschwerden und es gibt keinen offensichtlichen Ausl�ser. F�r einen Rat oder eine Empfehlung Ihrerseits w�re ich sehr dankbar.

Der Cardiologe:
 

G�nstig w�re auf jeden Fall Ausdauersport, um die Herzfrequenz zu senken. Sie k�nnten auch ggf. abends 1 Stunde vor dem Schlafengehen einen kurz wirkenden Betablocker versuchen, etwa Metoprolol, sprechen Sie mit Ihrer Haus�rztin. Die Schilddr�senwerte sollten gelegentlich kontrolliert werden. Die von Ihnen beschriebenen Rhythmusst�rungen sind in der Regel nicht gef�hrlich - ein kleiner Trost...

Null Sport und Mitralklappenprolabs
26.06.2002

Ich (w) bin 22 Jahre alt, bin 1,72 m gro� und wiege 53 kg. Da ich seit ca. 2 Jahren Herzbeschwerden (Brustdruck, Stechen, Stolpern, "Aussetzer", selten "Schw�chegef�hl") habe, lies ich mich letzte Woche kardiologisch untersuchen. Man hat anhand eines Ultraschalls einen "Mitralklappenprolaps I - II" bei mir festgestellt. Ein Langzeit-EKG sowie ein Belastungs-EKG wurden ebenfalls durchgef�hrt, wobei das Belastungs-EKG sehr fr�h beendet werden musste, da ich sehr schnell einen Puls von 180 und mehr aufwies. Trotz der erh�hten Pulswerte riet mir mein Kardiologe erst einmal Sport wegen meines wahrscheinlichen Trainingsr�ckstandes zu treiben. Herztabletten wollte er mir wegen meines jungen Alters (noch) nicht verschreiben.

Ich treibe �berhaupt keinen Sport und habe noch nie in meinem Leben Sport getrieben! Bis vor einem halben Jahr bin ich noch gelegentlich geritten. Schon bei geringsten Anstrengungen wie Treppensteigen sp�re ich, wie schnell mein Herz schl�gt.

Wie mir mein Kardiologe geraten hat, habe ich heute mein 1. Probetraining im Fitnessstudio gehabt. Ich teilte dem Personal mein Anliegen, mein Herz / Ausdauer zu trainieren, mit. Als erstes sollte ich mich 10 Min. auf einem sog. "Cross-Trainer" aufw�rmen. Bereits nach 2 Min. hatte ich einen Puls von 190. Nach 5 Min. brach ich ab, da mein Puls bei 204 lag!

Der Trainer empfahl mir, erst einmal 3 Monate folgendes Programm durchzuf�hren: Aufw�rmen am "Crosstrainer" bzw. Fahrrad, Krafttraining (welches dazu dienen soll, an Gewicht zuzunehmen, was mir auch sehr schwer f�llt!), anschlie�end evtl. erneut Cross-Trainer oder Fahrrad (als Cardiotraining). 

Fragen: Ist der hohe Puls in meinem Fall "normal"? Werde ich als v�llig untrainierte Person meinen Puls bald in den Griff bekommen? Wie lange kann dies dauern? Worauf sollte ich achten? Ist es normal, dass ich mich noch Stunden nach einer Anstrengung wie heute schlapp, "schummerig" und unwohl f�hle und leichte Brustschmerzen habe (damit verbunden nat�rlich auch �ngste)? Was raten Sie mir au�erdem? 

Hinzuf�gen m�chte ich noch, dass ich h�ufig krank bin (Blasenentz�ndungen, Erk�ltungen, grippale Infekte) und beruflich sehr unter Stress bin (im Durchschnitt 10 Arbeitsstunden am Tag t�tig als Sekret�rin in einer Klinik). Ich habe kaum Zeit f�r mich bzw. zur Ruhe zu kommen. Zudem bin ich ein eher nerv�ser und �ngstlicher Typ, der sich �ber alles Sorgen und Gedanken macht. Ansonsten rauche ich nicht und trinke keinen Alkohol. Allerdings nehme ich viele S��igkeiten (z. B. Schokolade) zu mir, um an Gewicht zuzunehmen, welches mir aber leider nicht gelingt.

Der Cardiologe:
 

Sowohl Stress als auch mangelndes Ausdauertraining als auch insbesondere bei Frauen jugendliches Alter k�nnen zu schnellem Puls beitragen. Sie sollten sich langfristig mit Ausdauertraining besch�ftigen, falls Ihr Kardiologe ansonsten keine Herzkrankheit festgestellt hat. Eine halbe Stunde pro Tag sollte reichen. Wichtig ist, dass Sie Freude an der T�tigkeit haben, die Sie durchf�hren.

Undichte Klappe und Endokarditisvorsorge
26.06.2002

Bei mir wurde festgestellt, dass eine meiner Herzklappen nicht richtig schlie�t und ich deshalb ein erh�htes Endokarditisrisiko habe. Meine Frage ist nun, ob ich auch schon bei Erk�ltungen zum Arzt muss, um mir ein Antibiothikum verschreiben zu lassen? Au�erdem benutze ich jeden Tag Zahnseide, bei deren Anwendung es immer zu Blutungen im Mundraum kommt. Kann das auch gef�hrlich sein, denn im Grunde ist es nichts anderes als bei der Zahnsteinentfernung, oder? 

Der Grund meines Besuchs beim Kardiologen war eigentlich mein hoher Puls, besonders beim Sport. Obwohl bei mir auf keinen Fall Trainingsmangel vorliegen kann und ich �u�erst langsam jogge (mit Gehpausen) ist der Puls durchschnittlich bei 180. Verschiedene �rzte haben mit unterschiedliche Dinge gesagt. Einerseits sei es okay mit dieser Herzfrequenz 3mal die Woche 1Std zu laufen, andererseits sei es sch�dlich f�rs Herz. Wie ist Ihre Meinung?

Der Cardiologe:
 

Sie sollten mit der Zahnseide vorsichtig umgehen, damit es nicht zu Blutungen kommt. Erk�ltungen sind kein Grund zur Endokarditisprophylaxe, lediglich eitrige Infektionen.

Einen Puls von 180 bei Belastung halte ich nach Ausschluss einer zugrundeliegenden Krankheit f�r grunds�tzlich nicht bedenklich. Die Pulsregulation kann individuell sehr unterschiedlich sein, ohne da� Nachteile zu erwarten sind.

Bikuspide Aortenklappe mit leichter Insuffizienz
08.05.2002

Mit meinen 39 Lebensjahren, wurde bei mir folgende Diagnose durch einen Kardiologen festgestellt : "Bikuspide Aortenklappe mit leichter Insuffizienz"

Da ich gerne Fahrrad fahre, ich jedoch in einem sehr h�geligen Gel�nde wohne, frage ich Sie hiermit, ob dieses Ausdauertraining �berhaupt geeignet ist ? Der Kardiologe sagte mir n�mlich, dass Pressatmungen und dergleichen zu vermeiden sind. Wie gesagt, geht es in unserer Gegend stark bergauf und manchmal bekomme ich trotz 10min�tigem fahren kalte H�nde und F��e. ( obwohl ich in diesem Moment stark schwitze ) Mein Puls jedoch liegt immer so bei 140. ( Mit einem Polar-Herzfrequenzband gemessen)

Sollte dieses Ausdauertraining trotz allem bei mir angebracht sein, frage ich Sie abschlie�end, ob ich mit diesem Sport die Insuffiziens "wegtrainieren kann" !?

Der Cardiologe:
 

Wenn die Klappe bis auf eine geringe Insuffizienz voll funktioniert bedeutet allein die bikuspide Anlage keine Einschr�nkung Ihrer Belastbarkeit. Der Klappenfehler l�sst sich allerdings auch nicht „wegtrainieren“, sei sollten aber Ihren Sport mit Ausdauertraining auf jeden Fall fortsetzen wenn die Klappenfunktion in der kardiologischen Untersuchung weitgehend normal war.

Mitralklappenprolaps und pl�tzlicher Herztod
26.06.2002

Bei mir wurde ein sehr kleiner MKP ohne Insuffizienz und ohne h�modynamische Relevanz festgestellt. Auch habe ich kaum Probleme, au�er ab und an einen zu schnellen Herzschlag, der sich nach Anstrengung nur sehr langsam wieder beruhigt. �berall sagte man mir, dass der MKP absolut harmlos sei. Doch nun las ich in einem Buch, dass es beim MKP in Ausnahmef�llen zum pl�tzlichen Herztod kommen kann. Wie genau ist das begr�ndet? Ist es auf eine Herzrhythmusst�rung zur�ckzuf�hren, die durch den MKP verursacht wurde? Welcher MKP-Tr�ger ist gef�hrdet und gibt es Warnsignale? Au�erdem wollte ich fragen, ob man einer Mitralklappeninsuffizienz vorbeugen kann? Besteht die Chance, dass sich ein MKP von allein wieder zur�ckbildet?

Der Cardiologe:
 

Ein MKP ohne Insuffizienz ist kein Grund f�r einen pl�tzlichen Herztod sondern eine v�llig ungef�hrliche Erscheinung. Ein MKP bildet sich manchmal mit fortschreitendem Alter zur�ck. Weitere Ma�nahmen sind nicht erforderlich, Sie k�nnen sich normal belasten, eine Prophylaxe gegen Mitralinsuffizienz ist nicht m�glich und n�tig.

Neurologische St�rungen bei Mitralklappenprolaps
26.06.2002

Ich bin 36 Jahre alt und habe einen Mitralklappenprolaps, ohne Insuffizienz. Seit letztem Jahr habe ich einige neurologische St�rungen wie Muskelschw�che, Benommenheit, Muskelzucken. Bei einem MR wurde ein kleiner Herd im Gehirn entdeckt. Alle anderen neurologischen Untersuchungen einschlie�lich Nervenwasseruntersuchung waren o.B. Die �rzte konnten mir nicht sagen, woher meine Beschwerden kommen. jetzt hab ich durch Zufall im Internet gelesen, da� neurologische Beschwerden durch kleine Blutgerinnsel auf der Herzklappe bei einem Mitralklappenprolaps auftreten k�nnen, die dann ins Gehirn wandern. Ist das m�glich bei einem Mitralklappenprolaps, wie kann man das feststellen und w�re das nicht sehr gef�hrlich? Ich habe jetzt ziemliche Angst bekommen und w�re f�r eine Antwort dankbar.

Der Cardiologe:
 

Ein Mitralklappenprolaps ist mit einer erh�hten H�ufigkeit an Vorhofflimmern vergesellschaftet, dies wiederum kann zu Thromben und Embolien f�hren.
Aber: auch viele andere Erkrankungen, wie z.B. Septumdefekte, Gerinnungsst�rungen, Gef��anomalien o.�. k�nnen zu Hirnembolien f�hren. H�ufig ist eine umfangreiche Untersuchung mehrerer Disziplinen (Kardiologe, Neurologe, Gerinnungsfachmann) f�r die Diagnose erforderlich. H�ufig kommt dennoch keine echte Diagnose zustande ...

Mitralklappenprolaps mit 17 Jahren
28.10.2001

Vor kurzem wurde bei mir ein leichter Mitralklappenprolaps mit Insuffizienz Grad I festgestellt. Als ich daraufhin im Internet �ber genauere Informationen gesucht habe, habe ich erfahren, dass es ein Mitralklappenprolaps-Syndrom gibt.
Ich bin 17 und habe seit etwa meinem 14. Lebensjahr immer wieder Panikattacken in Kaufh�usern oder auch oft Atemnot (teilweise habe ich das Gef�hl, dass mir die Brust eingeschn�rt ist). Zudem bin ich oft, trotz ausreichend Schlaf, grundlos m�de und schlapp. Mir wird auch �fters
schwindlig. Auf der Internetseite hie� es allerdings, dass ein Mitralklappenprolaps-Syndrom erst bei Personen ab 20 auftritt. Nun wollte ich wissen, ob das Syndrom auch bereits vor dem 20. Lebensjahr auftreten kann und was man, falls das der fall ist, dagegen tun kann.

Der Cardiologe:
 

Ein Mitralklappenprolaps kann in jedem Lebensalter diagnostiziert werden. In jungen Jahren ist es so h�ufig, dass er eigentlich keine Besonderheit ist und nicht der Rede wert ist, deshalb diese sehr willk�rliche Einteilung.
Wenn alles ansonsten in der kardiologischen Untersuchung in Ordnung ist, sollten Sie Sport treiben und den Mitralklappenprolaps vergessen.

Sport und Mitralklappenprolaps 09.11.2000

Ist bei Feststellung eines MKP (ohne Insuffizienz) sportliche Bet�tigung als Therapiema�nahme empfehlenswert? (Ich bin 32 Jahre alt) Welche Sportarten empfehlen sich (Ausdauer oder Krafttraining), von welchen ist abzuraten? Welche weiteren Ma�nahmen (Ern�hrung, Lebensweise, etc.) sind anzuraten? Gibt es in Berlin einen Facharzt, der auf MKP spezialisiert ist? Gibt es weiterf�hrende Literatur f�r Patienten?

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Heribert Br�ck, Erkelenz, beantwortet

Der Mitralklappenprolaps erfordert nur bei gleichzeitig bestehender Mitralklappeninsuffizienz besonders Ma�nahmen, n�mlich eine Endokarditisprophylaxe (Verhinderung von Enz�ndung). Spezielle Therapiema�nahmen sind bei dem MKP ohne Insuffizienz nicht erforderlich, somit gelten hier die gleichen Empfehlungen wie f�r alle, die gesund bleiben wollen: 20-30 Minuten Ausdauersport ca. 3 mal in der Woche; ausgewogene Ern�hrung mit m�glichst viel Obst und Gem�se, wenig Fleisch, wenig Alkohol; kein Nikotin. Der Mitralklappenprolaps ist eine h�ufig vorkommende Ver�nderung, die von jedem Kardiologen gut betreut werden kann, Berlin ist ja mit Kardiologen gut versorgt (s. auch "Kardiologie in Ihrer N�he" auf den Patientenseiten unter www.cardiologe.de). Ein Buch f�r Patienten ist mir zum Mitralklappenprolaps nicht bekannt, ich empfehle hier ein Besuch der Patientenseiten bei www.cardiologe.de, Rubrik Krankheitsbilder, Herzerkrankungen und dann MKP.

Mitralklappenprolaps und Lebenserwartung

Zur Beantragung einer Lebensversicherung wurde eine �rztliche Untersuchung bei mir durchgef�hrt. Diese ergab einen "leichten Mitralklappenprolaps mit geringem Reflux". Daraufhin verweigert mir die Versicherung den g�nstigen Tarif und verlangt, dass ich einen etwa doppelt so hohen Beitrag zahlen soll. Nach dem Studium Ihrer Seiten sehe ich keinen Grund f�r dieses Vorgehen.
K�nnen Sie sich dazu �u�ern? Halten Sie die Forderung der Versicherung f�r gerechtfertigt?

Der Cardiologe:

Die Reaktion Ihrer Lebensversicherung ist mir nicht verst�ndlich: Ein Mitralklappenprolaps ist ein sehr h�ufiges Ph�nomen -keine Krankheit!- und nicht mit einer verminderten Lebenserwartung assoziiert. Bei Beachtung der erforderlichen Endokarditisprophylaxe bei Vorhandensein eines Refluxes (R�ckfluss) ist auch nicht mit einem Fortschreiten der Undichtigkeit der Klappe zu rechnen. Sie sollten mit der Lebensversicherungsgesellschaft sprechen und die Stellungnahme eines Kardiologen zur Kl�rung verlangen - oder die Gesellschaft wechseln.

Aortenklappen-
insuffizienz

01.06.2001

Ich bin �ber die Suchmaschine auf Ihre Website gekommen und gratuliere erst mal zu der tollen Aufbereitung und dem guten Informationsangebot.  Nun habe ich auch noch ein paar konkrete Fragen und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen k�nnen: 

Meine Frau hat seit Ihrer fr�hen Kindheit eine Aortenklappeninsuffizienz, die bis dato immer mit Grad 1-2 beschrieben wurde. Vor einem Jahr war die Geburt ihres ersten Kindes und nun bei einer Routineuntersuchung stellte man fest, dass sich das Herz schon etwas vergr��ert hat und sich der Grad der Erkrankung auf Grad 2 verschlechtert hat. Als Therapie wurden Ihr nun vorerst ACE-Hemmer (Mepril) verschrieben, die die weitere Verschlechterung hinausz�gern sollen. Wir haben uns nun beim Arzt selbst und im Internet umfassend informiert, es sind jedoch noch viele Fragen und Sorgen offen. 

  • 1. Der Arzt meinte, dass mit einem Klappenersatz in absehbarer Zeit (5 bis 15 Jahre) zu rechnen sei. Wenn ich dazu die Haltbarkeit einer Kunststoff/Metall-Klappe (max. 20 Jahre) addiere bedeutet dies eine Lebenserwartung von nur noch 25 bis 35 Jahren. Meine Frau ist aber erst 28 und wir machen uns deshalb gro�e Sorgen. -
  • Gibt es f�r junge Menschen auch noch andere Therapiem�glichkeiten? 
  • Kann man die Herzklappe �fters operieren und somit die Lebensdauer verl�ngern?
  • Mit welchen wissenschaftlichen Fortschritten ist in dieser Zeitspanne zu rechnen - g�be es z.B. die M�glichkeit einer Herztransplantation wenn eine neuerliche Klappenoperation aufgrund der Vernarbung des Herzens nicht mehr m�glich ist? 
  • Die Ursache der Verschlechterung des Erkrankungsgrades meiner Frau ist nicht eindeutig auf die Schwangerschaft zur�ckf�hrbar - leider hatten wir keinen genauen Befund vorher-nachher. Wir m�chten eventuell in ein bis zwei Jahren ein zweites Kind. Wie beurteilen Sie das Risiko einer weiteren Verschlechterung durch eine zweite Schwangerschaft (w�rde n�mlich auch bedeuten, dass die ACE-Hemmer ein Jahr lang ausgesetzt werden m�ssen!) 
  • 3. Aufgrund des Alters meiner Frau bedeutet die medikament�se Therapie vielleicht �ber 30 Jahre dauernde t�gliche Einnahme von ACE-Hemmern. Mit welchen Organsch�den aufgrund von Nebenwirkungen ist dabei zu rechnen (Niere?)?
  • Gibt es Alternativen? 
  • 4. Wie gro� ist das Risiko einer Herzklappenoperation und mit welchen Einschr�nkungen der Lebensqualit�t muss man danach rechnen?

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Heribert Br�ck, Erkelenz, beantwortet

Lassen Sie mich auf Ihren umfangreichen Fragenkatalog wie folgt antworten. Sollte irgendwann tats�chlich ein Klappenersatz notwendig werden, so sollten Sie davor keine Angst haben; die von Ihnen genannten Klappenlebensdauern sind Mittelwerte, wobei man �ber die Lebensdauer der neuen Klappentypen keine exakte Angaben machen kann, weil man sie noch gar nicht so lange beobachten kann, aber es ist davon auszugehen, dass sie eher deutlich l�nger halten. Au�erdem kann eine Kunstklappe nat�rlich auch erneut gewechselt werden, wenn notwendig sogar mehrfach. �ber eine Herztransplantation braucht man in diesem Zusammenhang nicht zu denken. Es gibt f�r spezielle Problemstellungen f�r junge Leute auch andere M�glichkeiten, als eine Kunstklappe zu implantieren, diese Verfahren sind jedoch nicht �berall verf�gbar und deshalb speziellen Problemstellungen vorbehalten. �ber das Risiko einer erneuten Schwangerschaft kann jetzt noch nicht spekuliert werden, es sollte abgewartet werden, ob sich die Herzgr��e unter dem ACE-Hemmer wieder zur�ckbildet, oder ob die Gr��e sogar weiter zunimmt. Eine Dauermedikation mit ACE-Hemmern ist bei vielen Krankheiten m�glich und in der Regel ohne Probleme m�glich. Bei der vorliegenden Indikation gibt es keine echte Alternative zu ACE-Hemmern. Die Nieren werden durch die ACE-Hemmer sogar zus�tzlich gesch�tzt. Das Risiko einer Klappenoperation h�ngt von so vielen Faktoren ab, dass eine pauschale Antwort dazu nicht m�glich ist. Ich hoffe, da� ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mitralklappen-
rekonstruktion 

01.06.2001

Mitralklappenrekonstruktion - jetzt 2.Operation mit Ersatz  
Am 27.09.2000 wurde meine Mitralklappe "mit fakt. gutem Ergebnis" rekonstruiert. Bis Anfang / Mitte M�rz ging es mir gut, ich habe stetig versucht, meine Leistungsf�higkeit ( auch sportlich) wieder zu erreichen.   Anfang April wurde wieder eine Vorhofvergr��erung festgestellt mit einhergehenden Rhythmusst�rungen, am 30.4.2001 wurde eine erneute Mitralklappeninsuffizienz III - IV diagnostiziert mit der Empfehlung einer schnellstm�glichen Ersatzoperation.   Ich bin 47 Jahre alt und relativ sportlich. Die Diagnose hat mich total deprimiert, ich bin vollkommen ratlos. Ursache f�r die Insuffizienz ist unbekannt. Der R�ckfluss ist nicht an der Wand, sondern zentral. Im seinerzeitigen Operationsbericht wurde �ber eine Gewebeschw�che und "Barlow-Syndrom" gesprochen.   Eine weitere Operation nach 7 Monaten mit ein einhergehender Klappenersatz macht mir gro�e psychische Probleme. Die erste Operation habe ich mit "sehr viel Optimismus und Elan" hinter mich gebracht, es stand die Aussicht auf die Fortf�hrung eines normalen Lebens mit einhergehender gesteigerter Leistungsf�higkeit.   Und nun? K�nnen Sie mir folgende Fragen beantworten: -Ursachenforschung: Der Grund f�r die erneute Klappeninsuffizienz ist m.A. sehr wichtig. Wer kann dies erkennen und wie? Es gibt meines Wissen neue 3-D-Echos und neue M�glichkeiten via Kernspintomografie. Welche Zentren sind hier auf dem neuesten Stand? -Gibt es bei einer rekonstruierten Klappe Chancen, eine erneute Operation zu vermeiden und die Klappe zu erhalten? - Bitte nennen Sie mir auch Namen von renommierten kardiologischen Zentren und Spezialisten, die ich kontaktieren kann. Ich habe das Gef�hl einer gro�en Ratlosigkeit um mich herum. - Ich habe kurz nach der Operation erfahren, da� es inzwischen "schonendere Methoden herzchirurgischer Eingriffe" gibt. Gilt das au�er f�r die Bypass-Operationen auch f�r die Klappenoperationen? Wo kann ich mich kundig machen, wer f�hrt so etwas durch? - Gibt es bei der vermuteten Gewebeschw�che und Barlow-Syndrom nach Mitralklappenrekonstruktionen M�glichkeiten, erneut auftretende Insuffizienzen "schonend" therapieren? 

Der Cardiologe:

Manchmal werden die rekonstruierten Klappen nicht sehr dicht, dieses Problem ist bekannt und darf Sie nicht deprimieren. In der Beurteilung der Mitralklappenfunktion nach Ersatz (haben Sie jetzt eine Kunstklappe oder ist die Klappe erneut rekonstruiert worden ?) ist das trans�sophageale Echo sicher sehr gut. Ein Mitralklappenersatz ohne Sternotomie ist m. Wissens heute keine echte Alternative. Ich w�rde, wenn eine Rekonstruktion ohne Erfolg verlaufen ist und - was anzunehmen ist - lege artis von einem erfahrenen Operateur durchgef�hrt wurde, bei erforderlicher Zweit-OP eine Kunstklappe w�hlen. Diese h�lt bei guter Pflege (Stichwort: Endokarditisprophylaxe, Quickwert-Selbstbestimmung) lebenslang mit in der Regel gutem Ergebnis. Ggf. sollten Sie sich an das Oeynhausener Herzzentrum NRW, Abteilung Prof. K�rfer, wenden.

Aortenklappeninsuffizienz
28.02.2001

Ich bin �ber die Suchmaschine auf Ihre Website gekommen und gratuliere erst mal zu der tollen Aufbereitung und dem guten Informationsangebot. Nun habe ich auch noch ein paar konkrete Fragen und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen k�nnen: 

Meine Frau hat seit Ihrer fr�hen Kindheit eine Aortenklappeninsuffizienz, die bis dato immer mit Grad 1-2 beschrieben wurde. Vor einem Jahr war die Geburt ihres ersten Kindes und nun bei einer Routineuntersuchung stellte man fest, dass sich das Herz schon etwas vergr��ert hat und sich der Grad der Erkrankung auf Grad 2 verschlechtert hat. Als Therapie wurden Ihr nun vorerst ACE-Hemmer (Mepril) verschrieben, die die weitere Verschlechterung hinausz�gern sollen. Wir haben uns nun beim Arzt selbst und im Internet umfassend informiert, es sind jedoch noch viele Fragen und Sorgen offen. 
1. Der Arzt meinte, dass mit einem Klappenersatz in absehbarer Zeit (5 bis 15 Jahre) zu rechnen sei. Wenn ich dazu die Haltbarkeit einer Kunststoff/Metall-Klappe (max. 20 Jahre) addiere bedeutet dies eine Lebenserwartung von nur noch 25 bis 35 Jahren. Meine Frau ist aber erst 28 und wir machen uns deshalb gro�e Sorgen. - Gibt es f�r junge Menschen auch noch andere Therapiem�glichkeiten? - Kann man die Herzklappe �fters operieren und somit die Lebensdauer verl�ngern? - Mit welchen wissenschaftlichen Fortschritten ist in dieser Zeitspanne zu rechnen - g�be es z.B. die M�glichkeit einer Herztransplantation wenn eine neuerliche Klappenoperation aufgrund der Vernarbung des Herzens nicht mehr m�glich ist?
 2. Die Ursache der Verschlechterung des Erkrankungsgrades meiner Frau ist nicht eindeutig auf die Schwangerschaft zur�ckf�hrbar - leider hatten wir keinen genauen Befund vorher-nachher. Wir m�chten eventuell in ein bis zwei Jahren ein zweites Kind. Wie beurteilen Sie das Risiko einer weiteren Verschlechterung durch eine zweite Schwangerschaft (w�rde n�mlich auch bedeuten, dass die ACE-Hemmer ein Jahr lang ausgesetzt werden m�ssen!) 
3. Aufgrund des Alters meiner Frau bedeutet die medikament�se Therapie vielleicht �ber 30 Jahre dauernde t�gliche Einnahme von ACE-Hemmern. Mit welchen Organsch�den aufgrund von Nebenwirkungen ist dabei zu rechnen (Niere?)? Gibt es Alternativen? 
4. Wie gro� ist das Risiko einer Herzklappenoperation und mit welchen Einschr�nkungen der Lebensqualit�t muss man danach rechnen?

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Heribert Br�ck, Erkelenz, beantwortet

Lassen Sie mich auf Ihren umfangreichen Fragenkatalog wie folgt antworten. 

Sollte irgendwann tats�chlich ein Klappenersatz notwendig werden, so sollten Sie davor keine Angst haben; die von Ihnen genannten Klappenlebensdauern sind Mittelwerte, wobei man �ber die Lebensdauer der neuen Klappentypen keine exakte Angaben machen kann, weil man sie noch gar nicht so lange beobachten kann, aber es ist davon auszugehen, dass sie eher deutlich l�nger halten. 

Au�erdem kann eine Kunstklappe nat�rlich auch erneut gewechselt werden, wenn notwendig sogar mehrfach. �ber eine Herztransplantation braucht man in diesem Zusammenhang nicht zu denken. Es gibt f�r spezielle Problemstellungen f�r junge Leute auch andere M�glichkeiten, als eine Kunstklappe zu implantieren, diese Verfahren sind jedoch nicht �berall verf�gbar und deshalb speziellen Problemstellungen vorbehalten.

�ber das Risiko einer erneuten Schwangerschaft kann jetzt noch nicht spekuliert werden, es sollte abgewartet werden, ob sich die Herzgr��e unter dem ACE-Hemmer wieder zur�ckbildet, oder ob die Gr��e sogar weiter zunimmt. 

Eine Dauermedikation mit ACE-Hemmern ist bei vielen Krankheiten m�glich und in der Regel ohne Probleme m�glich. Bei der vorliegenden Indikation gibt es keine echte Alternative zu ACE-Hemmern. Die Nieren werden durch die ACE-Hemmer sogar zus�tzlich gesch�tzt. Das Risiko einer Klappenoperation h�ngt von so vielen Faktoren ab, da� eine pauschale Antwort dazu nicht m�glich ist. Ich hoffe, da� ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mitralklappenprolaps und Ger�tetauchen
15.02.2001

Bei einer Check-up-Untersuchung, die von einer Internistin und Kardiologin durchgef�hrt wurde, wurde ein kleiner Mitralklappenprolaps /MKP diagnostiziert. Beschwerden �u�erten sich seit ca. einem Jahr, erstmalig bei bzw. nach starken Erk�ltungen mit Bronchitis oder Pharyngitis in Form von leichten Herzstichen und einer sog. Sperre beim Einatmen. Neuerdings aber auch ohne begleitende Erk�ltungen. Mit wurde mitgeteilt, dass dies ein Zufallsbefund sei und fast jeder dritte Mensch diesen Befund h�tte, davon aber nicht wisse. Zu beachten h�tte ich nichts Besonderes. Nur bei einem sehr ausgepr�gten Befund m�sse man z.B. vor gr��eren OP's Antibiotika nehmen. Beim Ultraschall wurde mir jedoch eine winzige Stelle gezeigt, an der die Klappe nicht schlie�t, also ein MKP mit Insuffizienz. Muss ich nun doch bei Infekte erh�ht aufmerksam sein, oder kommt es auch hier auf den Grad der Insuffizienz an?? Sie selber schreiben, dass Sport weiterhin betrieben werden kann. Auch meine �rztin gab mit keinerlei Einschr�nkungen vor, wies lediglich auf eine m�gliche fr�her eintretende Ersch�pfung hin. Gilt dies auch f�r die Aus�bung des Ger�tetauchens? Ich erhielt hierf�r zwar gr�nes Licht mit einem entsprechenden Diagnoseeintrag in meinem Taucherpass, w�rde aber hierzu auch gerne Ihre Meinung h�ren! Au�erdem w�sste ich gerne, wieso Beschwerden sich erst seit ca. 1-2 Jahren andeuten, obwohl lt. �rztin diese Diagnose durchaus bereits seit der Pubert�t (ich bin jetzt 39J.) bestehen kann.  

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Heribert Br�ck, Erkelenz, beantwortet

Wie Sie schon wissen ist ein Mitralklappenprolaps eine bei jungen Leuten h�ufiger festzustellende Klappenver�nderung. Diese kann zu verschiedenen Beschwerden f�hren, die jedoch nichts aussagen �ber die "Gef�hrlichkeit" des Befundes. Wie schon geschehen, sollte durch eine Echokardiographie gekl�rt werden, ob eine begleitende Insuffizienz vorliegt. Bei einer Insuffizienz sollte immer eine Endokarditisprophylaxe betrieben werde, wobei die Richtlinien sich nicht auf den Grad der Insuffizienz beziehen. Allerdings ist es so, da� jede Klappe eine geringe, sogenannte physiologische, Insuffizienz hat, die mit den modernen Ger�ten als kleiner "Farbklecks" zu sehen ist. Sie sollten mit Ihrer �rztin sprechen, ob Sie das gesehen haben. Zu dem zweiten Thema ist zu sagen, da� Sport prinzipiell unproblematisch ist, wenn es dabei nicht zu Rhythmusst�rungen kommt, so da� evtl. ein LZ-EKG und Belastungs-EKG angezeigt w�ren. Spezielle Verhaltensrichtlinien zum Tauchsport sind mir nicht bekannt. Zuletzt noch zu der Frage, warum bei einer angeborenen Ver�nderung jetzt erst Beschwerden auftreten. Hier bleibt zu kl�ren, ob die Beschwerden wirklich durch en Mitralklappenprolaps bedingt sind, oder eine andere Ursache (Rippen, Wirbels�ule) haben.

Mitralklappenprolaps und Erk�ltung
15.02.2001

Bei mir, m�nnlich, 33 Jahre alt, 196cm, 73kg  wurde im April 1999 bei einem Kardiologen  ein Mitralklappenprolaps ohne hämodynamische Relevanz festgestellt.  Meine Symptome damals: gelegentliche Herzrhythmusst�rungen.  Therapievorschlag: ----  Keine Notwendigkeit, da m�sste ich mit leben.   Seit 2 Wochen etwa habe ich die Rhythmusst�rungen  h�ufiger �ber den Tag verteilt, nachts habe ich Schlafst�rungen &  Rhythmusst�rungen, dadurch Angst, und dadurch baut sich das auf.   Mit den gelegentlichen Rhythmusst�rungen k�nnte ich ja leben,  nur im Moment ist es doch st�rker geworden und nachts  hatte ich eigentlich auch nie Probleme.   Hab in den letzten Wochen 2 Erk�ltungskrankheiten durchlebt,  nichts schlimmes, ohne Fieber.  Kann das eine Rolle spielen?   Muss ich mir �ber diese Ver�nderungen (H�ufigkeit & nachts)  Sorgen machen?   Kann man denn nichts dagegen unternehmen?  Magnesium, Baldrian, Johanniskraut????   Es lebt sich nicht sehr einfach damit,  Angst bestimmt mittlerweile mein Leben,  man kehrt immer mehr in sich.   Das ist gar nicht gut, mit einer Ehefrau und zwei Kindern.   Bitte geben Sie mir einen Rat.  In der Sprechstunde beim Kardiologen fehlt doch die Zeit.   

Der Cardiologe:
Diese Anfrage wurde von Herrn Dr. Heribert Br�ck, Erkelenz, beantwortet

Wie Sie an den �brigen Fragen in diesem Forum ersehen k�nnen, ist der Mitralklappenprolaps weit verbreitet und �u�ert sich oft mit Rhythmusst�rungen, die unabh�ngig vom Gef�hrdungspotenzial als be�ngstigend erlebt werden k�nnen. Wenn eine h�modynamische Relevanz, wie in Ihrem Falle, ausgeschlossen ist, sind spezifische Ma�nahmen nicht erforderlich. Es ist auch nicht unbedingt der Mitralklappenprolaps, der Ihnen jetzt die geschilderten Beschwerden bereitet, da eine "Erk�ltung" ohne Fieber wohl keine Klappenver�nderungen bewirkt. Aber vielleicht ist durch die Erkrankungen auch Ihr Mineralstoffhaushalt durcheinander geraten, oder sind Sie durch die Feiertage besonders belastet gewesen, so da� ich Ihnen empfehlen w�rde zweigleisig vorzugehen. Einmal w�rde ich erneut Abkl�ren lassen (z.B. mittels LZ-EKG) um welche St�rungen es sich handelt, auch um Ihnen wieder Sicherheit zu geben, da� alles im gr�nen Bereich ist. Zum andern w�re gegen die Einnahme eines Magnesiumpr�parates sicherlich nichts einzuwenden. 

Endokarditisprophylaxe 
14.02.2001

Wegen eines Klappenfehlers muss ich vor Zahnarztoperation zur Endokarditisprophylaxe 1 Penicillin einnehmen. Meine Frage, kann auch nach der Op. (Der operierte Bereich hat sich entz�ndet)  noch eine Endokarditis oder Myokarditis entstehen. 

 

Der Cardiologe:

Endokarditis Ja - falls eine bakterielle Entz�ndung besteht, sollten Sie das Antibiotikum bis  zur Abheilung weiter einnehmen

Aortenklappenersatz 
26.01.2001

Suche Rat! Mein Vater wird am Montag operiert 
Am 29.01. soll mein Vater operiert werden: Vorgang: Aorten-Klappe muss ersetzt werden. Ich habe im Internet auf Ihrer Seite schon hilfreiche Info gefunden. Unter anderem hie� es, man solle vorher noch Eigenblut abnehmen, um bei Blutkonserven einer Infektion vorzubeugen. Meine Frage: Mein Vater kollabierte in den letzten zwei Wochen jedoch zweimal. kann man ihm trotzdem Blut abnehmen oder ist das zu risikoreich? kann ich als Sohn auch Blut spenden oder ist das zu kurzfristig? Bitte, bitte geben Sie mir so schnell wie m�glich Bescheid, da es nur noch wenige Tage bis zur Operation sind und ich mir gro�e Sorgen mache und zwei �rzte, die mein Vater befragte unterschiedlicher Meinung waren. Haben Sie au�erdem speziell zu dieser Operation noch Infos f�r mich?!

Der Cardiologe:

Sie haben Recht. Es gibt Gegenanzeigen (Kontraindikationen) gegen die Eigenblutspende, typischerweise geh�rt die Aortenstenose (und die instabile Angina pectoris) dazu. Ihr Vater sollte also kein Eigenblut spenden. Eine Spende von Familienangeh�rigen wird von vielen Blutbanken wegen des wohl gro�en Aufwandes bei der Austestung abgelehnt, trotzdem sollten Sie mit der Blutbank sprechen. In der Regel braucht ein Patient nur f�r einen Aortenklappenersatz jedoch keine Fremdblutbestandteile, da die Blutungen bei der (relativ kleinen) Operation h�ufig nur gering sind. Die Operation ist heute Routine und wird sicher gut gehen - beste W�nsche aus Bad Oeynhausen. 

Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.01.2014